[>>]

Dienstag, 25. Juli 2006

Wieviele Beine hat (hatte) Al Zarkawi?

Nichts als eine Desinformationskampagne von US-Stasi-Diensten

Von Karl Weiss

Der Terrorist Al Zarkawi wurde liquidiert. Gab es Al Zarqawi überhaupt? Falls es ihn gab, hätte er nur ein Bein haben sollen - aber auch das könnte schon ein Teil der Desinformationskampagne gewesen sein.

Das nämlich, so entnehmen wir keineswegs verwundert der „Washington Post", ist die Al Zarkawi-Story, zumindest in ihrer offiziellen Version. Bewußter, andauernd wiederholter Bullshit - und alle Mainstream-Medien tun beschäftigt und reden über etwas anderes, als hätten sie nicht mitgemacht. Was das berühmte Fünkchen an Wahrheit dahinter ist, kann man nur erraten.

Es war für jeden verständigen Menschen, der die ihm vorgesetzten „Informationen" kritisch betrachtet, bereits einige Zeit abzusehen, daß ein einzelner Mann nicht all das anstellen kann, was man Al Zarkawi andichtete, dem angeblich „zweiten Mann" der Al Quaida nach Bin Laden, und angeblich Verantwortlichen für alle Anschläge auf schiitische Zivilisten im Irak.

Nun aber haben wir es schriftlich, denn die Quelle, die „Washington Post", ist über jeden Zweifel erhaben. Sie berichtet von Dokumenten über die Desinformationskampagne PSYOP, die ihr aus Kreisen von US-Stasi-Diensten zugespielt wurden. Da heißt es u.a.:

„"The Zarqawi campaign is discussed in several of the internal military documents. "Villainize Zarqawi/leverage xenophobia response," one U.S. military briefing from 2004 stated. It listed three methods: "Media operations," "Special Ops (626)" (a reference to Task Force 626, an elite U.S. military unit assigned primarily to hunt in Iraq for senior officials in Hussein's government) and "PSYOP," the U.S. military term for propaganda work..."

Sarkawi Kampagne wurde diskutiert

"Die Sarkawi-Kampagne wird in mehreren internen Militärdokumenten diskutiert. ´Sarkawi diffamieren / fremdenfeindliche Antwort zum eigenen Vorteil nutzen´, legte eine Lagebesprechung des US-Militärs von 2004 dar. Sie listete drei Methoden auf: "Medienoperationen", "Spezialoperationen (626)" (eine Referenz auf die Task Force 626, eine Elite-Einheit des US-Militärs mit dem primären Auftrag, im Irak hochrangige Funktionäre aus Husseins Regierung zu jagen) und "PSYOP", die Bezeichnung des US Militärs für Propagandaarbeit...

Und: "The military's propaganda program has "largely been aimed at Iraqis, but seems to have spilled over into the U.S. media. One briefing slide about U.S. "strategic communications" in Iraq, prepared for Army Gen. George W. Casey Jr., the top U.S. commander in Iraq, describes the "home audience" as one of six major targets of the American side of the war."

"Das Propagandaprogramm des Militärs ist "weitgehend auf Iraker ausgerichtet gewesen", aber scheint in die US-Medien übergeschwappt zu sein. Ein Lagebesprechungsdia über "strategische Kommunikation" der USA im Irak, das für Army-General George W. Casey Jr., US-Oberbefehlshaber im Irak, vorbereitet worden war, beschreibt die „heimatliche Zuhörerschaft" als eine von sechs Hauptzielgruppen der amerikanischen Kriegspartei."

Und: „An internal document produced by U.S. military headquarters in Iraq, states that "the Zarkawi PSYOP program is the most successful information campaign to date."

"Ein internes Dokument, welches vom US Militärhauptquartier im Irak produziert worden war, stellt fest, daß "das Sarkawi PSYOP-Programm die bislang erfolgreichste Informationskampagne ist."

Der CIA spielt auf der grossen Wurlitzer-Orgel

Damit wissen wir nun, es war alles ein Propagandafeldzug, der Jordanier Al Zarkawi, 2. Mann hinter Bin Laden in der Al Quaida, Führer der Al Quaida im Irak, der von Stadt zu Stadt mit Siebenmeilenstiefeln eilt, Terroranschläge durchführt und einfach nicht zu fangen ist - und ganz nebenbei noch die Terroranschläge von Madrid, von London und von Amman konzertiert, der in der Lage ist, sich aus einer Einkreisung herauszubeamen, der bereits vor dem Irak-krieg im Irak gewesen sein soll - alles Fake (anderer Name für „Informationskampagne").

Nur, diese Erkenntnisse aus der „Washington Post" sind bereits vom 10. April - genug Zeit also, daß die Redaktionen aller Fernsehsender und aller Wochenmagazine und aller Zeitungen den Mund vor Staunen wieder zukriegen und die Leserschaft/Zuschauer um Entschuldigung bitten, daß sie sich von der PSYOP der US-Dienste haben einwickeln lassen und statt zuverlässiger, nachgeprüfter Wahrheiten Propaganda-Stücke der US-Regierung verbreitet haben, ohne sie als solche zu kennzeichnen.

Sehen Sie selbst nach, lieber Leser, erinnern Sie sich, wer hat diese Berichtigung gebracht? Spiegel? Focus? Tagesschau? Heute? RTL? N-TV? Welt?, FAZ?, Süddeutsche?, Tagesspiegel? TAZ?

Irgendwer? Niemand!

Was heißt das? Was heißt es, wenn jemand Falsches verbreitet hat und es kommt heraus, daß es falsch ist, wenn er dann in Schweigen fällt und verzweifelt über Anderes redet? - Genau! Er hat bewußt gelogen - er wußte, daß es falsch war!

In der Berliner Umschau konnten Sie dagegen im Artikel „Endlich, endlich, endlich!" bereits vor längerem, am 29.3.05 folgende ironische Bemerkungen lesen:

„Es soll (immer noch) einen Musab Al Zarqawi geben, der einmal Stellvertreter von Osama Bin Laden in der Führung der Al Quaida gewesen sein soll. Außer US-amerikanischen Quellen, die natürlich nichts mit dem CIA zu tun haben, hat ihn seit Jahren niemand gesehen, aber die US-Regierung weiß sicher, daß er andauernd Anschläge im Irak verübt - die rein zufällig alle CIA-Handschrift haben - und daß sie ihn andauernd im Irak fast erwischt haben - fast. Doch nun, so erklärte mit stolz geschwellter Brust am Ostersonntag der irakische Innenminister Quisling Falah al-Naqib, habe man ihn eingekreist. Endlich, endlich, endlich!"

Na, nun mal langsam mit die junge Pferde, mag da nun jemand sagen, aber irgendetwas muß doch dran sein, an der Geschichte mit Al Zarkawi - und die Terroranschläge finden schließlich statt! Das stimmt.

Al-Zarqawi ist tot

Bereits damals schrieb die Berliner Umschau im genannten Artikel: „Fragt man Leute aus dem irakischen Widerstand, dann sagen die, Al-Zarqawi sei seit Jahren tot. Die Anschläge auf Märkte mit vielen Ziviltoten und auf betende Gruppen von schiitischen Moslems, die von US-Offiziellen ihm zugeschrieben wurden, würden nur den US-Interessen nutzen.(...) Und die Anschläge eines Stellvertreters von Osama Bin Laden dienen US Interessen???

Aber der CIA, der CIA ist eine engelgleiche Organisation, die niemals Terroranschläge auf Zivilisten durchführen würde."

Was man noch halbwegs sicher weiß, ist, daß es einen Al Zarkawi gab, der damals ein Unterführer der Organisationseinheit des CIA war, die von Osama Bin Laden angeführt wurde, als die Jugoslawien-Teilungskriege tobten und die US-Dienste mit Hilfe dieser Gruppe, die sie der Einfachheit halber „Al Quaida" nannten, den Bosniern Terror gegen die Serben beizubringen versuchten. Später war die gleiche Gruppe, wieder in CIA-Diensten, in Tschechenien tätig und lehrte wiederum Terrormethoden, diesmal gegen Rußland.

Gebildet worden war die Gruppe ursprünglich in Afghanistan, als fanatische Muslims gesucht waren, um dort einen Guerrilla-Krieg im Auftrag von US-Stasi-Diensten gegen die sowjetische Besatzung zu organisieren.

Irgendwann später, als es gegen das Jahr 2000 ging, soll diese Gruppe sich angeblich von ihren Auftrag- und Geldgebern abgewandt haben und entdeckt haben, daß diese in Wirklichkeit das Böse in Menschengestalt darstellten. Diese Story ist auch wenig glaubhaft, aber wir haben noch keine eindeutigen Beweise vorliegen, daß sie auch nicht stimmt. Wie auch immer, diese Gruppe, die nach damaligen Beschreibungen nie mehr als 20 Mitglieder hatte, soll dann angeblich eine Menge neuer Mitglieder angeworben haben, den Verlust des CIA-Apparates innerhalb kürzester Zeit ausgeglichen haben und den größten Terroranschlag aller Zeiten, den des 11. September 2001, ausgeführt haben.

Dem Erdboden gleichmachen

Sie soll dann in Afghanistan untergetaucht gewesen sein, weshalb die NATO dann beschloß, dieses geschundene Land erneut zu überfallen und noch mehr dem Erdboden gleich zu machen als es schon war. Nach den Aussagen von Leuten, die Al Zarkawi kannten, soll er bei diesem Angriff in Afghanistan ums Leben gekommen sein. Die Zeugen sagen, daß sie an seiner Beerdigung im Jordanien teilgenommen hätten.

Es ist natürlich nicht auszuschließen, daß es gar nicht seine Leiche im Sarg war. Jedenfalls berichteten „amerikanische Sicherheitskreise" kurz vor dem Überfall auf den Irak im März 2003, daß es auch Beweise gäbe, daß Saddam Hussein mit der Al Quaida zusammengearbeitet hätte. Der Al Quaida-Führer Al Zarkawi sei nämlich in einem Bagdader Hospital operiert worden. Man habe ihm ein Bein amputieren müssen.

Diese Verbindung mit Al Quaida wurde dann später immer besonders betont, als sich die Massenvernichtungswaffen einfach nicht einfanden, weil dies doch die ganze Infamie des Charakters Husseins so richtig zeigte und somit der Überfall auch ohne sie berechtigt schien. Dies Argument mit dem fehlenden Bein Al Zarkawis hat aber einen Haken: US-Vizepräsident Cheney erklärte nämlich in einem Interview, das er vor kurzem dem Fernsehsender ABC gab, die US-Regierung habe nie behauptet , Hussein habe Verbindungen zur Al Quaida gehabt.

Amputiert PSYOPS Beine?

Wahrscheinlich war die Amputationsstory auch erfunden, lediglich ein Teil der PSYOP und nun, da man Al Zarkawi wiederauferstanden mit zwei Beinen braucht, um seine unglaublichen Aktivitäten nicht ganz so unglaubwürdig werden zu lassen, muß man einfach so tun, als hätte man die Operation in Bagdad nie behauptet (hat man ja auch nicht, waren ja ‚Sicherheitskreise’- und wer denen glaubt, ist selber Schuld).

Daß Al Zarkawi mit den Anschlägen in Madrid und dann in London zu tun hatte, wurde zwar im richtigen Moment geschickt in die Medien lanziert, aber die offiziellen Untersuchungsberichte beider Anschläge verneinen dies - wiederum eine ungeklärte Lüge im Al Zarkawi-Zusammenhang, die ebenfalls nie offiziell zurückgenommen wurde - auch in diesem Fall keine Entschuldigung von irgendeinem Organ der Medien.

Dann schließlich der dreifache Terroranschlag in Amman in Jordanien mit vielen Toten. Bereits nach zwei Tagen tönten alle Presse- und Fernsehorgane: Es war Al Zarkawi mit seinen Leuten aus dem Irak! Irgendwelche Beweise dafür wurden nie vorgelegt - aber wo kämen wir da auch hin, wenn man gegenüber der Al Quaida noch Beweise brauchte. Der Name sagt doch schon alles!

Tatsächlich waren die Tatsachen der Zerstörung und der Toten in den Hotels nicht in Übereinstimmung zu bringen mit der Internet-Botschaft, kurz danach verstärkt durch eine Audio-Aufnahme, in der die Al Quaida und Al Zarkawi mit seiner irakischen Truppe die Verantwortung übernahmen. Während in der Botschaft das Ziel der Anschläge als Israelis und US-Bürger angegeben wurden, waren unter den Opfern nicht ein einziger Israeli und nur eine US-Bürger. Während in der Botschaft die Vergeltung gegen Schiiten wegen ihres angeblichen Verrats gegenüber den Sunniten als Grund angegeben wurde, waren fast alle Opfer sunnitische und nicht schiitische Muslims.

Aus sicherer Entfernung gezündet

Näher kommen wir der Frage nach den wahren Tätern der Bombenanschläge in den Hotels in Amman, wenn man weiß. daß die Israelis in den Hotels vorgewarnt waren und sich rechtzeitig absetzten und daß die Folgen der Explosionen vor allem die Decken der Räume zerstörten, in denen die Bomben explodierten. Es gibt klare Hinweise, daß die Bomben nicht von Selbstmordattentätern mit Sprengstoffgürteln ausgelöst wurden, sondern in den Decken versteckt waren und aus sicherer Entfernung gezündet wurden.

Die wirklichen Ziele der Attacken waren offenbar Palästinenser und Chinesen, die sich in einem der Hotels trafen und eine Annäherung zwischen China und Palästina und eine militärische Zusammenarbeit besprechen wollten. Unter ihnen waren der Kommandeur des palästinensischen West Bank Geheimdienstes, Basheer Nafe, sein Stellvertreter Abid Allouni, der Geschäfts-Attaché der palästinensischen Botschaft in Kairo Jihad Fattoh, der Bruder des Sprechers des „Palestinian Legislative Council" Rawhi Fattoh und der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Cairo-Amman Bank in den palästinensischen Territorien, Musab Khama. Andere Opfer waren drei Chinesen, deren Funktion nicht bekannt ist, die aber offenbar in Gesprächen mit den Palästinensern waren.

Israel hatte schon mehrfach China davor gewarnt, mit den Palästinensern zusammenzuarbeiten oder sogar eine militärische Zusammenarbeit zu beginnen. Wenn man nicht gehorcht, dann macht Israel, was es in solchen Fällen immer macht: Es antwortet mit Bomben und Raketen. Allerdings sollten das nur die Chinesen verstehen. Für die Öffentlichkeit wurde Al Zarkawi als Täter aus dem Grab geholt.

Rufer in der Wünste

Unabhängig von diesem Fall hatten aber nun, nach der Veröffentlichung in der „Washington Post" am 10. April, das US-Militär und die US-Stasi-Dienste ein Problem. Interne Papiere waren an die Öffentlichkeit gelangt. Wie sollte man reagieren? Und siehe da: Niemand brachte die Nachricht. Die „Washington Post" blieb Ruferin in der Wüste. Weder in den USA noch in England, Frankreich, Deutschland, Italien, niemand brachte die Nachricht!

Da beschlossen das Militär und jene Dienste, noch einen draufzulegen und Al Zarkawi fester denn je in die Gespensterwelt der westlichen Medien einzupflanzen: Letzte Woche veröffentlichte man ein Video, das Al Jazeera zugespielt wurde und angeblich von Al Zarkawi persönlich stammte und nicht nur die Nachricht brachte, daß er selbstverständlich alle diese Anschläge ausführt, sondern auch, warum er das täte: Er wolle einen Bürgerkreig zwischen Schiiten und Sunniten im Irak provozieren. Der heimliche Traum Bushs, der Bürgerkrieg, als Ziel der Al Quaida? Das ist nun aber dick aufgetragen.

Zusätzlich zeigte das Video auch noch einen Al Zarkawi im Portraitphoto, damit auch nur ja keine US- oder irakischer Soldat ihn nicht erkennt und auch noch eine Szene mit militärischen Übungen, in der jener angebliche Al Zarkawi mit zwei Beinen herumlief.

Ein wirklicher Al Zarkawi, wenn es ihn denn noch gäbe und wenn er wirklich im Irak aktiv wäre und noch zwei Beine hätte, hätte selbstverständlich niemals ein solches Video gemacht. Die US-Dienste müssen die Öffentlichkeit schon für ganz schön dumm halten, daß sie eine so plumpe Fälschung veröffentlichen.

So kam denn auch gleich am Tag nach der Veröffentlichung die Bestätigung der Echtheit von wem? Natürlich von den Fälschern selbst. „US-Sicherheitskreise" hätten die Echtheit der Botschaft bestätigt, lasen wir.

Schlau, was? Die denken, wir sind Vollidioten. Und wiederum, wie schon in den vorherigen Fällen, berichten alle Medien schön brav, was die US-Dienste ihnen vorgekaut haben.

Die Leute bei der „Wash Post" müssen sich an den Kopf greifen. Wozu bringen sie denn eigentlich noch Enthüllungen, wenn alle so tun, als gäbe es sie nicht?

Na, nun wissen wir jedenfalls, woran man Presseorgane und Fernsehstationen erkennt, die uns wissentlich zu täuschen versuchen: Sie sprechen von Al Zarkawi.

Ursprünglich erschien dieser Artikel in der Berliner Umschau. Link zur Nachveröffentlichung des Artikel in "Journalismus - Nachrichten von heute" hier

Kann man mit Telephon-Überwachung Terrorzellen ausheben?

Millionenfach werden Telephone abgehört

Von Karl Weiss

In einem Associated Press-Artikel wird in Frage gestellt, ob man wirklich durch die flächendeckende Überwachung von Telephongesprächen Terrorgruppen aufspüren und identifizieren kann, wie es das Pentagon vorgibt zu glauben, denn es werden über den Geheimdienst NSA Millionen von Telefongesprächen in den USA abgehört. Es wird argumentiert, daß sich die Gespräche eines Lese-Klubs, der ein Treffen plant, sehr ähnlich anhören wie die einer Gruppe von Terroristen, die einen Anschlag planen.

Man kann davon ausgehen, daß Terroristen nicht offen ihre Planungen am Telefon besprechen werden. Es wird also von ihnen nicht mehr zu hören sein als Verabredungen zu Treffen und ähnliches. Man kann perfekt Gruppen erkennen, in denen häufiger untereinander telefoniert und sich verabredet wird, aber davon gibt es so viele, daß es unmöglich ist, sie dann alle unter nähere Überwachung zu nehmen.

Etwas anderes ist es, wenn man bereits konkrete Hinweise auf einen möglichen Terroristen hat. Dann kann man nachverfolgen, mit wem er telefoniert hat. Aber dazu braucht man nicht alle Telefongespräche registriert haben, denn diese Verbindungen kann man auch schnell herausfinden, sobald man Hinweise hat.

Valdis Krebs ist ein Spezialist in „Sozial Network Analysis". Er berät Firmen, die mehr über das Zusammenleben ihrer Angestellten wissen wollen. Er wurde von Associated Press befragt, ob man unterscheiden kann, wer Böses und wer Normales plant. Die Antwort ist klar: Nein, das ist nicht möglich über Telefon-Verbindungen, genauso wenig über Abhören von Telefonen.

Zwar mag es bestimmte Ausdrücke oder Ausdrucksweisen geben, die Terroristen von anderen unterscheiden, aber um die herauszufinden, müßte man bereits die Telefongespräche von mindestens 100 Terrorzellen aufgezeichnet haben. Es gibt aber keine weitgestreuten Erfahrungen über dieses Detail.

Auch Jeff Jonas, der Gründer der ‚Systems Research and Development’ wurde zu dieser Frage interviewt. Er sagt ebenfalls, daß man immer einen Eingangshinweis braucht, um soziale Interaktionssysteme richtig zuordnen zu können. Jonas hat Software entwickelt, die es ihm erlaubte, Spiel-Betrüger, die aus Las-Vegas-Kasinos verbannt waren, auf Kontakte zu Ersatz-Betrügern zu überprüfen und verkaufte diese Dienste an die Spielkasinos. Jonas ist jetzt Chef der IBM „Entity Analytics"-Gruppe.

Muß man also davon ausgehen, daß der NSA Unsinniges tut? Kaum. Das Ganze gewinnt Hand und Fuß, wenn man statt Terroristen vielmehr oppositionelle US-Amerikaner im Visier hat. Man identifiziert Leute auf Kundgebungen und Demonstrationen und überwacht dann ihre Telefongespräche und E-mails. So kann man nach und nach die ganze oppositionelle Szene ausspionieren.

Die Kapitalisten und ihre Schergen wissen sehr wohl, daß der islamische Terrorismus keine Gefahr für sie darstellt. Eine wirkliche Gefahr für sie wird dagegen sein, wenn immer mehr und mehr Leute zur Überzeugung kommen, daß dieses System weg muß.


Link zur Nachveröffentlichung des Artikels in "Journalismus - Nachrichten von heute" hier


Hier sind Links zu anderen Artikeln in diesem Blog zum Abbau von bürgerlichen Rechten in den USA:

- Die USA am Scheideweg: Innerhalb oder ausserhalb der zivilisierten Welt?

- USA: Faschisierung des Staatsapparates, Teil 1: Es geht gegen das eigene Volk

- USA: Faschisierung des Staatsapparates, Teil 2: 432 Millionen Dollar für ‚Internierungslager’

- Statistischer Beweis: Wahlfälschung bei den US-Präsidentschaftswahlen

- Wenn Regierungen Geiseln nehmen – Benattas, noch ein Fall von Geiselhaft

- USA: Wer Menschenrechte verteidigt, fliegt raus – CIA-Agentin entlassen

- Folter – CIA-Folterflüge und europäische Regierungen

- Anti-Terrorgesetze früher und heute – Das ‚Detainee Treatment’-Gesetz in den USA

- ...wenn bürgerliche Rechte abgeschafft werden; USA – Land der Freiheit?

- USA: Absurditäten des religiösen Extremismus

- Interviews mit Gunatánamo-Insassen

- USA: Erst schiessen, dann fragen – Warlord Country

- Fürchterlich schrille Schreie von gefolterten Jungen

Hier spricht Guantánamo

"Hier spricht Guantánamo". Roger Willemsen interviewt Ex-Häftlinge. Mitarbeit Nina Tesenfitz. 238 Seiten. Paperback. Zweitausendundeins. 12,90 EUR

Buchbesprechung von Karl Weiss

Roger Willemsen hat die Interviews durchgeführt, die schon Hunderte von Reportern hätten führen müssen, aber es aus Untertänigkeit gegenüber der US-Regierung nicht getan haben: Interviews mit entlassenen Guantánamo-Insassen. Er beschämt damit sämtliche Zeitungen und Fernsehstationen der Welt. Es war offensichtlich, daß die neue Form von US-Konzentrationslagern, wie sie als bekanntestes Beispiel Guantánamo darstellt, von höchstem internationalem Interesse ist. Trotzdem haben sich alle großen Medien geweigert, Interviews zu machen, als die ersten Opfer Guntánamos entlassen wurden.

In Guantánamo, wie auch in einer unbekannten Anzahl anderer Konzentrationslagern innerhalb von US-Stützpunkten, aber auch in Staaten, die unbesehen alles akzeptieren, was die US-Regierung anordnet, werden mehrere hundert, eventuell auch Tausende von illegalen Gefangenen zusammengepfercht, unter im wesentlichen sub-humanen Umständen.

Die Kennzeichen, die diese Lager zu Konzentrationslagern machen, sind die absolute Willkürlichkeit der Auswahl der Gefangenen, die völlige Isolierung der Gefangenen von der Außenwelt, die Nicht-Bestätigung der Haft durch einen Richter, die Nicht-Benachrichtigung von Verwandten über den Aufenthaltsort, das völlige Fehlen konkreter Anklagen, die absolute unbefristete Gefangenschaft, die Tatsache, daß die Gefangenen offiziell Gefangene eines großen Staates sind, die Anwendung verschiedenster Demütigungs- und Foltermethoden wie auch die von psychischen Zerstörungsmethoden, die Verweigerung von Kontakt mit ihren Anwälten, die Weigerung, ihnen den Status von Kriegsgefangenen zuzuordnen, die Weigerung, Abgeordneten des Roten Kreuzes freien Zugang zu allen Gefangenen und zu Gesprächen mit von ihnen ausgesuchten Gefangenen zu geben, die jahrelange Weigerung, auch nur Namenslisten an die Öffentlichkeit zu geben (die außer für Gunatánamo fortbesteht), das völlige Geheimhalten der Orte der Lager (mit Ausnahme von Gunatánamo) und schließlich die Verpflichtung der Entlassenen, nicht über die Vorgänge und Zustände im Lager verlauten zu lassen, bei Androhung von ungenannten Übeln.

Vergleiche wurden versucht mit den schlimmsten Kriegsgefangenenlagern, wie z.B. einige der West-Allierten nach dem 2. Weltkrieg im Rheinland auf freiem Feld, die der physischen Vernichtung, sprich Ermordung, der Gefangenen dienten. Allerdings waren diese Lager Kurzzeitlager, die in keiner Weise mit den jetzigen US-Konzentrationslager verglichen werden können. Auch Vergleiche mit Gefängnissen im Mittelalter und in einigen absolutistischen früheren Ländern sind nicht hilfreich, weil dort zwar äußerst prekäre Bedingungen herrschten, aber in der Regel keine systematische Folterung aller Insassen.

Im Prinzip gibt es Ähnlichkeiten mit den Geiselhaft-Lagern von kriminellen Organisationen, die im großen Stil Geiseln nehmen, aber selbst in Kolumbien gab es bisher noch keinen Fall von vier Jahren Geiselhaft.

Es ist tatsächlich unmöglich, irgendeinen zutreffenden Namen für diese Lager zu finden, wenn nicht Konzentrationslager.

Die US-Regierung rechtfertigt die Aufhebung aller Rechte für die Gefangenen mit den Anschlägen des 11. September 2001. Angeblich hätten die Insassen irgendetwas damit oder mit der Vorbereitung ähnlicher Anschläge zu tun. Dieses Argument ist nicht zu halten. Alle, über die man bisher Kenntnisse gewonnen hat, hatten weder etwas mit den Anschlägen des 11. September zu tun, noch gibt es irgendwelche Beweise für Vorbereitung ähnlicher Anschläge auch nur durch einen dieser Häftlinge.

So berichtet die Presseankündigung des Buchs „Hier spricht Guantánamo" denn auch davon, daß die Freigelassenen (nach mehr als drei Jahren Haft) berichten, es handele sich im wesentlichen um Bauern, Landarbeiter, Arbeiter, Angehörige von Hilfsorganisationen und andere Personen, die in Afghanistan willkürlich aufgegriffen oder von den Taliban an die Amerikaner verkauft wurden. Unter den Gefangenen und jetzt Freigelassenen befindet sich auch der ehemalige Botschafter Afghanistans in Pakistan.

Kaum einer der Insassen sei je militanter Islamist gewesen. Was die Entlassenen besonders anprangern, ist, daß ihnen keine Rehabilitierung ermöglicht wird. Dadurch, daß praktisch alle Medien der Welt über sie schweigen und sie nicht zu Wort kommen lassen, können sie nicht in ein normales Leben zurückkommen. Nach jahrlanger Haft können sie keinen Freispruch vorweisen, ja nicht einmal eine abgebüßte Gefängnisstrafe. Sie bleiben „Terroristen".

Die ‚Zeit’ schreibt über das Buch: „Aus dem rechtlichen Niemandsland", eine Züricher Zeitung: „Skandalon der US-Demokratie".

Bleibt die Frage : Wo ist Demokratie?


Link zum Nachdruck der Buchbesprechung bei "Journalismus - Nachrichten von heute" hier

Karl Weiss - Journalismus

Bürger-Journalist - Nachrichten-, Politik-, Brasilien- und Bilder-Blog

Artikel und Dossier der Woche

Artikel der Woche "Der Crash der Weltwirtschaft ist unvermeidlich" Der Kapitalismus hat keine Zukunft

Dossier der Woche "Dossier Totale Kreislaufwirtschaft 1 Synthesis - Es ist längst möglich" Nur die Kreislaufwirtschaft kann die Zukunft der Menschheit retten

Willkommen / Impressum

Willkommen im Weblog Karl Weiss - Journalismus.
Er enthält im wesentlichen meine Artikel, z.T erstveröffentlicht, z.T. bereits vorher erschienen und soll den Lesern auch meine (und Elmars) älteren Artikel zugänglich machen, meistens aus der "Berliner Umschau" (Link hier unten). Alle sind aufgefordert, Kommentare, Kritiken, Anregungen zu schreiben.
IMPRESSUM
Ich bin zu erreichen über berliner_umschau@ yahoo.de
Die Adresse ist Gaudystr.6, 10437 Berlin, Tel./Fax: 030/4771591
Ich wünsche also allen (und mir) viel Spaß (und Ernst) mit diesem Blog.
Karl Weiss, Belo Horizonte, Brasilien

Suche

 

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

Re: Wirklich
"Wirklich" soll bedeuten: Ist das wirklich so, ist...
matrix555 - 30. Nov, 19:57
Wirklich?
Entschuldigung Matrix 555, wenn ich Ihnen Unrecht getan...
Karl Weiss - 30. Nov, 17:09
Hartz IV: Absurd, absurder,...
'Freundesgemeinschaft' Vo n Elmar Getto 7. Artikel...
Karl Weiss - 30. Nov, 16:19
Bezahlter Agent
Sehr geehrter Herr Weiss, ich schätze Ihre Artikel...
matrix555 - 28. Nov, 13:53
Bezahlter Agent der Konzerne?
Diese Stellungnahme von matrix555 sollte ich eigentlich...
Karl Weiss - 28. Nov, 13:38

Status

Online seit 1251 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 30. Nov, 19:59

Credits

Knallgrau New Media Solutions - Web Agentur für neue Medien

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page

twoday.net AGB

Archiv

Juli 2006
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 
 
 1 
 2 
 4 
 5 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
17
21
24
26
29
30
 
 
 
 
 
 
 

Alle Links in Popups öffnen

alle Links auf der aktuellen Seite in einem neuen Fenster öffnen 

Zufallsbild

Franziskus-Kirche Oscar Niemeyer-6

kostenloser Counter

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de