Mittwoch, 27. Juni 2007

1 Jahr Blog Karl Weiss - Journalismus

In eigener Sache

Von Karl Weiss

Nun ist dieses Blog ein Jahr alt. Ein Baby noch, aber doch schon recht beachtlich für sein Alter.

Am 28. Juni 2006 wurde dies Blog eröffnet und der erste Artikel in eigener Sache („Willkommen“) geschrieben.

Rechtzeitig vor dem Einjährigen wurde die Zahl von 100 000 Besuchern im Blog überschritten, inzwischen sind es schon über 130 000.

Ebenso gibt es jetzt schon mit einer gewissen Häufigkeit Tage mit mehr als 1000 Besuchern. Im Juni hatten wir sogar bereits einige Tage mit über 1100 bzw. 1200 Besuchern und einen mit 1356. All diese Zahlen beziehen sich auf die Statistiken von „blogcounter“.

blogcounter-visitors-per-day

Zwar wurde der Blog erst im September bei ‚blogcounter’ angemeldet, aber vorher war die Zahl der Besucher sowieso minimal, so dass dies keine Rolle spielt.

Gerade noch rechtzeitig kam es vor, dass die Zahl von 100 Besuchern pro Stunde zum ersten Mal überschritten wurde.

blogcounter-visitors-per-hour

Das ist alles doch recht erfreulich, wenn man bedenkt, hier werden nur Artikel eingestellt, die schon woanders erschienen sind, wenn auch oft überarbeitet, ergänzt und mit Fotos versehen.

Die Bilder und Fotos sind es auch, die sich mehr und mehr zu einer Besonderheit dieses Blogs entwickeln. Seit „images.google.de“ dieses Blog entdeckt hat, sind Tausende von Besuchern (genauer: 20 000) hier auf der Suche nach Nachrichtenbildern angekommen. Es ist – ebenfalls gerade rechtzeitig zum einjährigen Geburtstag – zum grössten einzelnen „Referrer“ im Blog geworden.

Der Blog hat eine grosse Vielfalt und Themenweite von Fotos, Graphiken und Zeichnungen zu bieten, was ihn für viele Bildersuchende wertvoll macht.

Stolz darf ich darauf sein, dass der grösste Teil der Besucher (fast 40%, etwa 46 000 von 128 000 - Stand von vor einer Woche) direkt auf die Startseite kommen (ohne Referrer). Das sind also meistens „Stammkunden“, die wohl oft dieses Blog mit Lesezeichen markiert haben.

Danach kommen in der Häufigkeit der Besucher jene, die über Referrer kommen, mit den drei deutschsprachigen (.de, .at und .ch) und dem englischen google (.com) mit zusammen etwa 25 000 Klicks an der Spitze, dann images.google (.de, .com, .at und .ch) zusammen mit etwa 24 000 Klicks, dann und als wichtigstem anderen Referrer ‚Net-News-Global’ mit etwa 11 500 Klicks. Der wichtigste „Sonstige Referrer“ ist die Site 3d-center.de mit etwa 3 800 Klicks.

Der Blog hat schon verschiedentlich Aufsehen erregt, zum Beispiel mit der Enthüllung über das Unterschieben einer Straftat durch die Polizei gegen einen deutschen Journalisten im Zusammenhang mit der Diskussion über den ‚Bundestrojaner’ durch einen Artikel unter dem Titel „Der Bundestrojaner und die unterschobene Straftat“, welcher innerhalb von wenigen Tagen mehr als 3000 Klicks erhielt und inzwischen bereits etwa 4 800 Mal angeklickt wurde.

Andere Blogs linken mit einer gewissen Häufigkeit auf dies Blog, was u.a. auch schon zu einem „Rating“ bei Technorati geführt hat. Dies Blog hat dort nach der neuen Einteilung nun eine „Authority“ von 117 und einen ‚Rank’ von 41 389, das ist weit mehr als die übergrosse Mehrheit der Blogs in Jahren erreicht hat, geschweige denn in einem Jahr.

Die Zahl der Besucher pro Tag laut ‚Blogcounter’ liegt durchschnittlich für den Juni 2007 bei etwa 900, das ergibt etwa 27 000 Besucher im Monat. Wenn sich das nicht verringert (und bisher ging es fast stetig aufwärts), werden wir im 2. Jahr hier etwa 325 000 Besucher oder mehr haben.

Im Schnitt des ganzen ersten Jahres, das ja natürlicherweise mit sehr niedrigen Zahlen begann, haben wir nun etwa 440 Besucher pro Tag oder etwa 10 000 pro Monat. Diese Durchschnittszahlen gehen aber jetzt rasch nach oben.

Im gleichen Masse, wie die Zahlen der Besuche über ‚images.google’ anstiegen, sank die Dauer des Aufenthalts im Blog. Die meisten, die lediglich ein Bild suchen, bleiben nur weniger als eine Minute im Blog. Dadurch ist die durchschnittliche Aufenthaltsdauer jetzt auf dreieinhalb Minuten gesunken. Dabei werden im Schnitt 1,7 Artikel angeklickt.

Es gibt aber auch weiterhin jene, die viele Artikel lesen und bis zu einer Stunde im Blog bleiben.

Als die Themen, die am meisten interessieren, haben sich die Folterartikel herausgestellt, sowohl jene, die über US-Folter in Abu Ghraib, Afghanistan und Guantánamo berichten, als auch jene, die generell über Folter und Foltermethoden gehen, wie auch jene, die spezifisch die Methoden in vielen Ländern mit dem Schwerpunkt jener der Militärdiktatur in Chile aufs Korn nehmen. Speziell die beiden (fast gleichlautenden) Artikel „Profimässig foltern – wie ist das?“ und „Bush und Rumsfeld foltern“ haben mit zusammen etwa 20 000 Klicks ein überragendes Interesse gefunden.

Hier eine Anzahl Links zu Artikeln im Blog zur Folter:

- Profimässig foltern – wie ist das?

- Bush und Rumsfeld foltern!

- Folter – CIA-Folterflüge und europäische Regierungen

- Warum wird gefoltert?

- Die USA am Scheideweg – Innerhalb oder ausserhalb der zivilisierten Welt?

- Beine zu Brei geschlagen – Folter in Afghanistan

- Interviews mit Guantánamo-Insassen

- Wenn bürgerliche Rechte abgeschafft werden... - USA-Land der Freiheit?

- Kann man durch Folter Wahrheit erfahren?


Ausserdem haben Themen viele Klicks erfahren, die zum Abbau der bürgerlichen Rechte in den USA wie auch in der BRD etwas aussagen, speziell der schon erwähnte Artikel über das Unterschieben einer Straftat, so wie auch Artikel zur Ausweitung des Sexualstrafrechts in den USA und bei uns auf normale und typische sexuelle Gepflogenheiten. Unter Einschluss der Folterartikel betrifft dies 15 der 40 meistgelesenen Artikel im Blog.

Hier sind Links zu Artikeln in diesem Blog zum Abbau von bürgerlichen Rechten in den USA:

- Kann man mit Telephon-Überwachung Terrorzellen ausheben?

- Die USA am Scheideweg: Innerhalb oder ausserhalb der zivilisierten Welt?

- USA: Faschisierung des Staatsapparates, Teil 1: Es geht gegen das eigene Volk

- USA: Faschisierung des Staatsapparates, Teil 2: 432 Millionen Dollar für ‚Internierungslager’

- Statistischer Beweis: Wahlfälschung bei den US-Präsidentschaftswahlen

- Wenn Regierungen Geiseln nehmen – Benattas, noch ein Fall von Geiselhaft

- USA: Wer Menschenrechte verteidigt, fliegt raus – CIA-Agentin entlassen

- Folter – CIA-Folterflüge und europäische Regierungen

- Anti-Terrorgesetze früher und heute – Das ‚Detainee Treatment’-Gesetz in den USA

- Wenn bürgerliche Rechte abgeschafft werden... USA – Land der Freiheit?

- USA: Absurditäten des religiösen Extremismus

- Interviews mit Gunatánamo-Insassen

- USA: Erst schiessen, dann fragen – Warlord Country


Hier Links zu Artikeln zu absurden Massnahmen und Gesetzesverschärfungen unter Verwendung der Vorurteile extremistisch-religiöser Christen:

- Die Zukunft der USA unter den extremistischen Christen

- Schon in den USA, bald auch bei uns – Gefängnis für Sex unter 18

- USA: Absurditäten des religiösen Extremismus

- Schnüffeln im Sexualleben der Bundesbürger

- Quo vadis, USA? Ausgewogenheit und wissenschaftliche Wahrheit

- Promt ging die Sache in die Hose ... – Rasterfahndung hätte um ein Haar eine Firma gekostet


Die dritte Gruppe von viel gelesenen Artikeln hier sind jene, die über die wirtschaftliche Entwicklung sprechen und speziell über die drohende Wirtschaftskrise. 10 unter den meistgelesenen 30 Artikeln im Blog gehören hierzu.

Einige Artikel zur Frage einer Weltwirtschaftskrise:

"Anzeichen Wirtschaftskrise?"

"Full Crash- Zweites Anzeichen Wirtschaftskrise?"

"Drittes Anzeichen Weltwirtschaftskrise"

"Viertes Anzeichen Weltwirtschaftskrise"

"Können die USA bankrott gehen?"

"25% Fall des Dollars?"

"Der Mini-Crash - 10 Monate zur Wirtschaftskrise?"

"Die Zinswende der Langzeitzinsen leitet das Abgleiten in die Weltwirtschaftskrise ein."


Ein weiterer Anteil von Artikeln, die Interesse hervorgerufen haben, sind jene zu Umweltthemen, speziell zur bereits eingeleiteten Klimakatastrophe. 9 unter den 50 meistgelesenen Artikeln betreffen diesen Themenbereich.

Hier eine Anzahl Links zu Artikeln im Blog zu Umweltproblemen und zur Klimakatastrophe und was getan werden muss:

- Lulas Brasilien, Teil 4 – Abholzen und Abbrennen

- Kofi Annan: Keine Gegenargumente mehr

- Wie die Industrie der „Global Warming Sceptics“ funktioniert

- Der Alkohol-Boom hat begonnen, Teil 1 – Bill Gates und George Soros investieren in Alkohol

- Der Alkohol-Boom hat begonnen, Teil 2 – Was spricht gegen Bio-Kraftstoffe?

- Der Alkohol-Boom hat begonnen, Teil 3 – Der 'Rush' gewinnt an Tempo

- Der Alkohol-Boom hat begonnen, Teil 4 - Endlich auch Bio-Alkohol in der Bundesrepublik

- Regenwaldvernichtung und Trockenheit im Amazonasgebiet

- Sprit aus nachwachsenden Rohstoffen

- Klimakatastrophe: IPCC-Report klammert entscheidende Frage aus

- Briefwechsel mit „Rettet den Regenwald“

- Das Klima kann nicht warten – Offener Brief an „Rettet den Regenwald“

- Wie wird der Verkehr der Zukunft angetrieben

- Stärkster Hurricane aller Zeiten

- Ein deutscher ‚Global Warming Sceptic’

- Klimahetzer? – Klimaketzer? Eine Auseinandersetzung um die beginnende Klimakatstrophe

- Brasilien plant völlige Umstellung auf Biodiesel


Ausserdem ist es bemerkenswert, wie viele Klicks die beiden Dossiers über die Renten erfahren haben.

Weniger hohe Zahlen von Besuchern haben - wie zu erwarten - die Brasilien-Artikel erfahren, obwohl es insgesamt doch interessant ist zu sehen, dass offensichtlich eine Anzahl von Deutschen oder deutschsprechenden aus Brasilien den Blog regelmässig besuchen.

Inzwischen stehen in diesem Blog etwa 500 Artikel zur Verfügung und langsam wird der Platz knapp. Ich muss mir überlegen, wie das weitergehen soll.

Mit den steigenden Zahlen von Klicks auf dies Blog sind wir auch in die Liste der 100 meistbesuchten Blogs von ‚Blogcounter’ eingezogen. Seit Mai ist dieser Blog fast täglich in dieser Liste vertreten, allerdings fast immer in der unteren Hälfte. Nur zweimal hat es bisher für die erste Hälfte gereicht: Am 3.10.06 mit Platz 42 und am 11.5.07 mit Platz 49.

Interessant, dass die ‚Blogospere’ hauptsächlich während der Arbeitstage besucht wird. Die Wochenend-Besucherzahlen sind meist deutlich niedriger.

Ich dagegen schreibe meine Artikel im wesentlichen an den Wochenenden.

Sankt-Franziskus-Kirche von Niemeyer

Hier noch einen speziellen Gruss aus Belo Horizonte mit einem Bild der kleinen Sankt-Franziskus-Kirche von Oscar Niemeyer hier am Ufer des Pampulha-Sees, einem Kunstwerk und einer der grossen Attraktionen der Stadt.

Boca Juniors ist Sieger der 'Libertadores'

Südamerika-Fussball

Von Karl Weiss

Mit einem Auswärtssieg im Rückspiel der Entscheidung in der ‚Copa Libertadores’ hat sich Boca Juniors in überragender Weise in den Spielen um diese höchste Trophäe Südamerikas durchgesetzt. Riquelme schoss die beiden Tore zum 2:0 –Sieg der Mannschaft aus dem Hafenviertel in Buenos Aires, wurde Torschützenkönig der ‚Libertadores’ mit 7 Toren und krönte damit seine bisherige Karriere. Er dürfte im Moment zusammen mit Kaká vom A.C. Mailand der beste Spieler der Welt sein.

Ausnahmsweise behielt der Berichterstatter einmal Recht mit seinen Vorhersagen, Gremio und Boca würden das Endspiel bestreiten und Boca würde gewinnen (hier und hier).

Hiermit hat Boca in den letzten acht Jahren in fünf Endspielen der Libertadores gestanden und hat viermal gewonnen. Damit hat sich der Verein von Maradona endgültig als dominierende argentinische und südamerikanische Mannschaft etabliert, so wie das in früheren Zeiten Independiente Buenos Aires getan hatte, der Club, der immer noch eine Libertadores Vorsprung vor Boca hat. Boca hat es jetzt insgesamt auf sieben Titel gebracht, Independiente auf acht. Heute ist Independiente allerdings schon fast der Vergessenheit anheimgefallen.

Es dürfte interessant werden, am Ende des Jahres die inzwischen zum vierten Male durch die FIFA ausgetragenen Vereinsweltmeisterschaft zu verfolgen, wo es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem Endspiel A.C. Mailand – Boca Juniors kommen wird.

Ob dann Riquelme allerdings noch bei Boca ist und es wirklich zum Direktvergleich Kaká – Riquelme kommt, steht in den Sternen. Boca hat ihn bisher nur bis zur Ende der Libertadores unter Vertrag und er wird wohl nach Europa zurückkehren wollen, denn hier auf der Südhalbkugel droht er vergessen zu werden. Er könnte z.B. wieder zu Sevilla zurückkehren, das bis zum letzten Spieltag im Kampf um die spanische Meisterschaft stand.

In Brasilien wurden inzwischen die nächsten Runden der nationalen Meisterschaften ausgetragen. Wiederum gab es überraschende Ergebnisse und solche, die den Erwartungen entsprachen.

Die grösste Überraschung ist der Spitzenreiter: Botafogo Rio de Janeiro mit einer Anzahl überzeugender Ergebnisse, wie z.B. einem glatten 4:0 über den Lokarivalen Vasco da Gama, der auch noch unter den ersten 9 zu finden ist. Noch in der Endphase der Rio-Staatsmeisterschaft im Mai hatte man sich – ebenfalls im Maracanã-Stadion – mit 4:4 getrennt.

Am Sonntag, den 24. Juni gab es drei der grossen Lokalderbys.

In Belo Horizonte gewann Cruceiro gegen Atletico Mineiro mit 4:2 in einem hochklassigen Spiel und konnte sich so revanchieren für die Niederlage in den beiden Endspielen der Staatsmeisterschaft, die in der Summe das gleiche Ergebnis hatte, nur für Atlético. Hier in Belo Horizonte hallten noch die halbe Nacht die Rufe „Zeiro“ durch die Strassen.

In São Paulo trafen der São Paulo F.C. und der F.C. Santos aufeinander, im Moment als die beiden besten der vier „grossen“ São Paulo-Mannschaften eingeschätzt. Das Spiel in der ‚Vila Belmiro’, dem Stadion von Santos im gleichnamigen Stadtviertel von Santos, wird jedes Jahr mit besonderer Aufmerksamkeit registriert, denn es pflegen da oft wahre heroische Schlachten stattzufinden. Diesmal war wieder ein Spiel mit vielen Fouls und vielen Auseinandersetzungen im Mittelfeld zu sehen, das, wie so oft, durch Details entschieden wurden wurde. Zweimal passte die Abwehr von Santos nicht genügend auf und São Paulo ging als Sieger mit 2: 0 vom Platz.

Santos, das noch vor kurzem nur um ein Tor das Endspiel der Libertadores verpasst hatte, war damit unter Wert geschlagen, aber Meister São Paulo unterstrich seine ansteigende Form und damit seinen Anspruch auf den zweiten Meistertitel hintereinander. Der Weggang von Zé Roberto hat Santos offenbar grundlegend geschwächt. Man muss in Frage stellen, ob der Club ohne ihn noch mit zu den Meisterschaftsfavoriten gezählt werden kann.

Das dritte grosse Lokalderby fand in Porto Alegre, ganz im Süden Brasiliens statt, „Gre-Nal“ zwischen Internacional und Gremio. Immerhin standen sich hier der letztjährige Sieger der Libertadores und Vereinsweltmeister der FIFA und der diesjährige Vize der Libertadores gegenüber. Der Berichterstatter hatte die Möglichkeit, das Spiel am Fernsehen zu verfolgen.

Das Spiel hatte die Klasse eines Spitzenspiels der Bundesliga. Wer meinte, die Mannschaft von Gremio würde deprimiert auftreten nach den zwei verheerenden Niederlagen gegen Boca Juniors, hatte sich getäuscht. Im Gegenteil, man beherrschte den Gegner über weite Strecken, obwohl man im Stadion von Internacional spielte und nur 2500 Karten für die Gremio-Anhänger ausgegeben worden waren. Solche Tricks gehen nur zu oft als Schuss nach hinten los.

Der Trainer von Gremio hatte sich eine Überraschung ausgedacht, um die Abwehr von „Inter“ zu irritieren. Er stellte den Stamm-linken-Aussenverteidiger Lúcio ins offensive Mittelfeld und improvisierte einen Innenverteidiger auf der Aussenbahn. Die Rechnung ging voll auf. Als einer der Inter-Verteidiger einen Ball mit dem Fuss zum Torwart zurückspielte und der mit dem Fuss weiterspielen musste, stürmte einer der Gremio-Stürmer auf ihn zu und brachte ihn in Bedrängnis.

Das zahlte sich aus. Clemer, ansonsten eine fast unüberwindliche „Mauer“ im Tor, hatte nicht genug Zeit, den Ball gezielt zu einem eigenen Mann zu schlagen und so kam der Ball genau zu Lúcio in einer halblinken Position. Der setzte sofort einen Lauf mit dem Ball zum Tor an. Von zwei Verteidigern attackiert, gelang es ihm, den Ball zwischen beiden durch zu spielen und sich dann dann selbst zwischen ihnen durchzumogeln. So stand er plötzlich allein vor dem Tor und liess sich die Chance nicht entgegehn. Mit dem schlechteren, dem rechten Fuss, schlenzte er den Ball ins lange Eck: 1:0 für Gremio.

Übrigens Talentsucher in Deutschland: Notieren: Lúcio, linker Aussenverteiger von Gremio.

Das zweite Tor dagegen war gekonnt herausgespielt. Gremio gewann 2:0 und setzte sich damit aus der Nähe der Abstiegszone ab, wo nun allerdings Internacional herumkrebst.

Die beiden wichtigsten jungen Talente waren übrigens auf beiden Seiten nicht im Spiel, beide Stürmer, denn es wird gerade die Südamerikameisterschaft der Auswahlelfs „unter 18“ ausgetragen. Pato von Inter und Lucas von Gremio dürften zu den interessantesten Talenten der letzten beiden Jahre gehören in diesem nicht gerade talentarmen Land. Der erste soll angeblich ein Angebot von Chelsea haben, der andere von Liverpool. Aber nicht verzagen, Talentsucher, solche Gerüchte werden oft gestreut, um den Preis in die Höhe zu treiben.

Hier noch eine persönliche Talentempfehlung des Berichterstatters: Sidney, Verteidiger von Inter, gerade 18 geworden.

Hinter Botafogo, das, wie gesagt, überraschend an der Spitze steht mit 3 Punkten Vorsprung, folgen nach sieben Runden – ebenfalls überraschend – Parana mit 14 und dann SãoPaulo mit 13. Dahinter eine Dreiergruppe mit 12 Punkten: Goiás, Pokalsieger Fluminense und Corinthians São Paulo, der Meister vom vorherigen Jahr.

In der Abstiegszone haben sich bereits drei Mannschaften eingefunden, die eben aus der 2. Liga aufgestiegen sind: Sport Recife, Náutico Recife und América Natal, alle drei aus dem armen Nordosten Brasiliens. Als vierte Mannschaft in der Abstiegszone steht Flamengo Rio de Janeiro, die gerade eben noch die Staatsmeisterschaft gewonnen hatte, der Rekordmeister und Club mit der grössten Anhängerschaft in Brasilien. Das könnte eine heisse Saison werden für Flamengo.


Veröffentlicht am 27. Juni 2007 in der "Berliner Umschau"

Originalartikel

'Copa America' in Venezuela hat begonnen

Argentinien und Brasilien Favoriten bei verstärkter Südamerika-Fussballmeisterschaft

Von Karl Weiss

Am Dienstag begann die „Copa America“ in Venezuela, die Meisterschaft der Nationalmannschaften aus Amerika, das Gegenstück zur ‚Eurocopa’. Genau gesagt ist es die Südamerika-Meisterschaft, den sie wird vom südamerikanischen Verband ausgetragen. Man lud allerdings die letzten Male, so wie auch jetzt wieder, jeweils die Nationalmannschaften der USA und Mexikos dazu ein, so dass so etwas wie eine Amerika-Meisterschaft entsteht, ohne dass man 64 Kleinstaaten Mittelamerikas und der Karibik berücksichtigen muss.

Diese Meisterschaft ist allerdings noch nicht in den internationalen Kalender der Fifa eingegangen, denn aus unbekannten Gründen lässt man sie nicht parallel zur Eurocopa stattfinden. So haben ein grosser Teil der in Europa beschäftigten Spieler für die ‚Copa America’ abgesagt, denn sie geben an, sie bräuchten eine Zeit der Erholung vor der neuen langen Saison in Europa.

Das trifft vor allem auf die brasilianischen Stars Ronaldinho und Kaká zu, wie auch auf einige argentinische Spieler. Die Abwesenheit von Ronaldo und Roberto Carlos, wie auch von Cafú und Emerson, ist aber nicht darauf zurückzuführen. Sie wurden vielmehr seit dem desaströsen Auftritt gegen Frankreich bei der Weltmeisterschaft überhaupt nicht mehr zu Spielen der brasilianischen Auswahlelf berufen.

So hat sich nun die grosse Chance für Diego von Werder ergeben, von Anfang an das Trickot mit der Nummer 10 der brasilianischen Auswahl tragen zu können.

Für einen weniger mit dem südamerikanischen Fussball vertrauten werden auch noch andere unbekannte Namen in der Aufstellung von Brasilien auftauchen, die aber in Wirklichkeit bereits neue Stammspieler sind. Da ist vor allem im Sturm zusammen mit Robinho von Real Madrid Vagner Love (das ist natürlich ein Spitzname), der bei ZSKA Mosakau spielt, ein echt Schwarzer mit gutem Torinstinkt. Ein anderer, der noch wenig bekannt ist in Europa ist Elano, Spieler von Schachtjor Donezk in der Ukraine, der voraussichtlich zusammen mit Diego das offensive Mittelfeld stellen wird.

Damit werden mit Diego, Robinho und Elano drei der vier offensiven Spieler der brasilianischen Stammelf bei diesem Wettbewerb Spieler von Santos aus der brasilianischen Meistermannschaft 2002 sein. Damals waren die drei 17, 18 und 19 Jahre alt (in der Reihenfolge der Nennung).

Übrigens ist Gilberto von Hertha jetzt Stammspieler als linker Aussenverteidiger in der brasilianischen Mannschaft. Gilberto Silva von Arsenal wird als defensiver Mittelfeldspieler Kapitän der Mannschaft sein.

Allerdings hat Brasilien diese Copa America noch keineswegs gewonnen. Wie man hört, wird Riquelme wieder für Argentinien spielen, obwohl er schon einmal seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt hatte. Damit ist Argentinien heisser Favorit.

Der Modus ist etwas kompliziert, aus Gründen, die wohl nur der südamerikanische Verband kennt.

Es sind insgesamt zwölf Mannschaften, davon 10 die Fussball-Länder Süddamerikas (Guyana und Surinam haben keine Nationalmannschaften, die für einen solchen Wettbewerb kandidieren und Französisch Guyana ist Teil Frankreichs).

In Gruppe A spielen Uruguay, Peru, Venezuela als Gastgeber und Bolivien (das ist offensichtlich eine viel zu leichte Gruppe angesichts der Schwergewichte in den anderen Gruppen. Wahrscheinlich der Versuch, Uruguay mit Gewalt ins Viertel- und Halbfinale zu bringen angesichts der weiterhin bestehenden Vorherrschaft von Uruguay im Verband).

Gruppe B bilden Brasilien, Mexiko, Equador und Chile. Das dürfte eindeutig werden für Brasilien und Mexiko.

Die Gruppe C schliesslich besteht aus Argentinien, den USA, Paraguay und Kolumbien. Das ist eine Ansammlung von Schwergewichten in einer Gruppe, die anscheinend absichtlich herbeigeführt wurde. Wollte man Argentinien mit schweren Spielen eindecken? Hier dürfte nur Argentinien als einer der ersten beiden feststehen. Die drei anderen haben alle das Zeug, der andere zu sein.

Es kommen dann nicht etwa nur die beiden Ersten jeder Gruppe weiter, sondern zusätzlich die beiden besten Dritten. Dabei haben der Sieger von Gruppe A und der Zweite von Gruppe B den grossen Vorteil, gegen eine Mannschaft antreten zu können, die nur dritter ihrer Gruppe wurde. Wiederum eine deutliche Bevorteiligung des vermutlichen Gruppenersten A (Uruguay).

Dagegen müssen sowohl die beiden ersten der C-Gruppe als auch der Erste der B-Gruppe gegen Gruppenzweite antreten (Speziell muss der Gruppensieger B (nach normalem Verlauf der Dinge Brasilien) gegen den zweiten der „Todesgruppe“ C antreten, das könnte im Extremfall bereits im Vietelfinale Argentinien sein.

Dann im Halbfinale spielen nicht etwa jeweils die Sieger von Paarungen des Ersten und Zweiten gegen solche, bei denen auch dritte in der Paarung waren, sondern es spielen exakt jene beiden gegeneinander, die aus Paarungen von Ersten und Zweiten hervorgegangen sind und im anderen Spiel jene beiden, bei deren Paarungen auch Dritte dabei waren. Damit wird mit aller Macht versucht, Argentinien und Brasilien, die vermutlich Gruppensieger werden, spätestens im Halbfinale gegeneinander kommen zu lassen, so dass Uruguay (als Vermutlicher Gruppenerster Gruppe A) die Chance bekommen könnte, bis ins Endspiel zu gelangen und dort vielleicht Glück zu haben.

Man möchte fast Brasilien den Rat geben, nur Gruppenzweiter zu werden, denn der muss sich im Viertelfinale nur dem Besten Dritten stellen, aber das sind immer zweifelhafte Ratschläge.

Wenn es irgendeine Möglichkeit gibt, dass Uruguay noch eine solche ‚Copa America’ gewinnen könnte, dann wäre es diesmal.

Das Endspiel wird am 15 Juli ausgetragen werden.


Veröffentlicht am 27. Juni 2007 in der "Berliner Umschau"

Originalartikel


Zusatz vom 27.6.2007:
In den ersten beiden Spielen der Gruppe A gab es folgende Ergebnisse: Uruguay - Peru 0:3, Venezuela - Bolivien 2:2
Damit könnte der Traum Uruguays vom Sieg bereits ausgeträumt sein, während Peru die Vorteile für den Ersten der Gruppe A ausnutzen könnte.
Die in Deutschland gut bekannten Pizarro und Guerrero von Peru waren ausschlaggebend für den Sieg. Pizarro dirigierte das peruanische Team, Guerrero trug ein Tor zum Sieg bei.

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