Der globale Krieg gegen Drogen ist verloren

Die USA und Mexiko wollen nichts ändern

Von Karl Weiss

Es wurde von der UNO eine weltweite Kommission für die Bekämpfung der Drogen eingesezt, die nach ausführlichen Studien und Befragungen zu dem Schluss kam: Der weltweite Krieg gegen die Drogen ist verloren. Die Kommission schlug die Legalisierung bestimmter Drogen vor ebenso wie das generelle Ausschliessen aus der Kriminalisierung von Personen, die lediglich Drogen konsumieren.

Man muss sich in aller Ruhe die Zusammensetzung dieser Kommission ansehen, um die Bedeutung dieser Entscheidung zu verstehen. Sie ist nicht zusammengesetzt aus libertinen Idioten, die keine Ahnung haben von der Gefährlichkeit der Drogenbarone und allem, was damit zusammenhängt.

Im Gegenteil, sie war zusammengesetzt aus dem ehemaligen Präsidenten von Mexico, Ernesto Zedillo (Mexico ist das wichtigste Drogen-Durchgangsland, was Kokain betrifft), dem ehemaligen brasilianischen Präsidenten Fernando Henrique Cardoso (Brasilien ist wesentliches Drogen-Konsum- und –Durchgangs-Land für Kokain und Marihuana), dem ehemaligen UNO-Chef Kofi Annan sowie weiteren aktuellen (wie dem griechischen Premier-Minister George Papandreu) und ehemaligen Welt-Leadern: Der frühere Kolumbianische Präsident Cesar Gavirio (Kolumbien ist das meist erfahrene Drogen-Anbau-Land), der ehemalige Chef der US-Reserve Paul Volcker (die USA sind das Drogen-Konsum-Land Nr. 1) und der bekannte Wirtschaftsführer Sir Richard Branson, Leute, denen man bestimmt keine liberale Einschätzung der Drogen-Fragen vorwerfen kann. Eher könnte man die Zusammensetzung der Kommission als einseitig konservativ ansehen.

Dazu kamen Komissionsmitglieder wie die bekannten Lateinamerikanischen Schriftsteller Carlos Fuentes und Mario Vargas Llosa (ein bekannter konservativer peruanischer Schriftsteller), der frühere US-Aussenpolitik-Verantwortliche Javier Solana und George Schultz, ein früherer US-Aussenminister (die USA sind die eigentliche Quelle der heutigen Drogenpolitik.).

Im wesentlichen handelt es sich also um konservative Politiker, die normal eigentlich immer dazu tendieren, auf Drogen-Probleme mit Kriminalisierung und „harter Hand“ zu reagieren.

Die Autoren der Studie sagen klar und deutlich:

„Der gegenwärtige Krieg gegen die Drogen ist unbrauchbar. Es müssen dringend Änderungen angebracht werden.

Die jetzige Antwort auf das Drogenproblem ist nicht effektiv, es müssen schnellstens neue gefunden werden.

Die wichtigste Massnahme wird sein, ab sofort reine Benutzer von Drogen nicht mehr zu kriminalisieren. Die bisherige Politik in Bezug auf die Verbraucher führte zu Tausenden von Toten und einer grossen Szene von „Gesetzlosen“. Wer Drogen zu sich nimmt, aber niemanden etwas antut, soll nicht mehr bestraft werden.

Es wird erklärt, dass alle reinen Konsumenten, die keinerlei Taten gegen andere begehen, ab sofort nicht mehr belangt werden sollen.

Es wird ganz speziell Kritik an jenen Regierungen geübt, die behaupten, der aktuelle „Krieg gegen die Drogen“ sei effektiv. (Es braucht nicht besonders angeführt zu werden, dass damit vor allem die Regierungen der Vereinigten Staaten, Mexikos und von Kolumbien gemeint sind.)

Es wird eine unmittelbare Veränderung der Drogen-Politk empfohlen. Diese (ehemaligen) Führer sagen, eine sensible Änderung der Drogen-Politk sei möglich und notwendig, aber viele Regierungen in aller Welt würden immer noch behaupten, die gegenwärtigen Mittel gegen die Drogen seien effektiv, während sie dies in Wirklichkeit nicht sind.

Die internatiomnalen Führer erklärten, dass die Drogen entkriminalisiert werden und die User nicht als die Bösen, als die Kriminellen, als die Marginalen, sondern als die Patienten behandelt werden müssten. Sie erklären, in einigen Ländern ist diese Politik bereits erfolgreich, während viele Regierungen rund um die Welt weiterhin so tun, als sei die militärische Anti-Drogen-Politik erfolgreich, während sie es nicht ist.

Die internationale Komission kritisiert speziell die Vereinigten Staaten, die in diesem Fall die Verhinderung von Übertretungen vergessen müssten und stattdessen eine Strategie verfolgen sollten, die Menschenrechte und Gesundheits-Themen in den Vordergrund stellen.

„Wir hoffen, die USA werden zumindest anfangen darüber nachzudenken, dass Alternativen bestehen.“ sagte der frühere mexikanische Präsident Gaviria und betonte: „Wir sehen die USA nicht in dem Masse sich envolvierend für jene Dinge, die für unsere Länder interessant sind.“

Anstelle von Verurteilungen von Drogen-Konsumenten sollten die Regierungen mit Modellen arbeiten, die organisierte kriminelle Organisationen ihre Vorteile nehmen und statt dessen solche legalen Modelle bevorzugen, die organisierte kriminelle Organisationen aus dem Geschäft heraushalten und stattdessen Behandlungsmöglichkeiten und Gesundheits-Checks für die Abhängigen sowie Behandlungs-Angebote anbieten.

Wer sich im Orginal u.a. den ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton ansehen will sowie andere Prominente, die für diese Politik werben, kann sich dieses Video zu Gemüte führen, wo innerhalb von wenigen Minuten alle wesentlichen Argumente angesprochen werden:

http://www.youtube.com/watch?v=rXWdKsA8EFU&feature=relmfu

Der Trailer nennt sich ‚Breacking the Taboo‘ und, wenn ich das richtig verstanden habe, wird da ein Film mit diesem Titel folgen.

Dies ist die englische Version, aber es gibt dies sicherlich auch auf Deutsch.

Es wird vor allem damit argumentiert, dass trotz heftigster Verfolgung der Gebrauch von Drogen nicht verringert werden konnte, sondern ein ständig wachsendes Geschäft ist:

Die Verwendung von Opiaten, also vor allem Heroin und Opium, hat von 1998 bis 2008 um 34,9 % zugenommen auf etwa 20 Millionen von Konsumenten.

Die Verwendung von Kokain und dessen Derivaten hat im gleichen Zeitraum um 26,9% zugenommen auf ebenfalls etwa 20 Millionen von Konsumenten.

Der Gebrauch von Cannabis, also „Marihuana“ und dessen Derivate hat zwar in diesem Zeitraum nicht so extrem zugenommen, nur um 8,5 %, aber diese Art von Droge wird nun bereits von über 50 Millionen von Menschen konsumiert.

Angesichts solcher Zahlen kann man wirklich nicht sagen, der „Krieg gegen die Drogen“ sei erfolgreich, es scheint eher so zu sein, dass man gegen Windmühlenflügel kämpft – und vor allem offensichtlich mit völlig falschen Methoden und Mitteln.

Was speziell Cannabis betrifft, so ist offensichtlich, bei einem so weit verbreiteten Konsum und der bewiesenen Harmlosigkeit der Droge, muss eine Freigabe ernsthaft in Erwägung gezogen werden.

Der frühere brasilianische Präsident Fernando Henrique Cardoso hat in der Zeit seiner Präsidentschaft eine „harte Hand“-Politik verfolgt gegen die Drogen, und sagt nun, als ehemaliger Präsident: „Wenn man Zugang zu neuen Informationen bekommt, muss man eben seine Meinung ändern.“

Doch es kam bereits die Antwort von den Regierungen der Vereinigten Staaten und Mexikos: Sie lautet schlicht „Nein“.

Man müssen alles genau so weiter machen wie bisher, tönt es von dort. Solange also die USA die Herren der Welt sind, wird die Drogenpolitik so bleiben, wie sie ist.

Höchste Zeit, dass die US-Politik den Bach runter geht!
VT - 8. Jun, 02:39

"Internationale Führer" oder doch eher Böcke als Gärtner?

Die Drogenpolitik sei gescheitert? – ja, dass sagen diese "Experten" immer wieder:

"Der Westen ist gescheitert" -- Drogenanbau in Afghanistan (2009):
http://www.n-tv.de/politik/Drogenanbau-in-Afghanistan-article385964.html

Die Wahrheit ist allerdings, dass hier die Böcke zum Gärtner gemacht werden. Denn genau Jene die hier zu Rate gezogen werden, sind mitverantwortlich für den weltweiten Drogenhandel. Schließlich hatten sie lange genug Zugang zu den angeblichen Schaltstellen der Macht, um genau zu wissen wer bzw. was hinter all dem steckt.

Das wusste der ansonsten geschätzte Bürgerjournalist auch schon mal besser:

Afghanistan - Die Drogen - 'Connection', Teil 1 & 2:
http://karlweiss.twoday.net/stories/2699037
http://karlweiss.twoday.net/stories/2849636

Hier wird das alles ebenfalls bestätigt:

Drogenproduktion Afghanistan -- Größter Opiumproduzent der Welt:

Zitat:
"Nachdem die US-Armee und ihre Vasallen das Land besetzt haben, stieg die Produktion von Opium in Afghanistan sprunghaft an. Die CIA ist mit Billigung der Regierungen der USA einer der gewichtigen Protagonisten am internationalen Drogenhandel. Über das Kosovo und Albanien, zwei Mafia-Staaten, die unter dem Schutz der US-Armee und der CIA stehen, wird das aus dem afghanischen Opium gewonnene Heroin in Europa vertrieben. Die 5000 Tonnen Opium, die im von der NATO besetzten Afghanistan jährlich geerntet werden, bringen bei einem Preis von 16.000 Dollar pro Kilo, Erlöse von 80 Milliarden Dollar jährlich. Dieses Schwarzgeld regiert seit Jahrzehnten die Welt.

Der ehemalige General der russischen Streitkräfte in Afghanistan, Mahmut Gareev, sagt in einem Interview mit RussiaToday:

"Die Amerikaner stoppen nicht die Drogenproduktion in Afghanistan, vielmehr finanzieren sie sich damit. ... Die Amerikaner geben zu, dass sie Drogen oftmals in ihren eigenen Flugzeugen außer Landes bringen. Der Drogenhandel bringt ihnen im Jahr 50 Milliarden Dollar ein. Sie tun nichts, um den Drogenhandel zu stoppen. Sie antworten nur militärisch, wenn sie angegriffen werden. Es gibt keinen militärischen Plan, die Mujahedin zu eliminieren. Vielmehr wollen sie die Taliban zu mehr Aktivitäten in den angrenzenden Ländern ermuntern. Die Amerikaner wollen die gesamte Region destabilisieren, um die militärische Oberhoheit in diesem Teil der Welt zu erringen.""


Quelle: http://de.metapedia.org/wiki/Afghanistan#Drogenproduktion

Mir ist auch nicht klar, warum die im Bericht aufgezählten Personen als "internationale Führer" bezeichnet werden. Erstens sind es keine solchen, da wir zum Glück noch keine Weltregierung haben, noch bräuchten wir so etwas.

Die Zukunft, falls wir überhaupt noch eine haben, liegt in der Regionalität und nicht in der Globalisierung.

Hier einige Beispiele dafür wozu der ach so saubere Westen die Drogengelder nutzt:

Dreckiges Geld, saubere Helfer:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13687128.html

Bericht: US-Banken waschen Gelder für den mexikanischen Drogenkrieg:
http://www.propagandafront.de/135310/bericht-us-banken-waschen-gelder-fur-den-mexikanischen-drogenkrieg.html

Gute Geschäfte mit den Drogendealern:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,709711,00.html

Die Geldwäsche der Banken, für den Drogen- Waffen Handel und über Projekt Entwickler:
http://geopolitiker.wordpress.com/2010/09/05/die-geldwasche-der-banken-fur-den-drogen-waffen-handel-und-uber-projekt-entwickler

Finanzkrise: Wurden Banken mit Drogengeld gerettet?:
http://www.focus.de/finanzen/boerse/finanzkrise/finanzkrise-wurden-banken-mit-drogengeld-gerettet_aid_365056.html

Banken auf Drogen:
http://www.sueddeutsche.de/geld/rettung-durch-schmutziges-geld-banken-auf-drogen-1.469867

The Drug War Industrial Complex:
http://www.chomsky.info/interviews/199804--.htm

Documents related to -- the Iran/contra affair:
http://www.pinknoiz.com/covert/irancontra.html

Afghanistan 2004 -- Ein Blick hinter die Kulissen:
http://www.bmlv.gv.at/pdf_pool/publikationen/bericht-rt-afghanistan.pdf

Fazit:
Der Westen verhindert keinen Drogenanbau, sondern fördert diesen, um seine im großen Stil betriebenen dreckigen Geschäfte, wie u.a. Finanzbetrügereien, Geheimdienstoperationen und Kolonialkriege zu finanzieren.

Das Ganze dient einerseits der Ausbeutung der Ressourcen armer Länder und andererseits der gezielten Vernichtung von "überschüssigen Menschenmaterial" in den westlichen Nationen. Hinzu kommt die ständige "Angstdiplomatie", um das Wahlvolk bei der Stange zu halten. Das Ganze wird nicht nur mit freundlicher Unterstützung der Bankenelite gewinnbringend zelebriert, sondern gerade durch die Machenschaften dieser herausgefordert.

Die sogenannte Drogenbekämpfung ist ein Lippenbekenntnis, eine Farce, zur Beruhigung des Gewissens der sogenannten Bildungsbürger.

Ich hatte persönlich einmal mit einem Ex-Drogenabhängigen zu tun. Und dieser hatte zu meiner Überraschung eine ganz klare Meinung zum Thema Drogenfreigabe.

Er sagte, dass dürfe man niemals zulassen, denn es wäre für sehr viele Menschen das Todesurteil.

Wenn jemand der aus der Drogenszene kommt und sich so dezidiert gegen die Freigabe ausspricht, sollte man hellhörig werden.

Abgesehen davon haben wir ja anhand unserer Recherchen gelernt, dass das Drogengeschäft gar nicht bekämpft werden soll, sondern insgeheim gefördert wird.

Und was soll unter diesen Umständen besser werden? – genau, nichts!

Hier hilft nur eins, weg mit diesem faschistischem Konglomerat aus Wirtschaft, Hochfinanz und Politik. Gerade auch deshalb, weil die Ursachen für den Drogenkonsum in den von diesen Kreaturen geschaffenen, menschenverachtenden Verhältnissen begründet sind. Und die Ursache des Drogenkonsums, ist eben nicht die Art seines Handels, sondern sind die gesellschaftlichen Verhältnisse.

Diese Verhältnisse gilt es zu ändern!

FG|VT

Ich sehe in naher Zukunft eine Krise heraufziehen. In Friedenszeiten schlägt die Geldmacht Beute aus der Nation, und in Zeiten der Feindseligkeiten konspiriert sie gegen sie. Sie ist despotischer als eine Monarchie, unverschämter als eine Autokratie, selbstsüchtiger als eine Bürokratie. Sie verleumdet all jene als Volksfeinde, die ihre Methode in Frage stellen und Licht auf ihre Verbrechen werfen. Eine Zeit der Korruption an höchsten Stellen wird folgen, und die Geldmacht des Landes wird danach streben, ihre Herrschaft zu verlängern, bis der Reichtum in den Händen von wenigen angehäuft und die Republik vernichtet ist. -- Abraham Lincoln, 16. US-Präsident am 21.11.1864, 1809 -1865

Karl Weiss - 8. Jun, 15:04

Bitte um Entschuldigung

Hallo V.T.,

danke für den zweiten Teil des Artikels.

Sie haben vollständig Recht. Selbstverständlich war der Artikel nicht fertig. Er stellte erst eine Seite dar und lässt völlig die andere Seite weg, die Sie nun klar dargestellt haben.

Selbstverständlich habe ich auch nicht die beiden Afghanistan-Artikel vergessen, die Sie freundlicherweise gleich verlinkt haben. Einer von ihnen ist hier im Blog unter den 50 meist gelesenen.

Ich hatte gestern Abend einen Termin und musste mich kurzfristig entscheiden, ob ich den Artikel halbfertig reinstelle oder erst übermorgen dazu komme, ihn zu vervollständigen. Da habe ich die falsche Entscheidung gefällt, ihn reinzustellen mit einem hingeschluderten Schluss, statt ihn zuerst fertigzustellen.

Nun haben Sie mir die Arbeit abgenommen.

Entschuldigung an alle Leser!

Ich verspreche, mich in Zukunft zu bessern und nur vollständige Artikel in das Blog zu stellen.

Was übrigens die Sache mit der Freigabe der Drogen betrifft, so gibt es niemanden Vernünftigen, der eine Freigabe von Opiaten oder Kokain und seinen Derivaten verteidigt. Es geht bei dem erwähnten Vorschlag nur um das harmlose Cannabis und um die Ent-Kriminalisierung der Drogen-User.
VT - 8. Jun, 16:30

Gerne geschehen!

Es war wirklich keine böse Absicht meinerseits Ihren Artikel im voraus zu vervollständigen. Schließlich konnte ich den Hintergrund hierfür nicht erkennen.

Das Sie meinen Kommentar als passende Ergänzung zu Ihrem Artikel empfinden freut mich sehr und ich habe es gerne getan. Auch Ihre offene Reaktion freut mich ungemein, denn Sie haben meine Darstellung nicht als persönlichen Angriff, sondern als eigenständige Meinung, oder gar Bereicherung gewertet. Und so sollte es sein – Danke!

Es ist ja auch Sinn und Zweck eines Blogs die unterschiedlichen Meinungen, Erkenntnisse und Philosophien zusammenzutragen, um sich ein besseres Gesamtbild über die Abläufe auf der Welt machen zu können, als dies im Mainstream möglich wäre.

Schade nur, dass nicht mehr Kommentatoren hier ihre Meinung wiedergeben, denn Ihre kontinuierliche Arbeit hätte dies verdient. Ein Grund hierfür ist sicherlich auch, dass es bereits sehr viele Blogs gibt und sich dadurch die Leserschaften schon sehr verteilen. Dies ist einer der Gründe, warum ich selbst damit bislang nicht angefangen habe. Denn ab einer bestimmten Anzahl fungieren solche Seiten nicht mehr als Kristallisationspunkte – dies sollten sie aber sein, wie ich meine.

Aber was nicht ist, kann ja noch werden...

FG|VT

PS: Sie sollten in den nächsten Tagen eine Mail von mir erhalten. Der Betreff lautet: "Chemie in den Wolken". Ich bitte Sie darum sich dem darin angesprochenen Thema einmal verstärkt zu widmen. Und zwar unabhängig davon, ob Sie dies zunächst für unmöglich halten. Ich bin gerne bereit Sie dabei zu unterstützen, wenn es darum geht weitere Quellinformationen zu beschaffen. Es geht mir im Kern darum, einen ergebnisunabhängigen Klärungsprozess einzuleiten. Diesen halte ich für dringend angebracht, da dies mittlerweile ein breit diskutiertes Thema ist. Es wäre eine unfassbare Katastrophe, wenn sich der darin enthaltene Verdacht, als Wahrheit herausstellen würde!

Danke vorab!

Es gibt kein Verbrechen, keinen Kniff, keinen Trick, keinen Schwindel, kein Laster, das nicht von Geheimhaltung lebt. Bringt diese Heimlichkeiten ans Tageslicht, beschreibt sie, macht sie vor aller Augen lächerlich, und früher oder später wird die öffentliche Meinung sie hinwegfegen. Bekanntmachung allein genügt vielleicht nicht; aber es ist das einzige Mittel, ohne das alle anderen versagen. – Josef Pulitzer
bombjack - 10. Jun, 10:38

[...]Ich hatte persönlich einmal mit einem Ex-Drogenabhängigen zu tun. Und dieser hatte zu meiner Überraschung eine ganz klare Meinung zum Thema Drogenfreigabe.
Er sagte, dass dürfe man niemals zulassen, denn es wäre für sehr viele Menschen das Todesurteil.
[...]

Hm....

a) Soviel ich weiß sind selbst "Harcore Legalisierungsbefürworter" nicht für eine völlig Freigabe von Drogen wie z.B. ähnlich einer Selbstbedienung im Supermarkt.

b) Sorry, die Aussage von dem Abhängigen hinkt meiner Meinung nach etwas...denn die Illegalität sorgt erst dafür, dass die Sucht für viele Menschen einem Todesurteil gleich kommt, denn wenn Leute auf der Suche nach ihren Stoff den Müll nach Fentanyl-Pflastern durchwühlen vgl. http://www.express.de/news/panorama/der-gefaehrliche-rausch-aus-den-schmerzpflastern/-/2192/8509298/-/index.html ist dies für mich ein Ausdruck, das da was falsch läuft.

c) Sehr provokant gefragt: Ist eine Sucht (egal ob körperlich oder psychisch) immer negativ zu sehen? Opiate machen zwar psychisch und körperlich abhängig, nur schädigen diese den Körper so gut wie nicht, natürlich nur unter der Voraussetzung, dass der Konsum und das Produkt bestimmten Standards folgt. Meiner Meinung nach könnte ein Heroin-Süchtiger, wenn er mit seiner Droge versorgt wird durchaus trotz Sucht sehr alt werden und das Heroinprojekt hat da auch schon gezeigt, das bei den betroffenen dann der Wille zur Reduzierung des Konsums da ist vgl. http://www.heroinstudie.de/ergebnisse_patienten.html

d) Aus meiner Erfahrung mit Opiaten und Opiat-Derivaten bin ich der Meinung, dass auch mit diesen Substanzen ein sozial-verträglicher Gebrauch möglich ist und ja ich gehe sogar soweit, dass dies mit so gut wie allen Substanzen möglich ist, da für mich die Unterscheidung zwischen "harte und weiche Drogen" obsolet ist und es eher auf den Konsum ankommt. Das vermeintlich weiche Cannabis kann bei dem 14-Jährigen Bong-Raucher eine recht harte Droge sein, während das harte Kokain in Form der Koka-Blätter auf dem Niveau von Kaffee liegt. Raucht man Kokain als Crack hat dies ein weitaus stärkeres Abhängigkeitspotential als wie wenn es nasal oder gar oral konsumiert wird usw.

e) Interessant ist in dem Zusammenhang das z.B. der Konsum von Heroin in Form von 2.5 mg Tabletten eben nicht diese verheerenden Auswirkungen hatte wie wenn es i.v. konsumiert wird vgl. http://wwwu.uni-klu.ac.at/gossimit/pap/guest/heroin.htm

f) Ich stelle da auch dann die Frage ob es sein kann, dass Personen die von Opiaten abhängig werden, vielleicht ein Problem (sei es Unempfindlichkeit, zu wenig Produktion usw.) in ihrem eigenen Endorphin-Haushalt haben? Mir ist da vor Jahren ein Vorfall passiert, der mich auf die Idee brachte: Versehentlich nahm ich einen kurzen Atemzug (durch die Nase) von einem vorher verschlossenen Kolben der Reste einer konz. Ammoniak-Lösung enthielt. Der Schmerzreiz in der Nase und Nebenhöhlen war so heftig, dass vor meinen Augen ein weißer Blitz erschien. Allerdings nachdem der Schmerz abgeklungen war, erlebte ich für ca. 20 bis 30 min das gleiche Gefühl, als wie wenn ich z.B. Morphium oder Tilidin konsumiert hätte d.h. die körper-eigenen Endorphine stehen von der Wirkung her den Opiaten in nichts nach, was für mich wiederum bedeutet, dass u.U. die Möglichkeit besteht, dass bei jemandem der von Opiaten abhängig wird ein medizinisches Problem besteht und das niedrig dosierte Opiate durchaus entspannend, stimmungs-aufhellend und antidepressiv wirken können, weiß jeder der aus hedonistischen Gründen schon mal diese konsumiert hat.

Daher habe ich so meine Zweifel ob eine Legalisierung wirklich für viele Menschen ein Todesurteil wäre....bzw. ob die Betroffenen mit der Verfolgung und dem Druck der dadurch aufgebaut wird soviel besser dran sind. Zudem ist doch auch in dem letzten Kaff die ganze Palette vorhanden d.h. die Illegalität ist so gut wie kein Hindernis, ebenso wie die Strafbarkeit bei der Abwägung des Konsums sehr weit hinten ansteht. Zudem gibt es genügend Leute die auch mit diesen Substanzen einen sozial-verträglichen Gebrauch praktizieren ohne dass diese auffällig werden und damit irgendwo auftauchen.

bombjack
VT - 11. Jun, 01:35

@bombjack

bombjack sagt: "Sorry, die Aussage von dem Abhängigen hinkt meiner Meinung nach etwas...denn die Illegalität sorgt erst dafür, dass die Sucht für viele Menschen einem Todesurteil gleich kommt..."

VT antwortet: Mein Bekannter ist zum Zeitpunkt seiner Aussage schon seit einigen Jahren KEIN Heroin-Abhängiger mehr gewesen. Natürlich ist das zunächst einmal als Einzelmeinung zu betrachten. Aber diese nehme ich ernster, als dass was ich von irgendwelchen "Drogenbeauftragten" höre.

Wie gesagt, mein Bekannter überraschte mich selbst mit seiner, im übrigen vehement vorgetragenen Aussage.

Er war sich, aus seiner eigenen Erfahrung heraus, ganz sicher, dass ein freier Handel mit harten Drogen zu einer starken Ausbreitung derselben führen würde. Er argumentierte, dass es aufgrund des mangelnden Wissens bzw. der leichtsinnigen Verhaltensweisen vieler Menschen, im Bezug auf den Umgang mit Drogen, zu einem Dammbruch bei dessen Konsum kommen würde. Dass dies die Anzahl der Opfer nach oben treiben würde, war für ihn eine feststehende Tatsache.

Das Hauptargument auch und gerade von diesem Ex-Abhängigen gegen die Freigabe, ist der mögliche Missbrauch durch den oft bei Jugendlichen oder jungen Erwachsenen entstehenden Gruppendruck. Sich diesem zu entziehen, ist wahrlich nicht jedem gegeben. Es fängt häufig mit Kleinigkeiten an und mutiert letztlich zu einer Art Selbstläufer. Die Betroffenen beginnen sich immer mehr aus dem eigentlichen Bekanntenkreis zurückzuziehen, bis sie ganz in die Drogenszene eintauchen und ihre früheren Beziehungen zur "Normalität" verlieren.

Ich persönlich finde es wichtiger darüber nachzudenken, warum Menschen überhaupt zu Drogen greifen.

Es muss Gründe dafür geben. Und diese gilt es zu bekämpfen, denn die Einnahme, insbesondere von sogenannten harten Drogen, scheint mir ein Fluchtmittel vor etwas zu sein. Dieses "Etwas", ist sicherlich individuell zu betrachten.

Der eine mag sich z.B. für besonders "stark" gehalten haben, wieder andere sind an dem Leistungsdruck der Schule bzw. dem diesbezüglichen ihrer Eltern gescheitert usw. usf..

Gescheitert am System, wie ich meine. Das gilt sowohl für den Drogenabhängigen selbst, als auch für das häufig blind agierende Umfeld desselben.

Denn dass System suggeriert manchen, dass sie nichts Wert sind, wenn sie dem Leistungsdruck nicht gewachsen sind. Andere verfallen dem Irrglauben, dass sie unbesiegbar wären, weil doch in unserer Gesellschaft schließlich jeder sein Leben selbstbestimmt führen könnte.

Das Dumme ist nur, dass der Mensch in aller Regel, ohne eine funktionierende Gemeinschaft im Rücken, keine wirkliche Überlebenschance hat. Und dass wissen die Herren des Systems ganz genau. Denn sie sind es nicht, denen es an Organisation mangelt, sondern den von ihren PR-Organisationen fehlgeleiteten Individuen.

Sie teilen die Gesellschaft bewusst in Gruppen auf, folgerichtig heißt eine ihrer ultimativen Taktiken "Teile & herrsche".

Mit Herren des Systems meine ich übrigens keine kokainabhängigen Millionärssöhnchen aus dem gemeinen Geldadel, sondern die echte Elite, also milliardenschwere Familiendynastien, die die Fäden der Macht hinter den Kulissen in ihren Händen halten.

Was ich über die harten Drogen gesagt habe, gilt in allerdings abgeschwächter Form auch für die "weichen" Drogen.

Fest steht, jährlich sterben hunderte Menschen an den Folgen ihrer Drogensucht. Und wer sich vorstellen kann, was das für Hinterbliebenen, dieser oft noch recht jungen Menschen bedeutet, der weiß auch welches Leid diese Suchtmittel verursachen.

Abgesehen davon, bleibt mein Argument von oben, unabhängig von Deinen oder meinen persönlichen Erfahrungen mit Drogen bestehen. Denn die Bekämpfung des Drogenhandels wird bewusst von den Eliten aus Politik und Wirtschaft verhindert. Ja es ist umgekehrt, sie sind die Dealer, die Mafia, so, wie sie auch der Terror sind.

Dies alles lässt sich Beweisen! Eine Freigabe also, ist aus politischen Gründen heraus gar nicht erwünscht. Das impliziert auch, dass sowohl ein ernstgemeintes Verbot, als auch eine alternativ realisierte Akzeptanz von Drogen, nur durch einen gesamtgesellschaftlichen Prozess zur Änderung unseres "Kastensystems" umgesetzt werden könnte.

Derartige Veränderungen sind aber nicht von der Elite zu erwarten, sondern können nur von einem ethisch-moralisch gereiften Volk, u.a. durch Austausch eben dieser Eliten, erstritten werden.

Und hier haben wir den Knackpunkt -- ethisch-moralisch gereiftes Volk -- schau Dir das TV-Programm an, die Kinofilme, die Werbung, den Profisport usw. usf.

Was siehst Du dort, was will uns die Elite zeigen? -- Brot und Spiele, Mord und Totschlag, Geld regiert die Welt, sei Du selbst, sei cool.

Kennst Du die wichtigste Regel der satanischen Bibel?

Sie lautet "Do What Thou Wilt" (Mach was DU willst!)

Dass ist IHRE Regel, DIE Regel der Elite!

Dieses falsche Dogma versuchen sie, als bewusst installierte Überforderung, in jeden einzelnen Menschen einzupflanzen. Und dass zwangsläufige "Scheitern" des fehlgeleiteten und konsumgesteuerten Individuums an diesen falschen Idealen ist es, was die menschlichen Gemeinschaften zerstört.

Während die elitären Familien ihre Macht gezielt intern weitervererben, machen sie uns das Bild von der "offenen Leistungsgesellschaft" glauben, laut der wir alle gleich seien und in der nur der Beste, der Größte werden kann. Und alle rennen, den Lemmingen gleich, dieser Fata Morgana mit ihrer eugenischen Logik hinterher.

Ich sehe das Drogenproblem eher als Teil des großen Ganzen und weniger als isolierte Angelegenheit.

Auch halte ich nichts von Diskussionen bei denen es darum geht, ob eine Abhängigkeit mehr oder weniger schädlich ist. Das führt zu nichts, denn es ist, wie wenn man mit einem Raucher übers Rauchen diskutiert. Sobald der Nichtraucher sagt Rauchen macht Krebs, entgegnet der Raucher, dass sein Onkel trotz seines hohen Tabakkonsums 98 Jahre alt wurde und an Altersschwäche starb. Woraus er dann messerscharf schließt, dass von vermehrten Krebserkrankungen bei Rauchern keine Rede sein könne. Wer kennt sie nicht, diese Endlosdiskussionen? Mir persönlich reicht der Blick auf eine ausgeprägte Raucherlunge, um zu verstehen, dass das Rauchen, ab einer bestimmten Menge, nicht mehr gesund sein kann. Das bedeutet aber im Umkehrschluss nicht, dass das Rauchen verboten werden muss.

Nicht unähnlich verhält es sich mit den Aussagen zur Einnahme von Opiaten. Die einen berichten von schweren Schäden bei den Süchtigen und zwar unabhängig von der sozialen Situation, wieder andere meinen es sei ungefährlich, wenn man die Droge kontrolliert nutzen würde. Und auch hier gilt, wenn die Mehrheit des Volkes der Meinung ist, Drogen kontrolliert freizugeben, dann soll es eben so sein. Nur bin ich der festen Überzeugung, dass auch ein derart ruhiggestelltes Volk letztlich nur einer Gruppe dienen würde, nämlich der Elite.

Abgesehen davon denke ich, dass alles womit ich meinen Körper künstlich süchtig mache, ist mittel- bis langfristig schädlich. Und zwar schon deshalb, weil es mit persönlichem Kontrollverlust verbunden ist.

Aber wie gesagt, dass ist nur meine Meinung, die auf meinen Erfahrungen und meinem bisherigen Wissen beruhen.

FG|VT

Die Neue Weltordnung wird geschaffen werden und letztendlich aller nationalen Souveränität ein Ende bereiten. Das Untergraben der nationalen Souveränität, Stück für Stück, wird erfolgreicher sein, als ein altmodischer Frontalangriff. -- Richard N. Gardner, "Council on Foreign Relations" (1974)
grood - 8. Jun, 20:05

Schwarze Kassen

Das wäre doch mal eine guter Anlass, sich von sehr viel Verlogenheit zu verabschieden, denn einerseits tut man so, als führte man einen unerbittlichen Krieg gegen Drogen, andererseits sind die gewaschenen Drogengelder in vielen Ländern mittlerweile ein ernsthafter Anteil des BSP, der über die Wäsche in die "legale" Wirtschaft zurück fließt.
Spannend wir sein, ob die Geheimdienste da mitmachen, denn wie es scheint finanziert man mit Drogengeldern auch gerne mal Aktionen wie die Contraaffaire, die an allen Gremien vorbei laufen, weil keiner Mittel genehmigen muss.

paral - 12. Jun, 16:24

Kriegsgründe

Kriegsgründe (nach Shakespeare)

Manfred Wekwerth

Seit der Eroberungskrieg mit dem NATO-Schlag 1999 gegen Jugoslawien auf der Geschichtsbühne wieder Einzug gehalten hat, plagt die nicht auf Intelligenz geeichten Militärs ein Problem: die Kriegsgründe! Die öffentliche Bekanntgabe dessen, warum man Krieg führt.

An und für sich ist das Führen von Kriegen heute wieder leichter geworden. Der unvergeßliche Bundespräsident Köhler formulierte es schlüssig: Sinn von Kriegen ist die Sicherung des Zugangs zu den Rohstoffen. Dafür gebührt ihm Dank, denn er sprach unverblümt mutig die Wahrheit aus. Aber mit der Wahrheit allein gewinnt man eben keinen Krieg, es muß heute mehr als je zuvor an seine »humanitäre Mission« geglaubt werden, und die kann nicht Öl, Gas oder Kohle heißen.

Denn auch der heutige Krieg braucht nicht nur intelligente Waffen, denkende Sprengköpfe, umsichtige AWACS-Maschinen, er braucht Menschen. Nicht nur als Bediener der High-Tech-Waffen (das immer weniger), sondern als deren Opfer. Da entscheidet auch die Anzahl der Opfer über die Qualität der Waffen und also über die Chancen des Sieges. (Für die Generalität ist es ein Verlust, die größte Anzahl der Opfer nicht mit auflisten zu dürfen, weil es sich um »Zivilisten« handelt, die als Kollateralschaden kaum zu Buche schlagen.) Mehr als jeder frühere »heroische« Mann-gegen-Mann-Krieg braucht der High-Tech-Krieg Menschen, denn es sind nicht nur seine Opfer, sondern auch seine Wähler. Und die müssen an die »Heroik« (humanitäre Mission) glauben, denn sie sollen ihn ja wählen.

Kurz: Mehr als jeder andere Krieg braucht der heutige einen Kriegsgrund, der zu Herzen geht und nicht an die Nieren.

Also liegt hier für heutige Krieger das Hauptproblem: der Kriegsgrund.

Als Politik noch Politik war, also die Hohe Schule der Täuschung beherrschte, lieferte sie überzeugende Gründe, und der Krieg konnte als Fortführung der Politik mit anderen Mitteln gelten. Die Krieger fanden für ihre blutige Arbeit ein günstiges Gelände vor. Denken wir nur an Bismarcks Emser Depesche oder an Hitlers Idee mit dem fingierten polnischen Überfall auf den deutschen Sender Gleiwitz. Die perfekte Täuschung hatte die Kriege sozusagen »eingeläutet«, auf daß die Öffentlichkeit geradezu nach Krieg rief und die Generäle – durch nichts abgelenkt – vom Leder ziehen konnten.

Und heute? Heute sind die Kriege schneller da als die Gründe, warum man sie führt.

Als die ersten Bomben auf Bagdad fielen, suchte man vergeblich die Massenvernichtungswaffen Saddam Husseins, vor denen man die Menschheit zu schützen vorgab. So wurde der Krieg zur blutigen Suche nach dem Kriegsgrund, und um ihn nicht sofort wegen der Massenvernichtungslüge abbrechen zu müssen, gab es schnell einen neuen Kriegsgrund: Sturz des teuflischen Diktators Saddam Hussein. Und als der gestürzt war und sich nichts änderte, im Gegenteil, die Lage im Land immer katastrophaler wurde, hieß nun der Kriegsgrund »Einführung von Demokratie«. Und als auch dies nichts brachte, gab es nur noch Krieg und keinen Grund mehr, dafür aber lange Dauer.

Zur Zeit liegt Tripolis im Bombenhagel, und wieder hat die Suche nach einem einleuchtenden Kriegsgrund begonnen. Gegenwärtig gibt es vier:

- Schutz der Bevölkerung vor Luftangriffen Gaddafis (deshalb das Bombardement von Tripolis),

- Sturz des teuflischen Diktators Gaddafi (dem man noch vor kurzem Waffen lieferte),

- Unterstützung der Rebellen (von denen man bis heute nicht weiß, was sie eigentlich wollen) und

- Einführung von Demokratie (schon von Bagdad her bekannt).

Es herrscht Verunsicherung bei der NATO, weil es für alle Gründe Befürworter gibt und man verbissen nach dem richtigen Kriegsgrund sucht, da sonst doch wieder die alte Leier ertönt, es gehe um libysches Öl.

Darum mein Vorschlag, Shakespeare zu Rate zu ziehen. In seinem Stück »Troilus und Cressida« gibt es eine ähnliche Situation. Der Trojanische Krieg dauert schon eine Generation, und man hat den Kriegsgrund vergessen. Er war begonnen worden, weil der Trojanerprinz Paris die Frau des Griechenfürsten Menelaos entführt hatte und sich weigerte, sie zurückzugeben. Die Griechen organisierten eine Art NATO, und neunundsechzig Staaten fielen über Troja her. Das war zwar ein alter Plan, aber die Entführung der Helena gab endlich Gelegenheit, ihn zu realisieren. Leider vergaß man wegen der Länge des Krieges den Kriegsgrund. Aber der geniale Propagandist Ulisses sah darin keinen Verlust, sondern eine große Chance, den Krieg zu verlängern. So konnte man nämlich je nach Bedarf den Kriegsgrund von Tag zu Tag wechseln, ohne daß man in den Verdacht der Standpunktlosigkeit geriet. Denn es war gerade der fehlende Kriegsgrund, der den Krieg so variabel und dauerhaft machte.

Der afghanische Krieg dauert erst zehn Jahre, doch er könnte, was seine Erhaltung betrifft, einen neuen Anschub gebrauchen, da sich der Kriegsgrund Bin Laden längst verbraucht hat, was sich in Deutschland in achtzig Prozent Kriegsgegnern niederschlägt.

Die Lösung des Problems ist einfach die, in Zukunft nicht nach einem einzigen Kriegsgrund zu suchen, sondern ihn nach der Forderung des Tages bewußt zu wechseln – am besten als zyklische Wiederholung der Kriegsgründe.

Und dieser Vorschlag, nach Shakespeare, ist für die ganze Breite der Politik verwendbar. Warum soll ein Politiker nur eine einzige Meinung haben? Er kommt bloß in den Verdacht der Phantasielosigkeit.

Welch Reichtum und Vielfalt, wenn zum Beispiel ein Politiker oder eine Politikerin die Laufzeit der Atomkraftwerke verlängern und sie gleichzeitig abschalten will? Ich bin sicher: Beides ist gefragt. Es kommt eben darauf an, wer fragt.

Auf jeden Fall sollten Unternehmen (wie auch der Krieg eines ist) nicht an Gründen scheitern, wenn sie Unternehmungen und damit Unternehmern von Nutzen sind.

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