Lulas Brasilien, Teil 8 - Deal mit der Mafia

Brasilianische Zeitung: Unfassbare Zusammenarbeit der Bundesregierung mit einer Mafia-Organisation

Von Karl Weiss

Die größte Tageszeitung Brasiliens hat am Dienstag berichtet: Die brasilianische Armee, ohne Erfolg auf der Suche nach gestohlenen Waffen, ist einen unerhörten "Deal" mit einer der großen kriminellen Mafia-Organisationen eingegangen: Gegen die Rückgabe der Waffen sollen die Einkreisungen der Favelas aufgehoben werden, damit die Mafia wieder ungestört ihren Drogen-Geschäften nachgehen kann.

Rio de Janeiro, Zuckerhut und Corcovado von Niteroi aus

Die brasilianische Armee dementierte diese Meldung, aber die "Folha de São Paulo" bestätigte erneut, daß ihr eindeutige Informationen über diesen Deal vorliegen.

Nach Angaben der Zeitung hatte die kriminelle Drogen-Organisation „Rote Fraktion" bereits am Sonntag die gestohlenen Waffen an das Heer übergeben, nachdem man einen umfangreichen Deal abgeschlossen hatte.

Der hätte im einzelnen folgende Punkte beinhaltet:

- Die Eingänge zu den Favelas würden wieder freigegeben, so daß die Drogenorganisation wieder ihren kriminellen Geschäften nachgehen kann.

- Die Waffen würden präsentiert, als hätte sie das Heer gefunden - und zwar in einer Favela, die nicht von der „Roten Fraktion" beherrscht wird.

- Einer der Unterführer der „Roten Fraktion", der in einem Hochsicherheitsgefängnis einsitzt, wird in ein normales Gefängnis überführt.

Tatsächlich sind seit Montagvormittag die Eingänge der Favelas wieder freigegeben. Tatsächlich hat das Heer am Dienstagnachmittag die gestohlenen Waffen angeblich gefunden und sie dann der Öffentlichkeit präsentiert. Sie seien in der Nähe der Favela Vidigal gewesen. Diese Favela wird nicht von der „Roten Fraktion" kontrolliert, sondern von einer anderen kriminellen Mafia-Vereinigung.

Die Armee erklärte, man werde nun auf die Suche nach den Verantwortlichen für den Raub gehen. Dazu werde man in einzelne Favelas eindringen und bestimmte Personen suchen.

Die Darstellung der Zeitung ist glaubwürdig. Ein solcher Deal ist umso unfassbarer, da es sich lediglich um zehn Gewehre und eine Pistole handelt, ein Klacks gegen die bereits vorhandene Bewaffnung der Drogen-Banden.

Damit hat sich der brasilianische Staat in eine Zusammenarbeit mit kriminellen Großorganisationen begeben, die allen Grundregeln eines souveränen Staates widersprechen.

Zumindest eine der Mafia-Organisationen, die bereits Teile des brasilianischen Staatsgebiets kontrollieren, hat einen fast-offiziellen Charakter als Verhandlungspartner der Behörden bekommen. Verantwortlich für diesen Deal sind die Chefs der Unterhändler der Armee, also die Bundesregierung unter Präsident Lula.

Dies ist Kapitalismus in seinem Verfallsstadium, bereits der Übergang in die kapitalistische Barbarei.


Dieser Artikel erschien am 17. März 2006 in der "Berliner Umschau", hier leicht redigiert als achter Teil der Reihe "Lulas Brasilien"


Links zu den anderen Teilen von "Lulas Brasilien":

Teil 1 - Terroranschlag - Verdächtige freigelassen

Teil 2 - Brasilien und die Sklaverei

Teil 3 - Die Liste der Ermordeten wird immer länger

Teil 4 - Abholzen und Abbrennen

Teil 5 - Brasilianische Regierung von Vatikan-Radio angeklagt

Teil 6 - Pressefreiheit in Brasilien

Teil 7 - Brasilien grösster Fleischexporteur der Welt

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