Hamburger sind aus Schlachtabfällen und Würmern

Achtung! Hamburger-Freunde!

Von Elmar Getto


Hier das wichtigste Ergebnis einer der ersten Reportagen, die dem Autor dieser Zeilen als Hobby-Journalist gelungen ist: Hamburger sind nicht, wie man gemeinhin annehmen mag, aus Hackfleisch gemacht, sondern aus Schlachtabfällen und Würmern.

Woher diese Weisheit? Nun, man konnte dem Vortrag eines Wurm-Spezialisten beiwohnen und konnte ihm Fragen stellen, was die Anwesenden auch ausgedehnt und mit steigendem Würgereiz taten. Es handelt sich um eine Veranstaltung des "Clube Germania" in Rio de Janeiro, wo es immer wieder (schmackhafte, Entschuldigung!) interessante Vorträge gibt.

Was ein Wurmspezialist ist? Nun, es gibt eine Art Regenwürmer, rote Würmer, die ihr Verdautes (Sie merken schon, es wird appetitlich) nach allen Seiten versprühen, was man zur Gewinnung des besten natürlichen Düngers nutzen kann, den es gibt. Wer wirklich pflanzenmäßig nährstofflich ausgeglichenen, höchstwertigen natürlichen Dünger haben will – zum Beispiel weil er mit seinem Garten vor den Nachbarn glänzen will, oder weil er ein Fußballfeld pflegen muß, der sollte sich an eine Wurmfarm wenden. Die gibt es wirklich. Nicht übertrieben. Und der Besitzer einer dieser Wurmfarmen war also nun der Vortragende.

Er beliefert nach seinen Aussagen u.a. das Maracanã-Stadion in Rio mit Natur-Dünger.

Besonders interessant wurde es an der Stelle, als der Mann erwähnte, daß diese Würmer, wie man schon vermuten konnte, eine begrenzte Lebenszeit haben und deshalb ständig die toten Würmer ausgesondert werden müssen. Warum läß man sie nicht einfach den Weg alles Irdischen gehen, da sie ja sowieso schon im Erdreich stecken? Nun, weil er sie trocknen und verkaufen kann. Verkaufen?

Ja – und da begann die Story mit den Hamburgern (gemeint sind natürlich nicht die freundlichen Bewohner jener Großstadt, sondern die Dinger, die da zwischen zwei Semmel- (Brötchen- für Nordlichter) Hälften ein Nahrungsmittel darstellen sollen).

Die, so wußte er nämlich, sind nicht aus Hackfleisch hergestellt, wie der gutgläubige Zeitgenosse meinen mag, sondern nach seinen Aussagen zunächst einmal aus Schlachtabfällen. Das betrifft also vor allem die Innereien von Rindern bzw. Schweinen und dann so etwas wie Sehnen und auch Knorpel, z.T auch etwas Knochen – sagte er jedenfalls. Das ganze, so der freundliche Würmerherr, wird gut getrocknet und feingemahlen (oder umgekehrt?) und dann anschließend mit jenen Speckresten vermischt, ebenfalls kleingemahlen, die auch unter Schlachtabfälle laufen.

Nur hat das Ganze dann weder das Aussehen noch die Konsistenz von Hackfleisch, so daß sich niemand an der Nase herumführen lassen würde. Deshalb müssen diese – sagen wir mal – Rohhamburger dann nämlich mit Wasser und Mehl zum Binden vermischt werden, so daß sie eine gewissen Zusammenhalt und einen Feuchtigkeitsglanz aufweisen und anschließend werden noch – ja, Sie vermuteten es schon – gemahlene getrocknete Würmerleichen darunter gemischt, die unabdingbar sind, um dem Endprodukt eine auffallende Ähnlichkeit mit Hackfleisch zu geben – alles nach seinen Aussagen.

Ohne diese roten Würmer würde das Hamburgerchen nämlich grau aussehen und nach dem Braten braungrau. Mit ihnen – man braucht nicht viel, denn der Farbstoff ist intensiv - bekommen sie jenen leicht rötlichen Glanz, der uns das Wasser im Mund zusammenlaufen läßt, weil wir nicht wissen, was es ist, das uns da täuscht. Außerdem, so jedenfalls der Wurmmann, tragen die Würmer zur Konsistenz bei, die Hackfleisch nahelegt.

Er sagt, daß er einen guten Preis für seine toten Würmer kriegt, weil die Hamburger-Hersteller auf jene angewiesen sind und ließ durchblicken, daß er mehr von den Leichen seiner Zöglinge profitiert als von deren Exkrementen. Manche Anwesenden mögen sogar Anlaß zur Vermutung gefunden haben, daß er eventuell nicht bei jedem einzelnen aussortierten Wurm einzeln überprüft, ob er vor dem Trocknen schon tot war. Allerdings wollen wir ihn hier auch nicht des Würmer-Genozids anklagen.

Die Anwesenden konnten allerdings kein Wort aus ihm herauskriegen, bei welchen Schnellrestaurants diese Art von Hamburgern serviert werden. Er berief sich auf sein Geschäftsgeheimnsis und daß er nicht die Hand beißen werde, die ihn füttert. Ob er sich für so etwas wie einen Hund hält?

Anschließend, als bereits die ernste Gefahr bestand, daß einige den schönen Restauranttisch vollkotzen könnten, an dem die Zuhörer saßen, begann er allerdings, die erschreckten Seelen zu beruhigen.

Es sei keineswegs so, daß alle Hersteller ausschließlich diese schmackhafte Mischung verwenden, einige würden auch Hackfleisch darunter mischen. Na, da sind wir aber beruhigt, nicht?

Und, man höre und staune, es gebe auch Hersteller, die schrieben auf die Verpackung oder auf die Speisekarte, daß ihre Hamburger wirklich völlig aus Hackfleisch bestünden und das sei dann auch so (vermute er jedenfalls), nur seien die dann natürlich nicht ganz so billig.

In seiner trockenen Art riet er den Anwesenden, wenn sie wirklich Hamburger aus Hackfleisch wollten, besser Fleisch vor ihren Augen durch den Wolf drehen zu lassen, bevor sie es kaufen und daraus dann am heimischen Herd Hamburger zu formen.


Eine trocken-ironische Reportage von Elmar Getto aus dem Jahr 2005 - oft kopiert, nie erreicht, hier geringfügig vom Autor redigiert. Und wiederum - bleibt aktuell.

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