Wird Obama mit Krieg beginnen?

Die bürgerlichen Medien starten eine neue Propagandakampagne gegen den Iran

Von Karl Weiss

In den letzten Wochen hat eine neue Kampagne der bürgerlichen Medien gegen den Iran begonnen. Bis Weihnachten hätte Ahmedinedschad die Atombombe, tönte es und nun wird die „unerhörte Macht“ der irakischen schiitischen Ayatollahs beschworen.

Iranische Atomanlagen

Da hat die internationale Atomenergie-Kommission auf Anweisung aus den USA die Binsenweisheit verlauten lassen, der Iran könne sich (so wie jedes andere Land auch und auch jeder sonst, der genügend Geld und Einfluss hat) innerhalb weniger Monate (bis Weihnachten) genug angereichertes Uran für eine (1) Atomwaffe verschaffen. Ja und?

Es wird nicht einmal behauptet, dies hätte mit der im Iran betriebenen Anreicherungsanlage zu tun, denn die Inspekteure der Kommission haben dort ja Zutritt.

Nun, damit wird davon abgelenkt, dass die Kommission auch weiterhin nicht die geringsten Anzeichen hat, dass im Iran Uran hochangereichert wird. Die dort betriebene Anreicherungsanlage stellt laut den Inspekteuren nur niedrig angereichertes Uran her, das für Atomkraftwerke taugt.

Ahmedinedschad

Selbst die US-Geheimdienste hatten letztes Jahr verlauten lassen, das iranische Atomwaffenprogramm sei seit 2003 eingestellt. Nun, so hört man in den Nachrichten, würden Geheimdienstkreise diese Information in Frage stellen. Welche Geheimdienstkreise das sind, woher sie diese neue Erkenntnis haben und wer das eigentlich genau ist, darüber lässt man uns im Dunkeln. Das ist ja auch nicht wichtig. Hauptsache, man hat einen Vorwand, den Iran angreifen zu können.

Das erinnert an die Vorgeschichte des Irak-Krieges. Nicht überprüfbare Geheimdiensterkenntnisse wurden vorgeschoben und später war der Gewährsmann nicht zuverlässig. Auch damals wurde der Besitz von Massenvernichtungswaffen als Begründung vorgeschoben. Man hat sich nicht einmal die Mühe gemacht, einen neuen Vorwand zu erfinden.

Nun wird eine neue Kampagne nachgeschoben. Der Iran habe so eine große Macht im Irak durch die schiitischen Ayatollahs.

Nun, das wusste man vorher. Als Saddam Hussein im Irak herrschte, waren die Schiiten unterdrückt Sie mussten zähneknirschend zusehen, wie Saddam einen Krieg gegen den schiitischen Iran führte. Jeder wusste, wenn man Saddam absetzt, werden die Schiiten mit ihrer Bevölkerungsmehrheit an den Drücker kommen, wenn man den Irak nicht annektieren und zum 51.Staat der USA machen will.

Die Kampagne ist wie ein Spiegelbild des geschlagenen Kandidaten McCain. Der wollte auch im Irak immer ausschließlich die jetzige Situation besprechen und auf keinen Fall über die Vergangenheit. Es darf auf keinen Fall erwähnt werden, wer in den Irak einmarschierte und mit welcher Begründung und was sich später als die wirkliche Begründung herausstellte.

Es muss hier noch einmal laut und klar gesagt werden: Der Irak-Krieg wurde begonnen (und genauso würde ein Iran-Krieg) aus den imperialen Interessen der USA heraus, oder jedenfalls was man dafür hielt. Wenn sich nun herausstellt, dass man diese imperialen Interessen falsch eingeschätzt hatte, so kann man das ja nicht zur Begründung eines neuen Krieges nehmen.

Tatsächlich wird der Iran gestärkt aus der Situation hervorgehen, dass sein feindlicher Nachbar Irak seit 2003 zerstört und im wahrsten Sinne des Wortes in seine Bestandteile zerlegt wurde. Jeder wusste das von Anfang an. Wenn nun zum Beispiel in der „Süddeutschen Zeitung“ ein gewisser Avenarius heult, die Ayatollahs im Irak hätten „eine unerhörte Macht“ und seien vom Iran beeinflusst, so muss man fragen, wo hat dieser Mann die ganze Zeit gelebt. Auf dem Mond?

Wo war seine Stimme, als Bush in den Irak einfiel?

Barack Obama

Israel hat inzwischen den neu gewählten Präsidenten Obama bereits an sein Wort erinnert, er werde verhindern, dass der Iran Zugang zu Atomwaffen haben werde und auf den Beginn des Krieges gegen den Iran gedrängt. Auch eine der ersten Personalentscheidungen Obamas, er berief einen zionistischen Juden als engen Berater, lässt Böses ahnen.

Sollte wirklich der neue Präsident der USA, nicht zuletzt gewählt, weil er gegen den (Irak-)Krieg war, wie Michael Moore in seinem Schreiben zur Wahl Obamas ganz richtig erwähnt, so wahnsinnig sein, gleich zu Beginn seiner Amtszeit einen neuen, erneut nicht gewinnbaren Krieg zu beginnen oder jedenfalls die Vorbereitungen dazu?


Veröffentlicht am 7. November 2008 in der Berliner Umschau
Saint Germain - 7. Nov, 12:36

Der weltweite Friedens- und Hoffnungsprozess beginnt!

Wir können uns wirklich freuen. Mit Obama wurde endlich der Mann zum Präsident der USA gewählt, der die amerikanische Verfassung (wie sie einst war) als Vorbild für die ganze Welt, wieder installiert. Den Schaden den Bush in der Welt angerichtet hat, wird Obama sehr schnell beseitigen. Die Menschen spüren, dass hinter seinen Worten und Taten auch das steckt, was man erwartet. Die Zeit der Lügen, der Hinterlist und Ausbeutung liegt in den Todeszügen. Offenheit, Wahrheit, Beistand und Menschlichkeit sind Vokabeln, die im Focus stehen.

Der iranische Präsident und Obama werden den jetzt noch schwellenden Konflikt schnell beseitigen und die Grundlage schaffen für ein freundschaftliches, friedliches Miteinander im Nahen Osten. Die Hardliner in Israel werden sich nicht länger an der Macht halten können, weil das israelische Volk sich endlich nach Frieden und Ruhe sehnt, den es erhalten wird. Ein bis jetzt nicht für möglich gehaltenes friedliches Zusammenleben im Nahen Osten wird Obama durch seinen Führungsstil und Geschick erreichen. Die Menschen werden ihn weltweit unterstützen.

Zuvor aber, wird er eine große Säuberungs-Aktion ins Leben rufen, die die Hallen der bisherigen Macht rigoros ausräuchern wird. Die Organisation "Strippenzieher der Weltmacht" wird aufgedeckt und beseitigt werden. Damit ist der Grundstein für Frieden, Wohlstand und Freiheit in der Welt gelegt. Die Welt wird eine andere sein, als wir sie jetzt kennen. Danke Präsident Obama!

Karl Weiss - 7. Nov, 16:42

Kämpfen oder untergehen

Hallo Saint Germain,

nun verstehe ich, warum Sie den Namen eines Heiligen als Pseudonym verwenden. Nur als Heiliger kann man soviel Vertrauen in einen einzigen Mann aufbringen - oder sollte Ihr Beitrag etwa ironisch gemeint sein?

Nun, seien wir realistisch: Nichts davon wird eintreten - und Obama hat in Wirklichkeit auch nichts davon versprochen.

Jerder, der sich solche Illusionen macht, wird fürchterlich enttäuscht werden.

Es wird eines der letzten Male sein, wenn nicht das letzte Mal, wenn ein neuer Führer den Menschen Hoffnung in die Reformierbarkeit des Kapitalismus geben wird. Danach bleibt nur noch: kämpfen oder untergehen
geheimrätin - 7. Nov, 15:15

Die bürgerlichen Medien sollten sich endlich emanzipieren und ihre Unabhängigkeit zurückerobern! Und die Bürger der Vereinigten Staaten, die der Kriege, Lügen und Raubzüge müde sind, sollten ihren gewählten leader jetzt tatkräftig darin unterstützen, nicht vom richigen Weg abzuweichen. Sie dürfen einfach nicht mehr zulassen dass Kriegstreiber weiterhin die Strippen ziehen. Wir alle dürfen dies nicht mehr zulassen. Die Uhr ist bald abgelaufen. Revolution ist angesagt! Friedlich, intelligent und nachhaltig...

phuter - 7. Nov, 23:59

Ein Obamischer Krieg gegen den Iran?

Durchaus möglich. Es ist ja wohl offensichtlich, dass der gute Barry wie sein Vorgänger Bushido im Grunde die selbe Politik verfolgen wird - nur in einem netteren Design.
Der Iran steht schon lange auf der US-Speisekarte. Zu lange. Denn die Kriegsvorbereitungen gegen dieses Land laufen nun schon seit gut 4 Jahren - mit Unterbrechungen.
Die USA brauchen einen sehr großen Krieg - zumindest erhofft sich eine Clique dadurch, den unvermeidbaren Niedergang unseres Wirtschaftssystems noch ein paar Jahre damit hinauszuzögern. Wenn man die Entwicklung des DOW Jones mit dem Irakkrieg koppelt erkennt man eine sehr sehr interessante Korellation. Und vielleicht glauben diese Narren, eine solche wieder erzielen zu können, wenn sie ihre Armee in den nächsten Krieg schicken.
Sollte man aber eine Weltwirtschaftskrise mit Krieg bekämpfen wollen, dann ist der Iran schlicht eine zu kleine Nummer...

geheimrätin - 9. Nov, 01:45

man kanns ja mal probieren


Saint Germain - 9. Nov, 13:18

Meine Vision wird sich bewahrheiten - Frieden und Freiheit für die Menschheit!

Hallo Herr Weiss,

der von mir verfasste Beitrag ist keineswegs ironisch gemeint, sondern genauso, wie er hier steht! Die Welt ist im Umbruch - die Finanz- und die kommende Wirtschaftskrise sind die Vorzeichen. Der Wandel muss kommen. Es muss wieder Vertrauen in eine politische und wirtschaftliche Macht entstehen. Was bisher abgewickelt wurde sind leider nur die niedrigen menschlichen Triebe in Reinkultur. Egoismus pur - koste es, was es wolle! Jedem musste klar sein, dass dieses hemmungslose, ungerechte Treiben auf Dauer so nicht weitergehen konnte. Nun stürzt der Geld-Turm (Babel) in sich zusammen und ernüchtert seine Erbauer! Dieses Chaos bietet aber die Chance zu einem Neubeginn mit moralischen, ethischen und humanen Grundwerten.

Wir werden staunen, wie diese "Machtwelt" vernetzt und verschachtelt war und welche Ziele ihre Grundsätze waren. Deshalb ist eine umfassende Säuberung von Nöten und dieser Kehraus muss stattfinden. Vor einem Trauma kann ich die Menschheit allerdings nicht bewahren, wenn sie erfährt, was so alles hinter den Kulissen gelaufen ist. Aber dieser Schock wird sich schnell lösen und Kräfte frei machen für eine wirklich fantastischen Neubeginn, in dem Menschen Führer sein werden, die diesen Anspruch verdienen.

Wetten dass?????

Karl Weiss - 11. Nov, 19:38

Kampf gegen den Kapitalismus

Hallo Heiliger Germanius,

ich bin wie du für Frieden und Freiheit für die Menschheit, für einen Neubeginn mit ethischen, humanen und moralischen Grundwerten und für Führer, die diesen Anspruch verdienen.

Nur hat das alles nichts mit Obama zu tun, - im Gegenteil, er verlängert die Agonie des sterbenden Kapitalismus, weil er neue Hoffnungen weckt und vom Kampf gegen den Kapitlismus ablenkt.

Wetten dass?!
Saint Germain - 12. Nov, 12:59

Abwarten!

Hallo Charly,

wir sollten diesen neuen hoffnungsvollen Präsidenten erst einmal wirken lassen. Ich habe ein sehr gutes Gefühl bei ihm. Der Kapitalismus, wie er zurzeit praktiziert wird, hat keine Überlebenschance und die Herren und Damen, die hinter diesem sterbenden Kapitalismus stehen, werden sich wundern! Eigentlich sollte Obama diesen jetzigen Politik-Kurs fortsetzen, denn dafür wurde er von diesen Hintermännern auserwählt. Nur - diese Herrschaften haben die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Obama verfolgt seinen eigenen Kurs und der sieht ganz anders aus, als dieser Fahrplan der Strippenzieher!

Vermutlich wird es Tötungsversuche geben, doch Obama steht unter einem ganz besonderem Schutz!

Wetten das?!

Roberto J. De Lapuente - 13. Nov, 11:17

Die BILD...

... bereitet das ganze natürlich perfider vor, läßt Kommentare verfassen, die einerseits moralisieren, andererseits den Islam als Ganzes verunglimpfen wollen.

"Bereits 2005, als der "Hitler unserer Tage" gesagt haben soll, dass "Israel von der Landkarte zu tilgen" sei, wurden Stimmen laut, die davon sprachen, dass das Zitat falsch übersetzt und außerdem ausgeschmückt worden sei. (...) Aber mit dieser Lüge die zweifelhafte, nie verifizierte Behauptung - eher widerlegte Behauptung! -, dass der Iran Atomwaffen entwickele, zu untermauern, ist schlichte Verantwortungslosigkeit und grenzt an Kriegstreiberei."
Hier weiter...

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