Offener Brief an die Herrschenden - Von den Arbeitern und dem Volk in Deutschland - 2

Vorschlag für einen Offenen Brief von Karl Weiss



Tatsächlich hättet ihr uns beinahe herumgekriegt. Wir waren schon fast überzeugt von den Stories vom angeblichen Sozialstaat, der uns alle zu einer großen Familie macht, vom Rechtsstaat, der Gerechtigkeit für alle einführt, von der Demokratie, in der wir angeblich das Sagen hätten und von der Verfassungsmäßigkeit, die uns vermeintlich alle schützt.

Fast waren wir schon überzeugt, wir hätten wirklich im Grunde die gleichen Interessen wie eure Konzerne und Banken und eure Politiker.

Fast glaubten wir bereits fest, daß all das, was wir uns wünschen, im Kapitalismus Wirklichkeit werden kann: Ausreichend Geld zum Leben, eine angemessene Wohnung, Ausbildung für die Kinder, Kinderbetreuung, damit die Frau mitarbeiten kann, genügend Arbeitsplätze für alle, die arbeiten wollen, eine komplette und fortgeschrittene Gesundheitsversorgung, Ausbildungs- und Studienplätze und eine lebenswerte Zukunft für unsere Kinder, eine auskömmliche Rente nach einem erfüllten Arbeitsleben und vielleicht sogar dann und wann noch kleine Extras.

Zu schön wäre es gewesen, wäre wirklich ein gerechter Staat zu schaffen gewesen, hier im Kapitalismus. Doch nun müssen wir entsetzt feststellen, daß dies alles nur eine Schlafpille mit begrenzter Wirkung war für uns, daß ihr all dies keineswegs vorgesehen habt für uns, ja, es geradezu als absurd anseht, daß wir es wollen.

Die Sechziger Jahre, die Siebziger Jahre und selbst noch die Achtziger Jahre haben es fast geschafft, uns dies alles als möglich zu verkaufen. Waren wir doch schon fast dort, es fehlte ja nicht mehr viel. Ja, es war schön, ein Auto zu haben und Urlaub machen zu können, wir wollen das nicht leugnen. Doch nun sehen wir bereits, daß sich so mancher das schon nicht mehr leisten kann und es auch für den Rest nicht mehr lange dauern wird. Es war angenehm, daß sich manche von uns sogar den Traum eines Häuschens erfüllen konnten, aber jetzt erleben wir, wie jene, die arbeitslos werden, die Abzahlungen in der Regel nicht mehr leisten können.

Ihr habt es uns nun wiederholt und ausführlich klargemacht: Ob wir genug zu essen haben, kümmert euch einen feuchten Kehricht, ob wir Arbeitsplätze haben, ob unsere Kinder eine Zukunft haben, das alles ist nicht euer Bier. Ihr habt euch nur um eure Profite zu kümmern und wir sollen sehen, wo wir bleiben.

Mit der Gesundheitsreform und den zehn Euro Eintrittsgeld beim Arzt habt ihr uns schon geschockt, aber wir glaubten meist immer noch, alles werde schon nicht so schlimm kommen. Als ihr die Renten immer weiter gekürzt habt, hofften wir noch, andere eurer Politiker könnten dies rückgängig machen.

Als dann aber Hartz IV eingeführt wurde und das Versprechen gebrochen war, es müsse keiner darben, wenn er keine Arbeit mehr findet, da wurden schon ganz schön viele aufsässig und begannen mit den Montagsdemos. Ihr habt es zwar geschafft, die wieder klein zu bekommen, aber macht euch keine Illusionen: Das ist nicht von Dauer.

Daß Hartz IV so durchgegangen ist, bei allen euren Parteien, bei den Gerichten, bei den Medien und sogar bei manchen Sozialverbänden, das allerdings hat uns zutiefst geschockt, kein Verfassungsgericht, das Einhalt geboten hätte. Nun wissen wir, Rechtsstaat, Demokratie, Grundgesetz: Alles hohle Phrasen, nur um uns zu täuschen.

Noch sind die meisten von uns gelähmt vor Entsetzen, nicht in der Lage, irgendetwas zu tun und ratlos, was getan werden müßte. Aber im Grunde, in der Tiefe unserer Herzen, wissen wir fast alle schon, was dies bedeutet und was wir tun müssen. Die meisten von uns wollen es sich noch nicht eingestehen, ringen noch mit sich.

Was das bedeutet - und das dringt mehr und mehr von uns ins Bewußtsein, ist: Der Kapitalismus hat sein Gesicht nicht gewandelt, es war lediglich eine kurze Phase in der Geschichte, in der ihr eure wahre Fratze verstecken konntet. Der Kapitalismus hat für uns keinerlei Zukunft und nicht für unsere Kinder. Wir werden die Revolution machen müssen und euch zum Teufel jagen.

Ihr versucht unsere Reihen zu spalten, wollt uns gegen unsere ausländischen Kollegen aufbringen. Aber wir wissen, woher der Wind weht, wir arbeiten mit ihnen seit vielen Jahren zusammen!

Ihr baut unsere Arbeitsplätze ab, gerade wie es euch gefällt. Ihr streicht unsere Löhne zusammen, verlängert unsere Arbeitszeiten, laßt die Renten ins Nichts fallen, laßt die größte Steuererhöhung in der Geschichte der Bundesrepublik durchziehen (natürlich für uns), während eure Großkonzerne und Banken überhaupt keine Steuern mehr zu zahlen brauchen. Ihr streicht die Lehrstellen, die unsere Kinder brauchen und ihr übernehmt nicht in ein festes Arbeitsverhältnis nach der Ausbildung, die noch eine gefunden haben.

Ihr beschimpft uns noch dazu, wir seinen Sozialschmarotzer, wenn wir keine Arbeit finden, wenn wir krank sind oder pflegebedürftig oder alt. Ihr betrügt uns um das Geld, das wir und unsere Väter und Mütter in die Sozialversicherungen eingezahlt haben. Ihr habt dies Geld für andere Dinge verbrauchen lassen und zuckt nun mit den Schultern: Nichts mehr da.

Ihr habt die Zeitungen und Zeitschriften, das Fernsehen und die Radios fest im Griff. Sie überschütten uns mit eurer Ideologie, daß der Staat nicht dazu da sei, für uns zu sorgen, wenn wir es brauchen. Wir hätten vielmehr alleine klar zu kommen. Das hätte uns eigentlich schon früher auffallen müssen, daß von den Medien Einmütiges kommt - und das dort Veröffentlichte nicht auf unserer Seite steht.

Aber auch diese Einsicht beginnt sich auszuweiten, ebenso wie jene, daß die Kommunisten vielleicht doch keine kleinen Kinder fressen. Wir beginnen nun auch bereits alternative Nachrichten im Internet zu finden.

Seit Jahren sinkt nun unser Reallohn und wird zusätzlich noch durch Arbeitszeitverlängerungen gekürzt. Ihr wollt uns bis 67 weiterarbeiten lassen, ja sogar von Rente mit 70 ist schon die Rede - und dann die Altersarmut für fast Alle von uns.

Tatsächlich haben wir schon begonnen, dies nicht mehr hinzunehmen. In den Wahlen, die ihr immer als große Ausrede hattet („Die Mehrheit hat sich dafür entschieden"), haben wir euren Politkern bereits Denkzettel gegeben, die sich gewaschen haben. Bei der letzten Bundestagswahl haben gerade noch 50 % der Wahlberechtigten die euch genehmen Parteien gewählt und wenn man alle abzieht, die noch glaubten, taktisch wählen zu müssen, sind es noch weit weniger. Das Vertrauen in eure Politker ist inzwischen nur noch bei 20 % der Bevölkerung vorhanden.

Da ist es ein Zufall, daß kürzlich der „Club of Rome", eine eurer Denkorganisationen, verkündet hat, daß man in Zukunft nur noch 20% brauchen werde, die anderen würden ohne Arbeit sein. Danke für die Offenheit.

Dabei ist es noch nicht einmal die Gegenwart, die uns so Angst macht und wütend, es ist vor allem die Zukunft, die ihr für uns vorgesehen habt. Fast jeder von uns muß mit Arbeitslosigkeit rechnen, noch bevor er in Rente gehen kann und dann heißt es, er sei arbeitsscheu. Jahrzehnte von Einzahlungen in die Sozialkassen und dann wird man mit Almosen abgespeist, die weit unterhalb der Armutsgrenze liegen, sei es bei Arbeitslosengeld II oder später der Rente.

Demütigende Bittgänge zu Behörden, die Kontrolleure in unsere Wohnungen schicken - und die Politiker tönen mit euren Medien im Chor: soziale Hängematte, arbeitsscheu, Mißbrauch!

Für den Rest des Lebens zur „Tafel", um noch etwas zu essen zu haben, die Gesundheitsversorgung so eingeschränkt, daß Nötiges nicht mehr durchgeführt wird, in eine Winz-Wohnung wechseln oder man wird ganz obdachlos. Das ist die Zukunft, die ihr uns bereitstellt. Und dann klingt es auch noch in unseren Ohren, wenn ihr hervorhebt, daß es in Entwicklungsländern den Menschen noch schlechter geht.

Auch Danke dafür, daß ihr einen eurer Politker gleich habt klarmachen lassen, daß uns das Essen bei der „Tafel" keineswegs garantiert ist: „Wer keine Arbeit hat, soll auch nicht essen."

Doch selbst das hätten wir uns vielleicht - oder jedenfalls so mancher von uns - gefallen lassen, denn man fällt leicht in Resignation, in Hoffnungslosigkeit, in Depression. Die ersten Selbstmorde Verzweifelter, der erste Hungertote.

Aber dann haben wir gemerkt, daß eure Pläne sich hauptsächlich gegen unsere Kinder richten. Waren wir schon aufmerksam geworden, als die Klassengrößen immer mehr anstiegen, als die Diskussion über Studiengebühren begann, so merkten wir endlich, wo es hinläuft, als ihr immer mehr Lehrstellen abschafftet, unsere Kinder verurteiltet, bei uns wohnen zu bleiben, wenn sie keine Arbeit finden und für sie fast nur noch Teilzeitstellen, Minijobs, Ein-Euro-Jobs, Zeitarbeit, Praktikum und prekäre Arbeit anbotet.

Wir lieben unsere Kinder und wir werden euch dies nicht mit unseren Kindern machen lassen! Das war ausschlaggebend, daß wir nun, wenn auch zunächst noch unbeholfen, zu kämpfen begonnen haben - zu kämpfen gegen euch. Ihr habt nicht die geringste Ahnung, wie stark die Wut in unserem Bauch ist und wie wild unsere Entschlossenheit.

Ihr seid noch nicht sehr beeindruckt von unseren Kämpfen - das wird sich legen. Tatsächlich ist es jenen Gewerkschaftsführern, die mit den euch genehmen Parteien verbändelt sind, bisher noch meistens gelungen, die Kämpfe abzuwürgen, ehe sie ans Eingemachte gingen, aber wir lernen. Seht nur, wie sich im Ver.di-Streik die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder in den bestreikten Betrieben verdoppelt hat.

Hartz-Protest 02

Doch ihr habt es auch schon gemerkt. Wir werden dies alles auf keinen Fall ergeben über uns ergehen lassen. Ihr bereitet euch schon darauf vor, dass wir kämpfen werden, nicht nur gegen Entlassungen, sondern für eine bessere Zukunft für uns und unsere Kinder. Warum sonst lasst ihr diesen Staat in eine Überwachungsstaat umwandeln? Um Terroristen oder Kinderschänder geht es nicht! Die liefern euren Politikern nur Vorwände.

Wir sind es, wir sind das Ziel all diesen Abbaus von selbstverständlichen bürgerlichen Rechten. Schon werden wir alle im Internet und am Handy überwacht, schon ist die Freiheit von Folter nicht mehr gewährleistet, schon wird vom wichtigsten Verbündeten das Recht auf ein ordentliches Gerichtsverfahren aufgehoben und eure Politiker klatschen Beifall. Im Lokführerstreik wurde bereits das Streikrecht generell in Frage gestellt.

Ihr wisst, was auf euch zukommt!

Schon päppelt ihr wieder die faschistischen Horden hoch, so wie ihr es damals mit der Hitler-Brut gemacht habt. Doch ihr habt es schon gemerkt: Diesmal trifft dies auf entschlossenen und fast einmütigen Widerstand.

Ihr vertraut auf euren Gewalt-, Schnüffel- und Unterdrückungsapparat. Habt ihr schon vergessen, wie schnell einer der entwickeltsten Apparate dieser Art, jener der DDR, das Zeitliche segnete?

Ja, wir werden kämpfend lernen - und wir werden französisch lernen! Und wir werden uns erinnern: Montags geht man auf die Strasse!

Ihr könnt schon mal zu zittern anfangen.


Dieser Artikel, dessen erste Version in der "Berliner Umschau" am 3.6.2006 erschien (Übersetzung auf Englisch hier), wird hier nun aus Anlass der Umwandlung der Bundesrepublik in einen Schnüffelstaat und aus Anlass der angekündigten Werksschliessung von Nokia in einer erweiterten neuen Version veröffentlicht.
FremdwortII - 28. Jan, 16:18

Ökonomieverständnis

Hallo Herr Weiss,

ihre Kritik an die Herrschenden in allen Ehren, aber ist der Beherrschte nicht selbst daran schuld?
Immer und immer wieder muß ich feststellen, wie Menschen in eingefahrenen Denkschemata verharren oder schlicht unfähig sind, selbst zu denken und daher blind glauben. Jemand, der wirklich kritisch und vorurteilsfrei über sich und die Welt nachdenkt, ist mir noch nicht über den Weg gelaufen.
Dem wird noch nachgeholfen, indem Denken wohl in den Schulen gar nicht trainiert wird und eine Wissenschaft der Logik in der Schublade verschwindet, dafür Ideologie selbst in den Naturwissenschaften gefördert wird.

Meiner persönlichen Meinung nach gibt es weltweit niemanden, der im Moment fähig ist, eine freie und stabile Wirtschaft frei von Ausbeutung zu kreieren. Und das, obwohl das so einfach ist und von Marx bis ins Detail beschrieben wurde (nicht im Kapital, in den Pariser Manuskripten von 1844!).
Auch eine Linkspartei würde mit ihrem Programm, so es umgesetzt würde, wesentlich mehr Schaden fürs Volk anrichten als eine FDP.
Die Herrschenden herrschen nunmal nicht, sie reagieren nur. Krisenprävention auf Dauer. Über ihnen steht das Kapital.
Wenn die Massen begriffen haben und es laut einfordern, wie das Privateigentum positiv aufgehoben werden muß, verlieren die Herrschenden auch ihre Macht, zwangsläufig. Denn dann gibt es kein Kapital mehr, dem man sich direkt unterordnen kann und dessen Macht auf die in der Hierarchie untenstehenden ausüben kann. Die Hierarchie entfällt dann.

Kritik an den Herrschenden geht an den Ursachen vorbei und verwischt den Lösungsweg.

Karl Weiss - 28. Jan, 19:10

Wer sind die Herrschenden?

Hmmm, vielleicht Hätten Sie , Fremdwort II,

den Artikel besser kritisch und vorurteilsfrei lesen sollen, wie Sie das Anderen empfehlen. Aus ihm geht eindeutig hervor, dass ich mit den Herrschenden nicht deren Politiker meine, sondern selbstverständlich das Monopolkapital.

Lesen Sie nur die Stellen: "Ihr habt euch nur um eure Profite zu kümmern..." " ... andere eurer Politiker..." " ... euren Politikern Denkzettel gegeben..." " die Politiker tönen mit euren Medien im Chor..." "... die euch genehmen Parteien...".

Im übrigen rate ich, beim wirklich kritisch und vorurteilsfrei Denken bei sich selber anzufangen und nicht bei den Splittern in den Augen der Anderen.

Sehen Sie sich nur an, welche Fortschritte der deutsche Michel macht. Vor einigen Jahren fiel er noch auf Kochs "Doppelpass"kampagne herein, diesmal hat der Versuch Kochs, wieder an die niedrigsten Instinkte zu appellieren, sich als Rohrkrepierer erwiesen.

Bereits etwa die Hälfte aller Deutschen stimmt der Aussage zu, der Sozialismus sei eine gute Idee, die nur in der DDR falsch umgesetzt wurde.

Das sind die Fakten. Hören Sie also auf zu lamentieren und verbinden Sie sich mit den Arbeitern. Die werden nämlich in Zukunft das Sagen haben.
FremdwortII - 29. Jan, 11:50

Ökonomieverständnis II

Hallo Herr Weiss,

ich habe sehr wohl den Artikel kritisch und vorurteilsfrei gelesen. Daher auch meine Kritik.
Wenn man liest, wie Marx Kommunisten im Manifest beschreibt, müsste ich mich wohl als solcher bezeichnen. Allerdings in scharfer Abgrenzung zu denen, die dies bereits tun, denn auf die trifft seine Beschreibung nicht zu.

"Proletarier aller Länder, vereinigt euch!" - seine einzige Aufforderung zum Handeln im Manifest. Ich brauche und kann mich mit den anderen nicht vereinigen (das mache ich eigentlich auch nur mit meiner Partnerin). Sie müssen sich selbst vereinigen - nämlich mit ihrem entäusserten Bewusstsein (siehe dazu Hegels PdG "das absolute Wissen"). Selbstbewusstsein, widerspiegelndes Denken ist die aktuelle Forderung nach wie vor. Solange 99,9% der Menschen meinen, wenn sie entfernte Sterne sehen, sähen sie in die Vergangenheit, haben sie dieses nicht. Es hat in der Tat auch eine Menge mit unserem physikalischen Weltbild zu tun. Der Blick der Menschen wird so ideologisiert.

Auch brauchen wir uns über einen Sozialismus keine Gedanken mehr zu machen. Wenn man bei Marx durchaus herausliest, es gebe eine Übergangsgesellschaft Sozialismus, dann leben wir seit spätestens dem Ende des WK II in dieser (soziale Marktwirtschaft). Dass diese nichtkapitalistisch sein müsse, habe ich bei Marx nirgens gelesen.

Meine Kritik richtete sich vor allem dagegen, dass sie Kapital einer persönlichen Macht zuordnen. Kapital ist aber eine Warenform und keine persönliche sondern eine gesellschaftliche Macht. Der Hauptfeind ist nicht Ackermann und Co. sondern das Nichtwissen über die Lösung der Probleme. Auch die Oligopole üben nur die Macht aus, derer sie sich von dieser Warenform andienen.
Auch wenn die Arbeiter morgen diese Macht übernehmen würden, wäre es nur eine kapitalistische. Das hatten wir bereits.
Die beschriebene "Diktatur des Proletariats" richtet sich demnach nicht gegen Personen sondern gegen die Warenform Kapital, welche unterbunden werden muß.

"Aufhebung des Privateigentums!" --> die Verkehrsform des Privateigentums ist die Aneignungsweise. Derzeit wird angeeignet von der Natur und von Mensch zu Mensch. Von der Natur mittels Kredit für Investitionen, von Mensch zu Mensch durch Geldschöpfung per Konsumkredit. Das ist Geldschaffung ohne jegliche Warendeckung, Beschiss objektiv betrachtet. Und wer Geld schafft ohne Arbeit schafft damit Arbeit ohne Geld (Bezahlung). AL, Geringverdiener u.ä..
Wenn es gelingt, zu unterbinden, dass Geld geschöpft wird für Konsum, haben wir eine dauerhaft stabile Wirtschaft in denen es allen gut gehen kann. Die Warenform Kapital gibt es dann so nicht mehr, ebensowenig eine Warenwirtschaft.

Denken sie darüber nach. Wenn sie möchten, arbeite ich das gern auch nochmal exakter aus, damit sie es veröffentlichen können. Vom derzeitigen System profitiere ich auch nur nicht, im Gegenteil.

Ernesto-Che - 24. Feb, 09:50

Verlernt zu kämpfen - weil zu dick und zu satt !

Wir haben die Kampfkraft verloren weil wir zu fett sind. Dabei täte uns Bewegung gut. Vor allen Dingen - Bewegung mit Knüppeln - um die Brut in Berlin und anderswo zu verjagen. Wer sein Volk betrügt - muß an den Pranger ( wie im Mittelalter ) - und jeder darf ein oder mehrmals zuschlagen ... Ich bin weitestgehend gegen Gewalt - aber dieses miese Lumpenpack ( von uns gewählt ) hat es nicht anders verdient. Demos mögen da ein Mittel sein - aber Prügel haftet länger im Gedächtnis !!!

Karl Weiss - 24. Feb, 14:59

Geduld

Hallo Ernesto Che,

ich verstehe deine Haltung (kenne sie selbst von mir), die auch in deinem Pseudonym zum Ausdruck kommt.

Aber sie ist trotzdem falsch, sie ist kleinbürgerlich, typisch für uns Intellektuelle.

Der Verlauf der Geschichte spielt sich in Gesetzmässigkeiten ab, die manchmal zu langsam sind für ein Menschenleben. Aber gemach, wer die grundlegenden Veränderungen im Denken des Volkes in Deutschland kennt, dem ist klar: Es braut sich etwas zusammen. Die Wut auf die Herrschenden, ihre Politiker und ihre Medienheinis wird zusehends grösser.

Bisher aber drückt sich dies nur zum Teil in Taten aus. Die Wahlergebnisse sprechen für sich, de Zahl der Streiktage ist die höchste seit Bestehen der Bundesrepublik und die Demonstrationen, die von der Polizei angegriffen werden, sind inzwischen schon Legion.

Aber die Generation der jetzt aktiven Deutschen kennt diese Situation nicht. Man muss alles erst lernen, denn seit Ende des zweiten Weltkrieges war ja alles anders - und das sind über 60 Jahre.

Auch ist bei vielen noch die Hoffnung vorhanden, es könnte sich doch noch alles zum Guten wenden ohne Revolution.

Aber lese die Geschichtsbücher, wenn solche kochenden Kessel, wie es das Deutsche Volk im Moment darstellt, explodieren. Dies passierte alle Nase lang - unsere Kollegen aus dem Osten haben es ja vorgemacht vor nicht allzu langer Zeit.

Wenn solche revolutionären Zeiten anbrechen, dann lernen die Menschen in Stunden, wofür sie vorher Jahrzehnte brauchten, dann bricht alles heraus und dies führt ohne Zweifel zu einem Druck von der Strasse und aus den Betrieben, auf den mit Staatsgewalt reagiert werden wird. Dann hat das Volk alles Recht, auch Gewalt anzuwenden, um sich zu befreien und wird es tun ohne zu zögern.

Revolutionen pflegen nicht zart beseitet zu sein. das ist aber nicht das Ziel, vielmehr ein Nebenaspekt.

Wenn du sehen willst, wie ein sozialistisches Land (so wie es bis 1976 China war) Feinde des Volkes behandelt, kannst du dir den Film "Der letzte Kaiser Chinas" ansehen.

Kein Pranger, keine Schläge, aber Arbeit und Erziehung.
Clement - 15. Aug, 15:17

Ergänzung zu dem Offenen Brief

Ich weiß, der Brief ist schon sehr lang. Er deckt auch wirklich fast alle Themen ab, die uns Bürger bedrücken... mit einer Ausnahme: den Bereich des Geldsystems und der Hochfinanz. Ich habe bei YouTube fast alle Beiträge mit Professor Bernd Senf gesehen und zur Ergänzung noch einige weitere. (Dabei muss man aber aufpassen, nicht den Verschwörungstheoretikern oder getarnten Rechtsradikalen auf den Leim zu gehen!)
Danach entstand für mich ein ganz neues Bild: Die Politiker sind austauschbare Marionetten, deren Fäden von den Lobbyisten und deren Interessenverbänden gezogen werden. Dahinter aber steht die Hochfinanz in Form der Großbanken und zieht die Fäden international.
Es geht international / global um die ständige Umverteilung von Arm nach Reich und um die Sicherung der Ressourcen unserer Erde, wie Bodenschätze, Luft, Wasser usw.
Das alles beherrschende Geld- und Finanzsystem wie wir es kennen beruht auf den beiden Mechanismen "Zins" und "Fiat-Money". Geld könnte wieder die gesunde Bedeutung und Funktion bekommen, die es haben sollte, wenn man diese beiden Mechanismen entfernt.
Und weil es auch nach grundlegender internationaler Erneuerung des Geld- und Finanzsystems nicht genug Arbeit für eine Vollbeschäftigung aller Menschen geben kann, müsste zusammen mit dieser Reform international das bedingungslose Grundeinkommen eingeführt werden.

Ich sympathisiere nicht mit irgend einer der bestehenden Parteien, noch mit einer politischen oder ideologischen Richtung. Ich arbeite als Psychologischer Berater und mein Denkansatz geht davon aus, das das abzuschaffen oder zu ändern ist, was Menschen krank macht. Krank machen = kränken. Unter allein diesem Gesichtspunkt betrachte ich die bestehenden Gesellschaftssysteme, die Politik usw.
Ich werde einige Beiträge aus Ihrem Blog auf meiner Website verlinken und weiß, dass ich damit ein ungeschriebenes Tabu breche: Psychotherapeuten, Psycholog. Berater usw. wahren fast immer ein "neutrales" Erscheinungsbild und nehmen zu sozialkritischen Dingen meist keine Stellung. Hintergedanke ist meist, den Klienten keine "Ausreden" zu liefern, wenn es um notwendige Einstellungs- und Verhaltensänderungen geht. Manche Klienten schieben dann nur all zu gern alle Probleme auf "das System" statt bei sich selbst anzufangen.

Um auf den Anfang zurück zu kommen: mein Vorschlag ist, diesen Brief zu ergänzen um die Forderungen nach grundlegender Erneuerung des Finanz- und Geldsystems bzw. diesen Bereich klar anzusprechen.
Übrigens habe ich bisher noch keinen Blog-Beitrag zu speziell dieser Problematik von Ihnen gefunden, Herr Weiss.

Für Ihre Arbeiten, Ihren Mut und Ihr Engagement danke ich Ihnen!

Trackback URL:
http://karlweiss.twoday.net/stories/4630305/modTrackback

Karl Weiss - Journalismus

Bürger-Journalist - Nachrichten-, Politik-, Brasilien- und Bilder-Blog

Willkommen / Impressum

Willkommen im Weblog Karl Weiss - Journalismus.
Der Weblog Karl Weiss - Journalismus ist umgezogen. neue Adresse: www.karl-weiss-journalismus.de
IMPRESSUM
Ich bin zu erreichen über weiss.karl@ rocketmail.com
Ich wünsche also allen (und mir) viel Spaß (und Ernst) mit diesem Blog.
Karl Weiss, Belo Horizonte, Brasilien

Artikel und Dossier der Woche

Artikel der Woche "CDU: Kein Anspruch mehr auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft" Da wurde es von Frau Merkel vorhergesagt

Dossier der Woche "Dossier Klimakatastrophe" 10 Fragen und Antworten zur Klimakatastrophe

Suche

 

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

Israel und der Konflikt...
ICH FRAGE MICH WARUM DIE JUDEN SO BRUTAL GEGEN DIE...
mik4777 - 30. Jan, 20:32
Abscheulich!!!
Wie man überhaupt im Ansatz auf den Gedanken kommen...
david3371 - 3. Okt, 19:02
Der Vatikan schützt...
Sehr geehrter Herr Weiss, der Vatikan k a n n die...
MoMa - 6. Jan, 10:28
Fünf Jahre ist das...
Fünf Jahre ist das jetzt her!!! Die eine Immobilienkrise...
girico - 6. Mrz, 13:34
Ich teile nicht diese...
Ein führender Landespolitiker oder ein wichtiger...
Nonkonformer - 21. Sep, 23:42

Status

Online seit 4105 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 7. Sep, 02:00

Credits

vi knallgrau GmbH

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page

twoday.net AGB

Archiv

Januar 2008
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 4 
 5 
 7 
 8 
13
17
18
19
22
24
25
27
31
 
 
 
 

Alle Links in Popups öffnen

alle Links auf der aktuellen Seite in einem neuen Fenster öffnen 

Zufallsbild

Syrien: Krak de Chevalier

kostenloser Counter

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de

AbbauRechte
AlternativPolitik
Brasilien
Deutschland
Fussball
Imperialismus
InternetundMeinungsfreiheit
Lateinamerika
Medien
NaherOsten
Oekonomie
Sozialabbau
Umwelt
Willkommen
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren