Montag, 14. Februar 2011

Ein gottgefälliges Werk der CSU-Bayern LB

Was Gott verbindet, soll der Mensch nicht trennen

Von Karl Weiss

Stellen Sie sich einmal vor, Sie wären ein wichtiger Anteilseigner einer Firma, die weltweit bekannt ist – und zusätzlich auch der Vorstandsvorsitzende. Dann passiert es plötzlich: Der Mehrheitseigner geht Pleite. Seine Anteile fallen an eine Bank. Nun müssen Sie fürchten, die Bank verkauft jene Anteile an jemanden, der Sie aus der Firma hinausdrängen könnte. Die Bank, das ist öffentlich bekannt, hat keinerlei Intentionen, auf diesem Aktienpaket sitzen zu bleiben.

Beckstein

Nun aber, Sie sind ja ein kleveres Bürschlein, was Sie schon wiederholt bewiesen haben, haben Sie Verbindungen zu einem Konzern der Finanzanlagen. Sie kennen wohl schmutzige Details einiger Herren dort. Sie schaffen es, diesen Konzern dazu zu 'überreden', gegen eine gute Gewinnbeteiligung die Mehrheitsbeteiligung zu übernehmen.

Nun haben Sie allerdings noch ein Problem. Wie bekommen Sie diese Bank dazu, an jenen Finanzanlagen-Konzern zu verkaufen, speziell wenn naheliegend ist, er würde nur als Platzhalter für Sie fungieren? Und – noch ein kleines Problemchen: Jener Konzern ist nur bereit, 75% des Wertes jenes Aktienpakets zu bezahlen. Und die ganze Sache ist öffentlich, steht in allen Zeitungen – man muss also mit öffentlichem Interesse daran rechnen, was da passiert.

Nun, Sie wissen, diese Leute von der Bayerischen Landesbank (Bayern LB) haben ausführliche Erfahrungen in „verdeckten manipulierten Geschäften“, sie ist schliesslich mit der CSU verbunden und die hat eine entsprechende Vorgeschichte. Man erinnere sich nur des Namens Franz-Josef Strauss.

Haider (mitte) mit Petzner (rechts)

Sie wenden sich also an den Zuständigen für den Verkauf der 75% der Aktien der ‚Formel 1‘ in der Bayerischen Landesbank (in Wirklichkeit waren nicht alle 75% in den Händen der Bayern LB, aber lasst uns hier nicht in Kleinigkeiten verlieren), einen gewissen Gribkowsky, und versprechen ihm 50 Millionen Dollar (oder 62 Millionen?), wenn er dafür sorgt, die BayernLB verkauft an die britische CVC ihre Anteile an der Formel 1 für 75% des Wertes, konkret für 1,5 Mrd. Dollar statt des Wertes von 2 Milliarden Dollar, die dieser Anteil dem Pleite-Manager gekostet hat, einem gewissen Leo Kirch.

Inzwischen haben Sie natürlich schon gemerkt, Sie sind Bernie Ecclestone, der Chef der Formel 1, der allerdings nicht genug Geld hatte, die ganze Rennserie für sich zu kaufen. Er (sprich Sie) musste sich da an ‚Vertraute‘ wenden, um nicht aus der Formel 1 zu fliegen, die sich in diesem Fall bei der britischen CVC fanden.

Zu jener Zeit waren nämlich auch Gruppierungen von Automobilkonzernen am Kauf der Mehrheit der Formel 1 interessiert. Doch das hätte das Aus für Sie als Chef der Formel 1 bedeutet, denn Sie waren schon mehrfach den Wünschen der Automobilindustrie in der Formel 1 nicht nachgekommen.

So konnte die Bayerische CSU also das Gott-Gebotene mit dem Nützlichen verbinden, als sie durch ihre Mittelsmänner in der BayernLB den Verkauf an die CVC aus England arrangierte und damit die Formel 1 nicht in die Hände von Götzen-Anbetern fallen liess.

Denn die wirklichen Beweggründe der christlichen CSU sind natürlich immer gottgefällige, niemals so niedrige Dinge wie Korruption – dies haben sie mit Italiens Berlusconi gemeinsam: immer gottgefällig und hart gegen die Gottlosen und Götzendiener.

Mit den Automobilkonzernen wäre nämlich u.a. Volkswagen an die Fleischtröge der Formel 1 gekommen, das bekanntlich aus dem evangelischen Nordosten des deutschen Vaterlandes stammt und damit dem Einfluss der heiligen katholisch-apostolischen Kirche entzogen worden wäre.

Um ein so gottgefälliges Werk zu tun, da können schon einmal 500 Millionen weniger bezahlt werden – denn der Steuerzahler hätte das sicher gutgeheissen, der ist ja in Bayern katholisch – ja, wirklich gut katholisch. Um Gott zu gefallen, hätte der Steuerzahler bestimmt mit der Übernahme von 500 Millionen Euro durch ihn übereingestimmt, wenn es um die katholische Sache geht.

Und wenn es dazu notwendig ist, insgesamt 62 Millionen an den zuständigen CSU-Spezi Gribkowsky fliessen zu lassen, dann ist das natürlich auch gottgefällig, speziell wenn der Papst auch noch aus Bayern kommt – und auch noch in Italien sitzt, wie auch Berlusconi.

Dieser Gribkowsky hat das Geld aus gut geschützten Quellen auf Mauritius und den Cayman-Inseln gekommen, hat dann aber leichtsinnigerweise das Geld nicht dort ‚offshore‘ gelassen, so wie das alle verständigen gottesfürchtigen Menschen tun, sondern im Nachbarland Österreich in einer Stiftung versteckt, die den gottgefälligen Namen „Sonnenschein“ erhielt.

Er war sogar so kühn, das Geld in Österreich als ‚Einnahmen aus einem Beratervertrag‘ zu versteuern.

Österreich ist aber einfach nicht weit genug weg von Bayern, als dass dies Geld dort sicher gewesen wäre. Das Ganze flog auf und nun sitzt Gribkowsky seit über einem Monat bereits in U-Haft – was musste er auch so unvernünftig sein.

Wichtig ist nun vor allem, dass er den Mund hält und niemand von der BayernLB (=CSU) mit hinein zieht. Man musste ihm dafür weitere Zahlungen in Aussicht stellen, wenn er wieder aus dem Gefängnis kommt, aber er hält wie versprochen die Klappe.

Zwar weiss jeder, er hätte dort in der BayernLB nicht ohne Kenntnis seiner Vorgesetzten (Vorstandsvorsitzender und stellv. Vorsitzender sowie Aufsichtsräte, alles CSU) handeln können, aber das sollen die erst einmal nachweisen.

Ausserdem kann es einem Staatsanwalt, der zu dreist wird, leicht passieren, dass er sich als Amtsrichter in der Provinz (z.B. in Amberg) wiederfindet, so wie das mit der vorlauten Staatsanwältin in NRW passiert ist, die es gewagt hatte, unseren lieben Spezi Zumwinkel vor den Kadi zu schleppen – nur wegen des Kontos in Liechtenstein – das haben wir doch schliesslich alle.

Vorraussichtlich wird auch Gribkowsky, so wie Zumwinkel, mit einer lächerlichen Geldstrafe und einer Bewährungsstrafe davon kommen. Schliesslich kann man gottgefällige Würdenträger nicht wirklich ins Gefängnis stecken.

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