Willkommen

Samstag, 16. August 2008

Wie lang und wie dick soll ein Phallus sein?

Ergebnisse einer Studie

Von Karl Weiss

Originalveröffentlichung

Für Männer immer ein Thema, aber auch für Frauen: Die Grösse des (menschlichen) Penis oder eigentlich in Wirklichkeit des Phallus, also des erigierten männlichen Gliedes. Eine Studie aus den USA mit einer grossen Zahl von Frauen hat diese dazu Aussagen machen lassen. Um es kurz zu machen: Eine recht grosse Spannweite von dünn zu dick und kurz zu lang führt bei den Antworten zum Resultat „zufriedenstellend“. Wenn es allerdings um die Frage „ideal“ geht, dann soll die Länge zwischen 17,8 und 20,9 cm betragen und die Dicke (Umfang an der dicksten Stelle) zwischen 15,9 und 16,5 cm.

Penis Size

Anscheinend wurde der Test mit Gummi- oder Plastik-Phallen durchgeführt, die man den Frauen zur Verfügung stellte und die sie in folgende Kategorien einteilen sollten:

- „ideal“
- „sehr angenehm, aber nicht ideal“
- „angenehm“
- „zufriedenstellend“
- „nicht zufriedenstellend“ (zu kurz, zu lang, zu dick, zu dünn)

Insgesamt fällt am Ergebnis auf: Bei der Länge ist die Breite der Akzeptanz als mindestens „zufriedenstellend“ bei den Frauen viel grösser als bei der Dicke bzw. Dünne.

Der Bereich der „zufriedenstellenden“ Phallus-Längen geht von 5 bis 11 inches, also von 12,7 cm bis 27,9 cm.

Dagegen ist der Bereich „zufriedenstellenden“ Phallus-Umfänge viel enger, nämlich von 4, 5 bis 7,25 inches, also von 11,4 cm bis 18,4 cm.

Riesen-Glieder von mehr als 28 cm Länge und/oder 18,4 cm Umfang werden also von Frauen keineswegs als angenehm empfunden. Das hängt meist unmittelbar mit Schmerzen zusammen, die da verursacht werden oder drohen. Alles, was unter 12,7 cm lang und/oder 11,4 cm umfänglich ist, gibt nicht genügend Fülle/Reibung und wird daher als nicht ausreichend angesehen.

Geht man nun zur nächsten Kategorie, jener der „angenehmen“ Ausmasse, so engt sich der Bereich bei beiden Masse bereits deutlich ein: Als „angenehm“ wird eine Länge von 5,5 bis 10 inches eingestuft, also von 14 cm bis 25 cm. Bei der Dicke geht es von 5,25 bis 7 inches, also von 13,5 cm bis 18 cm.

Im Gegensatz zu dem, was vielleicht Männer meinen, wird also ein extrem langer Phallus von den Frauen weniger gut beurteilt als ein immer noch langer, aber eben nicht so gigantischer.

Das gleiche gilt auch für die Dicke: Sehr dicke Phallen werden weniger gut beurteilt als immer noch, aber eben weniger extrem dicke.

Gehen wir nun zur zweitbesten Beurteilung: „sehr angenehm, aber nicht ideal“. In diese Kategorie fällt nach dieser Studie der Schwanz mit einer Länge von 6 bis 9 inches, also von 15,2 bis 22,8 cm und mit einem Umfang von 5,75 inches bis 6,75 inches, also von 14,6 cm bis 17,1 cm.

Schliesslich und endlich: Die höchste Kategorie „ideal“: Die „idealen“ Phallen liegen im Längenbereich von 7 bis 8,25 inches, also von 17,8 bis 20,9 cm und im Umfang zwischen 6,25 und 6,5 inches, also von 15,9 bis 16,5 cm.

Die Männer können sich also beruhigen. Auch ein typischerweise mit 12,7 cm als kurz empfundener Phallus wird von den Frauen noch als zufriedenstellend empfunden, ebenso wie ein üblicherweise für etwas dünn gehaltener mit 11,4 cm Umfang – und das, wenn Frauen ausschliesslich nach diesem Punkt befragt werden, was ja nicht realistisch ist, denn keine Frau wird einen Mann ausschliesslich nach diesem Kriterium beurteilen.

Ebenso kann man sich den Unsinn von Porno-Fotos und -Videos abschminken, in denen Monsterexemplare gezeigt werden und Frauen, die darauf wild seien. Nichts davon ist wahr. Ab bestimmten Super-Längen und Dicken wird die Beurteilung der Frauen in Wirklichkeit bereits schlechter, um dann bei mehr als 28 cm Länge und 18,4 cm Umfang in offene Ablehnung umzuschlagen.

Wir „normalen Durchschnittsmänner“ mit einem Ding im Bereich von zwischen etwa 13 und 17 cm Länge (das seien etwa 75% der gemessenen Längen) und von etwa 11,5 bis 14,5 cm Umfang (wiederum etwa 75%) sind absolut im Bereich, den die Frauen bevorzugen, in der Länge ragt das sogar weit in den Bereich „fast ideal“. Auch wenn die Frauen einen etwas dickeren als diese Standardmasse bevorzugen, sind wir immer noch im fast idealen, „angenehmen“ oder "zufriedenstellenden" Bereich.

Und, wer tatsächlich so ein Ding auszuweisen hat, das bei um die 18 oder 19 cm Länge und/oder um die 16,5 cm Umfang aufzuweisen hat, ist damit der Erfolg bei den Frauen garantiert? Natürlich nicht! Die eine, in die man sich bis über beide Ohren verliebt hat, wird ihn vielmehr wohl gar nicht zu sehen bekommen, denn sie erwiedert die Gefühle nicht und sieht keinen Grund, mit dem „well hung“ ins Bett zu gehen.

Andererseits, es hilft in manchen Fällen sicherlich, als kleine Zugabe auch noch ein Ding im Idealbereich zu haben.

Im übrigen hat es sich schon herumgesprochen, ein Paar kann sich auch prächtig und ausführlich vergnügen, ohne dazu überhaupt ein erigiertes Glied zu brauchen.


Wikipedia - Eregierter Penis 1
Kleiner bis mittlerer Penis, erigiert

Wikipedia Commons - Penis mit Skala
Penis, schlaff und erigiert, mit Skala

Wikipedia Commons - Erektion
Grosser Penis, erigiert

Zur Klarstellung ein Kommentar zu diesen Penis-Bildern

Ich bin mir bewusst, nicht alle meine Leser halten es für angebracht, solche Bilder im Blog zu veröffentlichen, manche mögen sogar empört sein.

Ich meine aber, sehr starke Argument zu haben, diese Bilder hier einzustellen:

1. In diesem Fall gehört es zum Thema. Dies ist u.a. auch ein Bilder-Blog. Ich bemühe mich, zu (fast) allen Themen Illustrationen zu bringen. Warum sollte ich nur hier damit aufhören?

2. Die Bilder stehen sowieso schon im Blog, sind also hier nichts Neues.

3. Ich habe diese Bilder ursprünglich ins Blog gestellt, weil ich dokumentieren wollte, welche Bilder - in diesem Fall in wikipedia und wkipedia-commons - im Internet frei und ohne jede Einschränkung zur Verfügung stehen, auch eventuell für Kinder. Ich stelle also hier nichts ins Internet, was da nicht längst steht - ohne jede Altersbeschränkung oder Vorwarnung.

4. Dem Argument, ich würde es unter Umständen für Kinder erleichtern, an solche Bilder zu kommen, kann ich entgegenhalten: Von der Thematik her ist mein Blog für Kinder nicht interessant. Dagegen braucht man nicht besonders helle zu sein, noch besonders erwachsen, um in wikipeda nachzusehen, wenn man etwas erfahren will.

5. Was Fragen des Geschmacks angeht, so kann man darüber streiten. Ich vertrete die Meinung, kein Teil des menschlichen Körpers kann uns fremd sein, kann hässlich an sich sein, kann "böse" sein oder muss unbedingt verborgen werden. Ich halte solche Meinungen sogar für schädlich: Wenn Geschlechtsteile mit einem Tabu belegt sind - und speziell der erigierte Penis - was sagt man damit über unsere Sexualität aus? Dass sie schlecht sei, böse, unschamhaft, unkeusch usw. Das ist für mich nicht akzeptabel.

Auch das manchmal vorgebrachte Argument von "unappetitlich" ist nicht zu halten. Millionen von Frauen (natürlich auch Männer) nehmen täglich auf dieser Erde ein solches Ding in den Mund und lecken und lutschen es ausführlich. Das soll unappetitlich sein?

6. Soweit die Ablehnung solcher Fotos im Blog auf religiösen Anschauungen beruht, will ich dem nicht entgegentreten. Niemand ist gezwungen, dies Blog zu lesen, diese Bilder anzusehen, meine Meinung zu teilen. Aber Religion ist und bleibt Privatsache.

Karl Weiss

Samstag, 28. Juni 2008

2 Jahre Blog Karl Weiss Journalismus

In eigener Sache

Vor 2 Jahren, am 28.6. 2006, wurde dieses Blog eröffnet.

Am Anfang war die Idee lediglich, die Artikel, die von mir und Elmar erschienen waren, weiterhin zur Verfügung zu stellen. Inzwischen hat sich das Blog aber zu einer kleinen Institution gemausert und wird schon mit einer gewissen Häufigkeit gelesen.

Allerdings kann es noch keinen Vergleich mit den vielgelesenen Blogs bestehen.

In diesem Blog werden jetzt auch Erstveröffentlichungen gebracht, aber weiterhin im wesentlichen die Artikel, die in der Berliner Umschau erscheinen.

Rechtzeitig zum Geburtstag hat „Blogcounter“ 700 000 Besuche auf diesem Blog gezählt. „Sitemeter“ zählt allerdings erst 690 000.

In Blogcounter erreicht dieses Blog praktisch täglich die Liste der 100 meist gelesenen Blogs. In „Bloggerei“ kommt es ständig unter die ersten 150.

Die meist angeklickten Artikel sind die zu Kinderporno-Verfolgungen, christlich-extremistischen Absurditäten und Sexualsrafrechtsverschärfungen, die hier deshalb noch einmal verlinkt sein sollen:

- USA: Absurditäten des
religiösen Extremismus


- Schnüffeln im Sexualleben der Bundesbürger

- ...promt ging die Sache in die Hose –Rasterfahndung hätte um ein Haar eine Firma gekostet

- Schon in den USA, bald auch bei uns – Gefängnis für Sex unter 18

- Die Zukunft der USA unter den extremistischen Christen

- Sex?? Gefängnis!!

- Operation Ore, Teil 1: Der grösste Polizei-, Justiz- und Medien-Skandal des neuen Jahrtausends

- Operation Ore, Teil 2: Die Berühmtheiten unter den Verdächtigten, die Rolle der Polizei

- Operation Ore, Teil 3: Die Rolle der Politik und der Medien

- Dossier Verschärfung Sexualstrafrecht, Teil 1

- Dossier Verschärfung Sexualstrafrecht, Teil 2

- Die Dossiers Verschärfung Sexualstrafrecht

- Sex unter 18? – 10 Jahre Gefängnis!

- Schärferes Sexualstrafrecht soll Donnerstag durch den Bundestag

- Hurra! Sie haben es gestoppt

- Justiz im US-Bundesstaat New Jersey: Kein Internet für „Sex Offenders“

- Dossier Verschärfung Sexualstrafrecht, Teil 3


Dies ist auch ein Bereich, in dem das Blog wohl zusammen mit anderen Veröffentlichungen einen kleinen Teilerfolg erzielen konnte. Die ursprüngliche Fassung des neuen Sexualstrafrechts in Deutschland ist vom Tisch. Es wird jetzt nur noch eine abgeschwächte Version verfolgt. Dazu kommt demnächst auch wieder ein Artikel. Im Moment wird noch recherchiert.

Eine Besonderheit dieses Blogs ist seine Foto- und Bildersammlung, speziell unter „Nachrichtenbilder“. Fast ein Drittel aller Klicks kommt über „images.google“. Es seien hier deshalb auch noch einmal eine Anzahl von häufig angeklickten Bildern des Blogs gezeigt:

(Anmerkung: Es gibt eine kleine Anzahl von Nudistenfotos, Bravo-Aufklärungsbildern und Wikipedia-Sexual-Abbildungen unter den viel angeklickten. Diese Bilder wurden hier ausschliesslich als Beleg für die im Internet frei zugänglichen Bilder und als Beispiele für die Absurditäten des beabsichtigten neuen Sexualstrafrechts eingestellt.)

Bild aus Abu Ghraib mit Wärterin (Frau England), die auf kleinen Penis zeigt und lacht

Bild des "Berges der nackten Gefangenen"

Kohlendioxid-Anstieg: Dies ist eine so überzeugende Kurve über das, was im Moment geschieht, dass sich jeder Kommentar erübrigt.

Treffende Karikatur

Ausschnitt aus Sexfolterphoto Abu Ghraib

Energieverbrauch Deutscland

Die völlige Zerstückelung des palästinensischen Territoriums wird hier deutlich. Das ist keine Besatzung, das ist Annektion.

Wikipedia Commons - Penis mit Skala

Bravo - Selbstbefriedigung 1

Bravo - Stellungen

Die fünf wärmsten Jahre seit 1890

Karikatur Selbstmord Guantánamo

Nudist foto 199

nudist foto 831

Abu Ghraib 1-1

Pete Townshend

Irak-Krieg US-Aggression

Verbeamtete Mafia - Polizisten misshandeln Demonstranten

Als Geburtstagsüberraschung für die Leser habe ich begonnen, Elmars Brasilien- Serie "Brasilien jenseits von Fussball und Samba" hier erneut in aktualisierter Form in das Blog zu stellen. Am letzten Sonntag kam schon der erste Teil. Diesen Sonntag soll der zweite folgen - usw.

Freitag, 4. April 2008

600 000 hart gezählte Blog-Klicks

In eigener Sache

In dieser Woche kann dieses Blog den 600 000. Besucher feiern (laut 'Blogcounter'). Das ist schon ganz nett für ein Blog, das kaum viel mehr als eineinhalb Jahre auf dem Buckel hat, für ein Blog, das ja bis vor kurzem nur Artikel enthielt, die schon anderswo erschienen waren. Erst jetzt habe ich mich ja entschlossen, hier auch Erstveröffentlichungen zu bringen.

Dabei ist bemerkenswert, dass fast 540 000 dieser Besuche auf den Zeitraum der letzten 12 Monate entfallen (ebenfalls laut 'Blogcounter').

Es handelt sich bei dieser Zahl nicht etwa um die Anzahl von Klicks auf Artikel oder Bilder, sondern um die Anzahl der Besucher. Die Anzahl der Klicks insgesamt ist pro Tag meist etwa beim doppeltem der Zahl der Besucher (auch dies laut 'blogcounter').

Aus der Zahl der Klicks, die direkt ohne 'Referrer' auf die Startseite kommen, geht hervor: Etwa ein Drittel der Besucher sind "treue Leser", die dies Blog wahrscheinlich in der Lesezeichen-Liste haben oder anderweitig direkt auf die Startseite oder eine andere registrierte Seite gehen.

Ein weiteres Drittel kommt über Bild-Abfragen auf dies Blog, hauptsächlich über 'images.google'. Dies Blog ist also eine beliebte Quelle für Abbildungen, speziell für Nachrichtenbilder.

Das letzte Drittel kommt über andere 'Referrer' hierher, davon ein grosser Teil über Suchmaschinen. Der grösste andere 'Referrer' ist 'Net-News-Global'.

Sonntag, 9. März 2008

Nachrichten-, Politik-, Brasilien- und Bilder-Blog

In eigener Sache

Von Karl Weiss

Dieses Blog war eigentlich nur eingerichtet worden, um meine (und Elmars) Artikel zugänglich zu halten, denn sie sind in der Regel nicht einfach Artikel mit aktuellem Inhalt, die zwei Tage später uninteressant sind, sondern meistens Artikel mit aktuellen Informationen, die Hintergründe und Zusammenhänge aufzeigen, was sie oft für lange Zeit aktuell und interessant machen kann.

Nun aber hat sich das Blog gewissermassen selbständig gemacht. Es hat eine eigene Bedeutung als Nachrichtenblog bekommen, als Politikblog, als Brasilien-Blog und auch als Quelle von Bild-Material. Es wird, unabhängig davon, wo meine Artikel zuerst erschienen, von einer beachtlichen Zahl von Menschen angeklickt.

Insgesamt gab es bis jetzt fast genau 580 000 Klicks auf dieses Blog (nach Blogcounter).

Die täglichen Klicks pendeln sich jetzt bei einer Zahl zwischen 1000 und 1200 ein (nachdem sie eine Zeit lang aus anders gearteten Gründen höher gelegen hatten), wobei etwa ein Drittel bis die Hälfte der Besucher mehr als einen Artikel anklicken.

Damit ist es bereits ein gut gelesenes Blog (speziell angesichts seines geringen Alters von eineinhalb Jahren), unabhängig von der Tatsache, praktisch nur Artikel enthalten zu haben, die woanders schon erschienen waren.

Deshalb habe ich mich entschieden, hier nun auch Originalveröffentlichungen von Artikeln von mir zu machen.

Weiterhin werde ich fein säuberlich registrieren, wenn ein Artikel schon irgendwo erschienen ist. Gibt es nichts dergleichen, ist es eine Erstveröffentlichung.

Ich habe jetzt auch die Funktion des Zufallsbilds auf dem Side-Bar aktiviert, um die grosse Zahl interessanter Bilder deutlich zu machen.

Samstag, 26. Januar 2008

18 Monate - 500 000 Klicks

Dieses Blog wurde eineinhalb

Von Karl Weiss

Rechtzeitig zum eineinhalbjährigen Geburtstag ist dieses Blog zum 500 000. Mal angeklickt worden nach 'blogcounter'.

Recht beachtlich für ein Baby. Es kann aber auch schon laufen. Dann auf die nächste halbe Million!

Mittwoch, 24. Oktober 2007

Die Dossiers Verschärfung Sexualstrafrecht

In eigener Sache

Von Karl Weiss

Die beiden Dossiers Sexualstrafrecht, Dossier Verschärfung Sexualstrafrecht, Teil 1 und Dossier Verschärfung Sexualstrafrecht, Teil 2, die am 8. August und am 4. September 2007, in “Nachrichten – heute” erstveröffentlicht und dann auch angereichert mit Beispiel-Fotos in dieses Blog gestellt wurden ( hier und hier ), sind inzwischen zu den bei weitem meistgelesenen Artikeln geworden, speziell der Teil 1, der im Original inzwischen über 33 000 Mal angeklickt wurde.

Er ist damit auch auf der Seite „Nachrichten – heute“ der meistgelesene Artikel geworden.

Aber auch der zweite Teil ist viel gelesen, in beiden Veröffentlichungen zusammen inzwischen an die 12 000 Mal angeklickt. Im Blog karlweiss sind beide Artikel zusammen etwa 13 000 Mal gelesen worden (die Aktualisierung der "Top 6 Dossiers" folgt noch).

[Aktualisierung vom 25.1.2008: Inzwischen gibt es auch bereits den dritten Teil des Dossiers Verschärfung Sexualstrafrecht. Der erste Teil des Dossiers ist in der Originalversion nun bereits fast 50 000 Mal angeklickt worden. Hier im Blog hat der zweite Teil über 25 000 Leser gefunden, der erste Teil beinahe 15 000. Auch dieser Artikel "In eigener Sache" ist bereits über 9000 Mal angeklickt worden.]

Inzwischen hat sich auch herausgestellt: Die Idee, diese Artikel im Blog mit Bildern aus dem „Nudisten-Album“ anzureichern, hat die Problematik noch deutlicher werden lassen. Auch im deutschsprachigen Raum, nicht nur in den USA, gibt es Leute, die verfechten, ihre Moralvorstellungen müssten mit den Mitteln des Strafrechts durchgesetzt werden.

Eine grosse Anzahl von Foren im Internet hat diese Probleme diskutiert. Hier ein typischer Ausschnitt aus einer der Diskussionen, in diesem Fall des Forums ubuntuusers:

Chrissss:

„(...) sich jemand aufregt, dass er seine netten Familienfotos aus Nudistencamps nun nicht mehr seinen Freunden zeigen darf. Sorry, die Beispiele dort sind pornografischer Natur und ich bin froh, dass man solch (ich zensiere mich freiwillig) hinter Schloss und Gitter sperren kann. Nacktbilder von Kindern zu verbreiten, und seien sie noch so "harmlos", ist und bleibt pervers und nun gibts auch die Mittel die Produzenten solcher Bilder zu belangen.“

queue:

„Ich habe mir die Bilder auf der verlinkten Seite angesehen, und irgendwie finde ich überhaupt nichts Verruchtes oder Unnatürliches daran.
Wenn sich jemand an solchen Bildern aufgeilen kann, dann ist es eher ein Armutszeugnis für die Gesellschaft, in der diese Bilder irgendwie verboten wirken. Und wer das erregend findet, der kann auch MTV gucken, wo sich minderjährige Mädchen in Musikvideos räkeln und im Bikini über Laufstege wackeln.“

Ein anderer Diskutant in diesem Forum argumentiert mit der einschlägigen „Bravo“-Seite:

Dort wird alles – und zwar aufgeteilt nach Altersklassen 12 bis 13, 14 bis 15 und 16 bis17 – an männlichen und weiblichen Modellen bis ins Detail der Sexualorgane gezeigt. Man hat sich sogar die Mühe gemacht, Galerien über das unterschiedliche individuelle Aussehen der Sexualorgane in diesem Altersbereich anzulegen und zu zeigen.

Bravo- Junge und Mädchen

Hier nur eine kleine Auswahl von weiteren Fotos, die es bei „Bravo - Dr.Sommer“ zu sehen gibt.

Bravo - Stellung

Da gibt es die Fotos von Stellungen,

Bravo - Stellung 1

Bravo - Stellung 2

Bravo - Stellung 3

Bravo - Stellung4

Bravo Stellung 5

Bravo - Stellung 6

Bravo - Stellung7

Bravo - Stellung 8

Bravo - Stellungen

Fotos und Zeichnungen zu „Aufklärung“ und "Petting"

Bravo - Aufklärung

Bravo - Aufklärung 1

Bravo- Aufklärung2

Bravo Aufklärung 3

Bravo- Aufklärung 5

Bravo Aufklärung 10

Bravo Aufklärung 12

und von Selbstbefriedigung,

Bravo - Selbstbefriedigung

Bravo - Selbstbefriedigung 1

Bravo - Selbstbefriedigung 2

Bravo - Selbstbefriedigung 3

Fotos zu Sex,

Bravo - Sex

zum ‚ersten Mal’ und

Bravo - Erstes Mal

zur Brust.

Bravo Brust

All dies bezogen auf Altersbereiche, die unter 18 liegen (unabhängig davon, ob eines der Modelle eventuell schon über 18 war). Dies alles, wohlgemerkt, im offenen Internet. Man braucht sich nicht einmal mit E-Mail-Adresse anzumelden, um all dies zu sehen.

Nur der Vollständigkeit halber: Hier ist natürlich nur ein kleiner Ausschnitt gezeigt von dem, was dort zu sehen ist.

Das ist das Niveau von Offenheit und Freiheit, mit dem Nacktheit in Deutschland behandelt wird, auch und speziell im Altersbereich von 12 bis 17 Jahre, und darüber hinaus auch Sex, Selbstbefriedigung, Stellungen beim Sex usw. All das wird nicht nur besprochen, sondern auch abgebildet. Niemand nimmt daran Anstoss, denn ein nackter menschlicher Körper und Sex sind kein Tabu mehr, im Gegenteil, man ist heute der Meinung, ältere Kinder und Jugendliche sollten über all dies Bescheid wissen – und dazu gehören natürlich auch Abbildungen.

Es ist offensichtlich, dies lässt sich mit den Absichten der Schöpfer jener neuen Gesetzesnormen nicht vereinbaren.

Tatsächlich würde dieses Aufklärungsmaterial nach dem neuen Gesetz aus „Dr. Sommer“ und der Bravo-Site eine hochkriminelle Organisation von Kinderporno im Internet machen, noch dazu mit kommerziellen Absichten (nämlich die Zeitschrift zu verkaufen). Das könnte interessant werden.

Ein anderes Beispiel sind die Fotos, die man in ‚wikipedia’ offen ansehen kann, wenn man zum Beispiel unter Penis nachsieht:

Hier kann man einen Penis in Normalzustand und eregiert sehen,

Wikipedia: Penis, normal und eregiert

ebenso wie auch einen beschnitten Penis mit halber Erektion.

Wikipedia - Beschnittener Penis

Geht man mit dem gleichen Begriff in Wikipedia Commons

kann man darüber hinaus auch noch ein Video von einem ejakulierenden Mann sehen und eine ganze Fotostrecke mit Penissen, einschliesslich einem mit Masstab,

Wikipedia Commons - Penis mit Skala
Ob das Zoll (inches) sind? Dann wäre das allerdings ein Prachtexemplar.

mit einem masturbierten Penis,

Wikipedia Commons Masturbation

noch zwei eregierte Penisse

Wikipedia - Eregierter Penis
ein kleinerer

Wikipedia - Eregierter Penis 1
und ein normaler

und schliesslich auch einen besonderer Länge.

Wikipedia Commons - Erektion
und Hässlichkeit

Wiederum ist hier nur ein Teil dessen gezeigt, was man dort sehen kann. Nun mag einer sagen, das ist ja nun speziell im Zusammenhang mit Aufklärung über den Körper und über Sexualität. Natürlich, aber auch die beiden betreffenden Artikel sind eben in aufklärerischen Zusammenhang. Die Fotos von Nackten stehen darin, um das im Text gesagte deutlicher zu machen.

Die Wiedergabe der Fotos hier ist ebenfalls zu aufklärerischem Zweck. Es geht darum zu dokumentieren, was heute jedem (und auch jedem Kind) am Computer mit Internetanschluss zugänglich ist, ohne Aufsehen zu erregen. Die hier gezeigten Fotos sind daher nichts „Abartiges“ oder „Perverses“.

Am Beispiel der Meinung von Chrissss zeigt sich, es gibt nicht nur in Kreisen extremistischer Christen in den USA, sondern auch bei uns Fanatiker, die es für absolut richtig halten, jegliche Nacktheit (speziell bei Kindern, aber auch Jugendlichen) zu verbieten. Zwar wird nur von Fotos gesprochen, aber es ist schon klar, man kann nicht Fotoapparate generell von jedem Strand oder Camp entfernen – schon gar nicht in Zeiten, in denen praktisch jedes Handy schon eine Foto-Funktion hat.

Damit ist die gesamte Nudisten-Bewegung nach Meinung von Chrissss reif für das Gefängnis, ebenso wie alle Eltern, die ihre Kleinkinder am Strand ohne Bekleidung spielen lassen und dann auch Fotos machen. Zumindest, so sagt Chrissss, müssten diese Eltern dann jene „pornografischen“ Fotos unter strengsten Verschluss halten. Nacktbilder von Kindern, die fast jeder deutsche Vater oder deutsche Mutter schon gemacht und herumgezeigt hat, meint Chrisssss, seien „pervers“ und erklärt uns, - jedenfalls fast alle Deutschen, die Kinder haben – generell für ein Volk von Perversen.

Vor solch hysterisch extremistischen Fanatikern graust es einem wirklich, speziell wenn man annehmen muss, die deutsche Regierungspartei CDU/CSU glaubt mit ähnlich fundierten Begründungen deutsche Gesetze verändern zu müssen.

Damit ist auch die Ansicht einiger Diskutanten widerlegt, es handele sich gar nicht darum, jegliche Nacktfotos und jegliche angezogenen Fotos mit „aufreizender“ Wirkung (auf Personen, die nicht genannt sind) von Personen unter 18 mit schweren Gefängnisstrafen zu belegen – einschliesslich aller Personen, die (wiederum nach Ansicht ungenannter Personen) aussehen wie unter 18. Es wird deutlich, es geht wirklich genau darum – denn all dies ist ja „pervers“ – und „Perverse“ müssen schliesslich weggesperrt werden.

Es zeigt sich also, die Warnungen in jenen Artikeln waren keineswegs „übertrieben“ oder „an den Haaren herbeigezogen“, sondern sind real – die Absurditäten können aber noch verhindert werden, denn das Gesetz ist ja noch nicht verabschiedet – ganz zu schweigen von weiteren Verschärfungen, die sicherlich anstehen, wenn dieses Gesetz ohne Widerstand durchgewinkt würde.



Hier eine Anzahl Links zu anderen Artikeln im Blog zu hysterischen Kinderporno-Verfolgungen, christlich-extremistischen Absurditäten und Sexualstrafrechts-Verschärfungen:

- USA: Absurditäten des religiösen Extremismus

- Schnüffeln im Sexualleben der Bundesbürger

- ...promt ging die Sache in die Hose –Rasterfahndung hätte um ein Haar eine Firma gekostet

- Schon in den USA, bald auch bei uns – Gefängnis für Sex unter 18

- Die Zukunft der USA unter den extremistischen Christen

- Sex?? Gefängnis!!

- Operation Ore, Teil 1: Der grösste Polizei-, Justiz- und Medien-Skandal des neuen Jahrtausends

- Operation Ore, Teil 2: Die Berühmtheiten unter den Verdächtigten, die Rolle der Polizei

- Operation Ore, Teil 3: Die Rolle der Politik und der Medien

- Dossier Verschärfung Sexualstrafrecht, Teil 1

- Dossier Verschärfung Sexualstrafrecht, Teil 2

- Sex unter 18? – 10 Jahre Gefängnis!

- Schärferes Sexualstrafrecht soll Donnerstag durch den Bundestag

- Hurra! Sie haben es gestoppt

- Justiz im US-Bundesstaat New Jersey: Kein Internet für „Sex Offenders“

Montag, 9. Juli 2007

Folterartikel

In eigener Sache

Von Karl Weiss

Die Artikel über Folter, vor allem die zwei, die in jeweils zwei Versionen im Blog stehen, "Profimässig foltern - wie ist das?" mit der anderen Version "Bush und Rumsfeld foltern", sowie "Folter - CIA-Folterflüge und europäische Regierungen" mit der anderen Version "Warum wird gefoltert?", sind bei weitem die meistgelesenen im Blog.

Sie haben sich inzwischen schon so verbreitet und wurden so oft gelesen, dass einem davon, "Warum wird gefoltert?" schon die Ehre zuteil wurde, in eine Enzyklopädie einzugehen, in die deutsche Wikipedia unter dem Stichwort "Folter in Chile":
http://de.wikipedia.org/wiki/Folter_in_Chile
Dort ist der Artikel unter Anmerkung 22 verlinkt.

Mittwoch, 27. Juni 2007

1 Jahr Blog Karl Weiss - Journalismus

In eigener Sache

Von Karl Weiss

Nun ist dieses Blog ein Jahr alt. Ein Baby noch, aber doch schon recht beachtlich für sein Alter.

Am 28. Juni 2006 wurde dies Blog eröffnet und der erste Artikel in eigener Sache („Willkommen“) geschrieben.

Rechtzeitig vor dem Einjährigen wurde die Zahl von 100 000 Besuchern im Blog überschritten, inzwischen sind es schon über 130 000.

Ebenso gibt es jetzt schon mit einer gewissen Häufigkeit Tage mit mehr als 1000 Besuchern. Im Juni hatten wir sogar bereits einige Tage mit über 1100 bzw. 1200 Besuchern und einen mit 1356. All diese Zahlen beziehen sich auf die Statistiken von „blogcounter“.

blogcounter-visitors-per-day

Zwar wurde der Blog erst im September bei ‚blogcounter’ angemeldet, aber vorher war die Zahl der Besucher sowieso minimal, so dass dies keine Rolle spielt.

Gerade noch rechtzeitig kam es vor, dass die Zahl von 100 Besuchern pro Stunde zum ersten Mal überschritten wurde.

blogcounter-visitors-per-hour

Das ist alles doch recht erfreulich, wenn man bedenkt, hier werden nur Artikel eingestellt, die schon woanders erschienen sind, wenn auch oft überarbeitet, ergänzt und mit Fotos versehen.

Die Bilder und Fotos sind es auch, die sich mehr und mehr zu einer Besonderheit dieses Blogs entwickeln. Seit „images.google.de“ dieses Blog entdeckt hat, sind Tausende von Besuchern (genauer: 20 000) hier auf der Suche nach Nachrichtenbildern angekommen. Es ist – ebenfalls gerade rechtzeitig zum einjährigen Geburtstag – zum grössten einzelnen „Referrer“ im Blog geworden.

Der Blog hat eine grosse Vielfalt und Themenweite von Fotos, Graphiken und Zeichnungen zu bieten, was ihn für viele Bildersuchende wertvoll macht.

Stolz darf ich darauf sein, dass der grösste Teil der Besucher (fast 40%, etwa 46 000 von 128 000 - Stand von vor einer Woche) direkt auf die Startseite kommen (ohne Referrer). Das sind also meistens „Stammkunden“, die wohl oft dieses Blog mit Lesezeichen markiert haben.

Danach kommen in der Häufigkeit der Besucher jene, die über Referrer kommen, mit den drei deutschsprachigen (.de, .at und .ch) und dem englischen google (.com) mit zusammen etwa 25 000 Klicks an der Spitze, dann images.google (.de, .com, .at und .ch) zusammen mit etwa 24 000 Klicks, dann und als wichtigstem anderen Referrer ‚Net-News-Global’ mit etwa 11 500 Klicks. Der wichtigste „Sonstige Referrer“ ist die Site 3d-center.de mit etwa 3 800 Klicks.

Der Blog hat schon verschiedentlich Aufsehen erregt, zum Beispiel mit der Enthüllung über das Unterschieben einer Straftat durch die Polizei gegen einen deutschen Journalisten im Zusammenhang mit der Diskussion über den ‚Bundestrojaner’ durch einen Artikel unter dem Titel „Der Bundestrojaner und die unterschobene Straftat“, welcher innerhalb von wenigen Tagen mehr als 3000 Klicks erhielt und inzwischen bereits etwa 4 800 Mal angeklickt wurde.

Andere Blogs linken mit einer gewissen Häufigkeit auf dies Blog, was u.a. auch schon zu einem „Rating“ bei Technorati geführt hat. Dies Blog hat dort nach der neuen Einteilung nun eine „Authority“ von 117 und einen ‚Rank’ von 41 389, das ist weit mehr als die übergrosse Mehrheit der Blogs in Jahren erreicht hat, geschweige denn in einem Jahr.

Die Zahl der Besucher pro Tag laut ‚Blogcounter’ liegt durchschnittlich für den Juni 2007 bei etwa 900, das ergibt etwa 27 000 Besucher im Monat. Wenn sich das nicht verringert (und bisher ging es fast stetig aufwärts), werden wir im 2. Jahr hier etwa 325 000 Besucher oder mehr haben.

Im Schnitt des ganzen ersten Jahres, das ja natürlicherweise mit sehr niedrigen Zahlen begann, haben wir nun etwa 440 Besucher pro Tag oder etwa 10 000 pro Monat. Diese Durchschnittszahlen gehen aber jetzt rasch nach oben.

Im gleichen Masse, wie die Zahlen der Besuche über ‚images.google’ anstiegen, sank die Dauer des Aufenthalts im Blog. Die meisten, die lediglich ein Bild suchen, bleiben nur weniger als eine Minute im Blog. Dadurch ist die durchschnittliche Aufenthaltsdauer jetzt auf dreieinhalb Minuten gesunken. Dabei werden im Schnitt 1,7 Artikel angeklickt.

Es gibt aber auch weiterhin jene, die viele Artikel lesen und bis zu einer Stunde im Blog bleiben.

Als die Themen, die am meisten interessieren, haben sich die Folterartikel herausgestellt, sowohl jene, die über US-Folter in Abu Ghraib, Afghanistan und Guantánamo berichten, als auch jene, die generell über Folter und Foltermethoden gehen, wie auch jene, die spezifisch die Methoden in vielen Ländern mit dem Schwerpunkt jener der Militärdiktatur in Chile aufs Korn nehmen. Speziell die beiden (fast gleichlautenden) Artikel „Profimässig foltern – wie ist das?“ und „Bush und Rumsfeld foltern“ haben mit zusammen etwa 20 000 Klicks ein überragendes Interesse gefunden.

Hier eine Anzahl Links zu Artikeln im Blog zur Folter:

- Profimässig foltern – wie ist das?

- Bush und Rumsfeld foltern!

- Folter – CIA-Folterflüge und europäische Regierungen

- Warum wird gefoltert?

- Die USA am Scheideweg – Innerhalb oder ausserhalb der zivilisierten Welt?

- Beine zu Brei geschlagen – Folter in Afghanistan

- Interviews mit Guantánamo-Insassen

- Wenn bürgerliche Rechte abgeschafft werden... - USA-Land der Freiheit?

- Kann man durch Folter Wahrheit erfahren?


Ausserdem haben Themen viele Klicks erfahren, die zum Abbau der bürgerlichen Rechte in den USA wie auch in der BRD etwas aussagen, speziell der schon erwähnte Artikel über das Unterschieben einer Straftat, so wie auch Artikel zur Ausweitung des Sexualstrafrechts in den USA und bei uns auf normale und typische sexuelle Gepflogenheiten. Unter Einschluss der Folterartikel betrifft dies 15 der 40 meistgelesenen Artikel im Blog.

Hier sind Links zu Artikeln in diesem Blog zum Abbau von bürgerlichen Rechten in den USA:

- Kann man mit Telephon-Überwachung Terrorzellen ausheben?

- Die USA am Scheideweg: Innerhalb oder ausserhalb der zivilisierten Welt?

- USA: Faschisierung des Staatsapparates, Teil 1: Es geht gegen das eigene Volk

- USA: Faschisierung des Staatsapparates, Teil 2: 432 Millionen Dollar für ‚Internierungslager’

- Statistischer Beweis: Wahlfälschung bei den US-Präsidentschaftswahlen

- Wenn Regierungen Geiseln nehmen – Benattas, noch ein Fall von Geiselhaft

- USA: Wer Menschenrechte verteidigt, fliegt raus – CIA-Agentin entlassen

- Folter – CIA-Folterflüge und europäische Regierungen

- Anti-Terrorgesetze früher und heute – Das ‚Detainee Treatment’-Gesetz in den USA

- Wenn bürgerliche Rechte abgeschafft werden... USA – Land der Freiheit?

- USA: Absurditäten des religiösen Extremismus

- Interviews mit Gunatánamo-Insassen

- USA: Erst schiessen, dann fragen – Warlord Country


Hier Links zu Artikeln zu absurden Massnahmen und Gesetzesverschärfungen unter Verwendung der Vorurteile extremistisch-religiöser Christen:

- Die Zukunft der USA unter den extremistischen Christen

- Schon in den USA, bald auch bei uns – Gefängnis für Sex unter 18

- USA: Absurditäten des religiösen Extremismus

- Schnüffeln im Sexualleben der Bundesbürger

- Quo vadis, USA? Ausgewogenheit und wissenschaftliche Wahrheit

- Promt ging die Sache in die Hose ... – Rasterfahndung hätte um ein Haar eine Firma gekostet


Die dritte Gruppe von viel gelesenen Artikeln hier sind jene, die über die wirtschaftliche Entwicklung sprechen und speziell über die drohende Wirtschaftskrise. 10 unter den meistgelesenen 30 Artikeln im Blog gehören hierzu.

Einige Artikel zur Frage einer Weltwirtschaftskrise:

"Anzeichen Wirtschaftskrise?"

"Full Crash- Zweites Anzeichen Wirtschaftskrise?"

"Drittes Anzeichen Weltwirtschaftskrise"

"Viertes Anzeichen Weltwirtschaftskrise"

"Können die USA bankrott gehen?"

"25% Fall des Dollars?"

"Der Mini-Crash - 10 Monate zur Wirtschaftskrise?"

"Die Zinswende der Langzeitzinsen leitet das Abgleiten in die Weltwirtschaftskrise ein."


Ein weiterer Anteil von Artikeln, die Interesse hervorgerufen haben, sind jene zu Umweltthemen, speziell zur bereits eingeleiteten Klimakatastrophe. 9 unter den 50 meistgelesenen Artikeln betreffen diesen Themenbereich.

Hier eine Anzahl Links zu Artikeln im Blog zu Umweltproblemen und zur Klimakatastrophe und was getan werden muss:

- Lulas Brasilien, Teil 4 – Abholzen und Abbrennen

- Kofi Annan: Keine Gegenargumente mehr

- Wie die Industrie der „Global Warming Sceptics“ funktioniert

- Der Alkohol-Boom hat begonnen, Teil 1 – Bill Gates und George Soros investieren in Alkohol

- Der Alkohol-Boom hat begonnen, Teil 2 – Was spricht gegen Bio-Kraftstoffe?

- Der Alkohol-Boom hat begonnen, Teil 3 – Der 'Rush' gewinnt an Tempo

- Der Alkohol-Boom hat begonnen, Teil 4 - Endlich auch Bio-Alkohol in der Bundesrepublik

- Regenwaldvernichtung und Trockenheit im Amazonasgebiet

- Sprit aus nachwachsenden Rohstoffen

- Klimakatastrophe: IPCC-Report klammert entscheidende Frage aus

- Briefwechsel mit „Rettet den Regenwald“

- Das Klima kann nicht warten – Offener Brief an „Rettet den Regenwald“

- Wie wird der Verkehr der Zukunft angetrieben

- Stärkster Hurricane aller Zeiten

- Ein deutscher ‚Global Warming Sceptic’

- Klimahetzer? – Klimaketzer? Eine Auseinandersetzung um die beginnende Klimakatstrophe

- Brasilien plant völlige Umstellung auf Biodiesel


Ausserdem ist es bemerkenswert, wie viele Klicks die beiden Dossiers über die Renten erfahren haben.

Weniger hohe Zahlen von Besuchern haben - wie zu erwarten - die Brasilien-Artikel erfahren, obwohl es insgesamt doch interessant ist zu sehen, dass offensichtlich eine Anzahl von Deutschen oder deutschsprechenden aus Brasilien den Blog regelmässig besuchen.

Inzwischen stehen in diesem Blog etwa 500 Artikel zur Verfügung und langsam wird der Platz knapp. Ich muss mir überlegen, wie das weitergehen soll.

Mit den steigenden Zahlen von Klicks auf dies Blog sind wir auch in die Liste der 100 meistbesuchten Blogs von ‚Blogcounter’ eingezogen. Seit Mai ist dieser Blog fast täglich in dieser Liste vertreten, allerdings fast immer in der unteren Hälfte. Nur zweimal hat es bisher für die erste Hälfte gereicht: Am 3.10.06 mit Platz 42 und am 11.5.07 mit Platz 49.

Interessant, dass die ‚Blogospere’ hauptsächlich während der Arbeitstage besucht wird. Die Wochenend-Besucherzahlen sind meist deutlich niedriger.

Ich dagegen schreibe meine Artikel im wesentlichen an den Wochenenden.

Sankt-Franziskus-Kirche von Niemeyer

Hier noch einen speziellen Gruss aus Belo Horizonte mit einem Bild der kleinen Sankt-Franziskus-Kirche von Oscar Niemeyer hier am Ufer des Pampulha-Sees, einem Kunstwerk und einer der grossen Attraktionen der Stadt.

Mittwoch, 25. April 2007

Beständig steigende Zahl von Klicks auf dieses Blog und seine Artikel

In eigener Sache

Nun hat dieses Blog also seine 300 Tage überschritten.

Das sind bereits mehr als 9 Monate, die Zeit, die bei unserer Spezies notwendig ist, damit etwas mit Hand und Fuss herauskommt.

Inzwischen sind die Zahlen der Klicks auf das Blog und seine Artikel kontinuierlich angestiegen.

Waren es im März nach Blogcounter noch durchschnittlich 458 pro Tag, sind es nun im April bereits durchschnittlich 628. Damit hat sich der Gesamtdurchschnitt nun an die 340 pro Tag angenähert.

Insgesamt haben wir nun etwa 80 000 Klicks erreicht.

Auch im April konnte bereits wieder ein Tag mit mehr als 1000 Klicks begangen werden.

Allerdings hat die Qualität der Klicks etwas abgenommen. Die Verweilzeit im Blog ist gesunken. Das hängt wohl hauptsächlich damit zusammen, dass jetzt auch eine beträchtliche Anzahl von Klicks über "images.google" kommt, wo man meist nur ein Bild sehen will. Das bedeutet aber eben auch, wir stellen hier auch interessante Nachrichtenbilder zur Verfügung.

Weiterhin kommen etwa ein Drittel aller Besucher direkt (also ohne Referrer) auf das Blog, das sind die "Stammkunden". Die anderen zwei Drittel werden zu wesentlichen Teilen von google (google.de, google.com, google.at und google.ch) und von images.google auf dies Blog geleitet. Dazu kommen andere, die zeitweise einen Link hierher gesetzt haben, wie net-news-global, infowar, hahn und ähnliche. Von Zeit zu Zeit kann man jemanden beobachten, der über einen dieser Referrer in den Block kommt und dann zu lesen anfängt - bis zu einer Stunde.

Bei technorati hat dieses Blog jetzt den Rank 38 659 erklommen (bei insgesamt Millionen). Dort werden nun 737 Links von insgesamt 106 anderen Blogs gezählt.

Seit Anfang April haben wir an keinem Werktag mehr weniger als 450 Klicks gehabt.

Also denn : Weiter so!

Karl Weiss

Montag, 23. April 2007

'American Pie' von Don McLean

Der Song des Jahrhunderts

‚American Pie’ von Don McLean

Übersetzung von Elmar Getto


In den Vereinigten Staaten wurden von verschiedenen Zeitschriften und Web-Seiten Abstimmungen durchgeführt, welches der „Song des 20. Jahrhunderts“ (in den USA) war. Bei den meisten kam Don McLean mit „American Pie“ auf den ersten Platz. Das ist natürlich keine europäische Sicht der Dinge, andererseits aber verdient. Hier veröffentlichen wir den Text, eine Übersetzung und eine Interpretation.

Die Musik ist eingängig und melodisch, der Rhytmus ist das, was die meisten bevorzugen, Rock Musik, und der Text ist poetisch, geheimnisvoll, vieldeutig und voller Inhalt. Auch die Jüngeren kennen diesen Song vom Anfang der Siebziger Jahre, weil vor einiger Zeit Madonna eine ‚weich gewaschene’ Version gesungen hat. Sie hat natürlich nicht die Zeilen gesungen, die Mick Jagger in die Nähe des Leibhaftigen kommen lassen, ebenso wenig jene, in denen McLean mehr oder weniger klar sagt, daß er ‚herumgevögelt’ hat auf Deibel komm raus.


AMERICAN PIE von Don McLean



Der ganze Song ist zunächst einmal eine wunderschöne Huldigung für den Rock and Roll-Sänger und Komponisten Buddy Holly, obwohl dessen Name nicht ein einziges Mal erwähnt wird, mit einer Melodie und einem Fluß der Töne, schöner als bei allen Buddy Holly-Songs. Er spricht von der frühen Rock and Roll Musik, auf die man tanzen konnte, was für die junge Generation wichtig war. McLean meint, daß das Fehlen von Buddy Holly (der früh starb) der Grund für das Fehlen tanzbarer Rock and Roll Musik zu seiner Zeit ist (‚American Pie’ wurde Ende der 60er-Jahre geschrieben und im Jahre 1971 herausgebracht).

Doch der Song ist noch weit mehr. Sein Text ist in vielen Zeilen zweideutig oder vieldeutig, er zitiert fast ständig Rock and Roll Songs und er schafft genau das, was er am Anfang des Songs zu seinem Ziel erklärt: Er will einen Rock and Roll Song machen, der tanzbar ist und der einen Lächeln macht. Man lächelt immer wieder, wenn man eine zweite Bedeutung bemerkt hat oder den Song gefunden hat, aus dem zitiert wird. Ebenso kann man bei einigen Wortspielen lächeln, so wie bei der ersten Zeile des Refrain. In der Nebenseite bezieht sich der Song auch immer wieder auf die Erfahrungen der Protestbewegung (gegen den Vietnam-Krieg) Ende der Sechziger Jahre in den USA.


[Anmerkung des Übersetzers: Der unten veröffentlichte Text des Songs weicht in einigen Kleinigkeiten vom Text ab, der mir zur Übersetzung zur Verfügung stand. Daraus ergeben sich geringfügige Abweichungen]

1. Strophe

Es ist lange, lange her...

Buddy Holy starb 1959.

Ich kann mich noch erinnern, wie jene Musik mich jedesmal lächeln ließ.
Ich wußte, wenn ich einmal eine Chance bekommen würde, ich würde diese Leute zum Tanzen bringen und vielleicht wären sie glücklich für ein Weilchen.


McLean erklärt seine Auffassung von Rock und Roll-Musik: Sie dient zur Unterhaltung, sie muss tanzbar sein und soll ein wenig zum Lächeln bringen und so ein bisschen Glück verbreiten. Der frühe Rock and Roll hatte unter anderem die Funktion, Tanzmusik für die verschiedensten Treffen und Partys zu liefern. McLean erinnert sich seines Wunsches, Musiker zu werden und solche Tanzmusik für die Leute zu machen

Aber der Februar macht mich schaudern,

Buddy Holly starb in der Nacht des 2. Februar 1959 in einem Absturz eines Sportflugzeugs in Iowa während eines Schneesturms. Die Nachricht erreichte die Fans am nächsten Tag, dem 3. Februar, dem Tag, an dem man sagt, daß die [gute Rock and Roll-]Musik starb.

Mit jeder Zeitung, die ich zustellte,

Don McLeans Arbeit, außer Sänger, Liedermacher und Textschreiber, war Zeitungsausträger.

Schlimme Nachrichten auf der Türschwelle...
Ich konnte keinen Schritt mehr gehen
Ich weiss nicht, ob ich weinte,
als ich von seiner verwitweten Verlobten las


Buddy Holly war jung verlobt, als das Flugzeug abstürzte. Seine Verlobte war schwanger und hatte kurz danach eine Fehlgeburt.

Aber irgendetwas berührte mich tief,
an dem Tag, als die Musik starb.


Beim Flugzeugabsturz starben drei der beliebtesten Musiker der Vereinigten Staaten zu jener Zeit, neben Buddy Holly auch Richie Valens (der „La Bamba“ geschrieben hat) und The Big Bopper, dessen Lied „Chantilly Lace“ auf den Hitlisten stand. Deshalb ging der 3. Februar 1959 in die Annalen ein als „der Tag, als die Musik starb“.

So...

Refrain:

Ade, Miss amerikanischer Kuchen

Das “Miss” soll angeblich daher stammen, daß Don Mclean zu jener Zeit mit einer „Miss America“-Kandidatin befreundet war, aber das weiß man nicht sicher.

Damals wurde kolportiert, daß der Name des Flugzeugs, mit dem die drei Musiker abstürzten, „American Pie“, also ‚amerikanischer Kuchen’, war. So kam also der „Song des Jahrhunderts“ zu seinem Namen.

Außerdem ist diese Titelzeile auch ein witziges Wortspiel. Der ‚amerikanische Kuchen’ ist eine kalorienreiche Süßspeise und ‚Miss American Pie’ statt ‚Miss America’ könnte sich auf eine Schönheitskonkurrenz von wohlbeleibten Damen beziehen.

Zusammen mit ‚Bye Bye’ könnte es auch ein unfreundlicher Abschiedsgruss an eine Rundliche sein, die als „Miss American Pie“ tituliert wird.

Hieße die Zeile am Anfang nur Bye bye, American Pie, so wäre sie schlicht und nur als trauriger Abschied von den Musikern zu verstehen. Die Zeile brauchte aber noch eine unbetonte Silbe nach dem zweiten ‚Bye’, sonst paßte sie nicht in den Rhytmus. Ein drittes ‚Bye’ wäre banal gewesen, ein schlichtes ‚The’ einfallslos. Es war genial, das ‚Miss’ einzuschieben, so wurde aus einem Trauersong ein Lied, bei dem man schmunzeln kann – was McLean ja versprochen hatte.

Ich fuhr den Chevy zum Flußdeich, doch der Fluß[deich] war trocken

Der Chevy ist ein Chevrolet, damals das Symbol für relativ billige Autos in den USA.

Der trockene Fluß[deich] bezieht sich auf ein Ereignis, das damals die ganzen USA in Aufruhr versetzt hatte: Drei Schwarze waren in der Nähe einer kleinen Stadt in Mississippi ermordet am Deich eines (zu diesem Zeitpunkt) trockenen Flusses gefunden worden und es stellte sich heraus, daß sie einfach ermordet worden waren, weil sie Schwarze waren. Die ganze wahre Geschichte ist in dem berühmten Film „Mississippi in Flammen“ eingegangen.

In diesem Zusammenhang muß erwähnt werden, daß Don McLean Teil der Protestbewegung (Ende der 60er und Anfang der 70er-Jahre, hauptsächlich gegen den Vietnamkrieg, aber auch gegen Rassismus) war und ein persönlicher Freund von Pete Seeger, der so etwas wie der Sänger der Protestbewegung, wie auch der Bürgerrechtsbewegung schwarzer Amerikaner war.
Die Zeile macht den Eindruck, daß da noch eine andere Bedeutung drinsteckt, die noch nicht herausgefunden wurde. Wer etwas weiß, bitte kommentieren!

Unsere lieben Freunde tranken Whisky und Reisschnaps

„Good old boys“ bezieht sich nicht auf das Alter, sondern sagt etwas über die Verbundenheit der jungen Leute (von denen McLean einer war) mit den drei verunglückten Musikern. Es ging das Gerücht, die drei hätten heftig getrunken, bevor sie an jenem Tag ins Flugzeug stiegen.
Die zweite Bedeutung der Zeile bezieht sich allgemein darauf, daß sich die Musiker der damaligen Zeit (von Buddy Holly) bestenfalls mit Alkohol ‚in Stimmung brachten’, während zur aktuellen Zeit des Songs (1971) Rock and Roll und harte Drogen fast identisch waren.
Außerdem hat ‚Whiskey and Rye’ den Geruch, ein Zitat aus einem Song zu sein. Wer etwas weiß, bitte kommentieren.

Und sangen „Das wird der Tag sein, an dem ich sterbe, das wird der Tag sein, an dem ich sterbe....“

Einer der berühmtesten Songs von Buddy Holly ist „That’ll be the day“ (das wird der Tag sein). Im Refrain kommt die Zeile vor: „That’ll be the day [Pause] that I die“ (Das wird der Tag sein (Pause) an dem ich sterbe). Die drei Musiker waren auf Tournee unterwegs und hatten einen gemeinsamen Auftritt am 2. Februar 1959, bei dem natürlich die bekanntesten Songs von Buddy Holly gesungen wurden. Die drei haben also diese Zeile wirklich an ihrem Todestag gesungen.

[Anmerkung des Übersetzers: Dies ist die Stelle, an der mir regelmässig die Tränen kommen und meine Frau zu mir sagt; „Du bist ein hoffnungsloser Romantiker“]

2. Strophe

Hast du “The Book of Love” geschrieben

Die “Monotones”, eine Band des jungen Rock and Roll, hatten im Jahr 1958 einen Hit mit „The Book of Love“.

Glaubst du an Gott dort oben,
Wenn die Bibel dir das sagt?


Einerseits ein Bezug auf den Song „The Bible tells me so“ (die Bibel sagt mir das) von Don Cornell aus dem Jahr 1955, der allerdings nicht gerade eine Perle des Rock and Roll gewesen sein soll,
andererseits ein Bezug auf ein altes Kirchenlied, in dem es heißt „Jesus liebt mich, das weiß ich, weil die Bibel mir dies sagt“.

Und nun, glaubst du an den Rock and Roll?

Die Band “The Lovin’ Spoonfull” hatte im jahr 1965 einen Hit mit dem Song „Do you believe in Magic“, in dem es unter anderem heisst; „Glaubst du an Wunder?“ und „Das ist, als ob man einem Fremden Rock and Roll erklären sollte.“

Kann Musik deine sterbliche Seele retten?

Hier wird zum ersten Mal im Text die These angesprochen, daß Rock and Roll Musik eine Religion sein könnte, (die deine Seele retten könnte?). Weiter unten spinnt McLean den Gedanken noch weiter.

Und – kannst du mir beibringen, richtig langsam zu tanzen?

Zur Zeit des frühen Rock and Roll und der Songs von Buddy Holly war Don McLean Heranwachsender. Er erinnert sich der langsamen Tänze bei den Festen und Partys, dort wichtiger Teil der Zeremonie. Man kann langsam ‚auf Abstand’ tanzen oder eng umschlungen. Die Jungen spürten zum ersten Mal, wie es ist, ein Mädchen in den Armen zu halten, die Mädchen spürten nicht selten, wie sich da plötzlich etwas Hartes gegen ihren Bauch drückte. Wich ‚sie’ zurück, wußte der Junge, daß ‚sie’ nichts mit ihm im Sinne hatte, ließ ‚sie’ es geschehen oder drückte sogar dagegen, dürfte ‚sie’ wohl dem Versuch eines ersten Kusses aufgeschlossen sein.
Zur Zeit, als Don McLean den Song schrieb, ist die Rock and Roll Musik voll von psychodelischen Delirien und 10-Minuten-Gitarren-Soli. Niemand berücksichtigt mehr den Wunsch der Jungen und Mädchen, langsam tanzen zu können.

Ja, ich weiß, du bist in ihn verliebt,
weil ich dich tanzen gesehen habe in der Turnhalle


Die Tanzereignisse fanden fast immer in einer Turnhalle der Schule statt.
Wer ein Paar langsam tanzen sah, konnte oft erkennen, ob ‚er’ versucht hatte sich anzunähern und ob ‚sie’ ihn zurückgewiesen hatte oder nicht.

Ihr beide habt eure Schuhe davongeschleudert

Das bezieht sich auf den beliebten “sock-hop“. Lederbesohlte Strassenschuhe waren auf dem hölzernen Turnhallenfußboden verboten und Schuhe mit Gummi-Sohlen erschwerten einen Teil der Tanzschritte – also tanzte man auf Socken.

Mensch, der ‚Rhytm and Blues’ war so gut

McLean erinnert sich in dieser Zeile immer noch der Zeiten, als er Heranwachsender war (zweite Hälfte Fünfziger Jahre). Bevor der Rock and Roll populär wurde, war die Musik in den Vereinigten Staaten nach „Schwarz“ und „Weiß“, hoch abgeschottet.

„Schwarze“ Musik war fast ausschließlich für Schwarze gespielt worden und nannte sich zuerst „Rassen Musik“, später wurde sie ‚Rhytm and Blues’ genannt. Als sie solche Musik am Radio hörten, begannen auch die weissen Teenager daran Gefallen zu finden.

Ab etwa 1954 kamen eine Anzahl von ‚Rhytm and Blues’-Lieder auch in die allgemeinen Hitlisten, aber üblicherweise in den Interpretationen weisser Sänger, so z.B. „Shake, Rattle and Roll“ von Joe Turner in der Version von Bill Haley, „Sh-Boom“ von „The Chords“ in der Version von „The Crew-Nuts“, „Sincerely“ von „The Moonglows“, Version „Mc Guir Sisters“, „Tweedle Dee“ von Laverne Baker, Version Georgia Gibbs.

Ab 1955 gelang es den ersten schwarzen ‚Rhytm and Blues’-Musikern, in die allgemeinen Charts zu kommen: Fats Domino und Little Richard. Diese Lieder bezeichnet man heute schon als Rock and Roll, sie waren aber im engeren Sinn noch Rhytm and Blues.

Im Jahre 1956 werden unter dem Label Sun Records zum ersten Mal Elemente der (weissen) Country and Western Musik in diese Songs eingeführt. Das obligatorische Klavier (oder Orgel) aus dem Rhytm and Blues wird durch noch eine Gittare ersetzt, so daß die nun entstehende frühe Rock and Roll Musik mit drei Gitarren (Lead, Rhytm und Bass) und natürlich dem Schlagzeug gespielt wird (man macht schließlich Roll, Rock and Rhytm). Dazu dann ein Sänger oder einer der Gitarristen (oder alle drei) singt(en).

Das ist die Konfiguration, unter der Buddy Holly und Elvis Presley Rock and Roll bekannt machten (McLean zieht wohl deutlich Holly vor) – und die Generationen seitdem imitieren.

Ich war ein einsamer Junge voller sexueller Wünsche
Mit einer rosa Blume und einem „Pick Up Truck“


[Diese Übersetzung ist eine ‚soft version’]

Hier hat McLean es fertiggebracht, drei oder sogar vier Bedeutungen in zwei Zeilen unterzubringen. Zum einen bezieht er sich wieder auf Rock and Roll-Songs: Marty Robins hatte 1957 einen Hit mit „A white sport coat and a pink carnation“, Jimmy Buffet sang über „A white sport coat and a pink crustacean“.

Die Soft-Interpretation ‚sexuelle Wünsche’ zusammen mit dem ‚einsam’ drückt die Erfahrung aus, die fast alle männlichen Heranwachsenden machen: Sie fühlen sich von ihren Sexualtrieb überwältigt und beherrscht von ständigem Drang nach Sex (das beschränkt sich natürlich keineswegs nur auf Heranwachsende). In einer etwas Härteren Version wird er zu jemand, der alles vögelte, was einen Rock anhatte, mit einem ständig roten Harten und andauernd auf Anmache (auch in den beiden oben genannten Songs sind ‚pink carnation’ bzw. ‚pink crustacean’ nicht nur eine Blume oder ein Shrimp, sondern auch eine Anspielung auf – na was wohl). Der Pick-Up-Truck ist, speziell in Texas (B. Holly war Texaner) ein Symbol für sexuelle Potenz. Außerdem hatten die Jungs, die in einem Pick-Up-Truck auf Anmache ausgingen, die besten Chancen bei den Mädchen.

Aber ich wußte, ich hatte kein Glück mehr
An jenem Tag, als die Musik starb.
Ich begann zu singen...


Refrain

3. Strophe

Jetzt sind wir schon 10 Jahre allein

McLean schrieb den Song Ende der 60er Jahre, also zehn Jahre nach dem Absturz.

Ein Rolling Stone wird fett und fetter
Aber so war es früher nicht


Hier beginnt eine Reihe heftigster Anklagen gegen das aktuelle Rock and Rock-Establishment Ende der 60er Jahre. Das ist wieder ein ‘vielfach Verwendbarer’ von McLean.

Zunächst bezieht es sich klar auf Bob Dylan, dessen Song „Like a Rollin Stone“ sein erster Hit war. Bob Dylan hatte sich seit 1966 von den Tourneen zurückgezogen und komponierte zu Hause. Während die Protestbewegung seine Protestsongs spielte und spielte, saß er zu Hause und schrieb Songs über die einfache Liebe, über die Familie und wie schön es ist, zu Hause zu sein.

Er konnte es sich leisten von den großen Einnahmen seiner früheren Songs zu leben. Wie die ganze Protestbewegung, war McLean offenbar empört über Bob Dylan (weiter unten beschimpft er ihn noch mehr als nur als fettes Schwein).

Die zweite Bedeutung bezieht sich auf die Rock and Roll- Musiker im allgemeinen, auf das große Geld, das einige machten, während gleichzeitig die Musik keine Fortschritte machte (nach Ansicht von McLean).

Drittens bezieht es sich auf die Rolling Stones selbst. Was heute fast selbstverständlich erscheint, war damals ein Skandal und die Protestbewegung, welche die Rolling Stones fast schon als Mitglied aufgenommen hatte, empörte sich: Die Rolling Stones hatten die Staatsbürgerschaft gewechselt, nur um Steuern zu sparen. Es wurde klar, daß es um Geld ging, und der scheinbare Protest nichts als Lug und Trug war.

John Foxx von Ultravox machte einen Song mit dem Titel: „Life at Rainbows’ End (for all the tax exiles in Main Street)“. (Das letzte Album der Stones zu jener Zeit hieß „Exile on Main Street“).

Es gibt auch die Version, daß ebenfalls Elvis gemeint sein könnte, aber der war Ende der Sechziger noch nicht fett geworden. Weiter unten werden wir aber noch sehen, daß Teile des Songs eventuell erst knapp vor dem Erscheinen 1971 getextet worden sein mochten. Da könnte Elvis schon mit reinfallen.

Als der Hofnarr für den König und die Königin sang...

Der Hofnarr ist zunächst einmal Bob Dylan. Wie schon dargelegt, sah die Protestbewegung in ihm einen Verräter, der lediglich leeres Gewäsch von sich gegeben hatte, während sie an tiefe Gedanken geglaubt hatten.
König und Königin ist wieder ‚vielfach Verwendbar’. Zunächst ist der König natürlich Elvis, ‚the king’. Die Königin könnte dann Connie Francis sein – oder in einer bösartigen Version: Little Richard.

Andererseits kann sich König und Königin im übertragenen Sinne auch auf Präsident Kennedy und seine Frau beziehen, die damals noch verklärt gesehen wurden und u.a. mit König und Königin von „Camelot“ verglichen wurden.
Es gab eine Demonstration der Bürgerrechtsbewegung in Washington für Martin Luther King, an der die Kennedys teilnahmen. Dort sang u.a. Bob Dylan.

… in einer Jacke, die von James Dean geborgt war,

Die Generation, die beim Tod von James Dean (1955) jung war, idolisierte ihn für viele Jahre. Speziell im Film „Rebel without a cause“ (auf deutsch: „...denn sie wissen nicht, was sie tun.“) drückte er ihre Unzufriedenheit mit den bestehenden (reaktionären) Verhältnissen aus.

Dort trug er eine rote Windjacke, die während des ganzen Filmes eine besondere Bedeutung hat. In einer besonders intensiven Szene leiht Dean diese Jacke einem Jungen, der erschossen wird und stirbt. Als Deans Vater vorbeikommt, denkt er, es ist sein Sohn und bricht zusammen. Auf dem Cover seiner LP „The freewheeling Bob Dylan“ trägt Dylan genau so eine Jacke und erscheint in einer Pose und einer Straßenszene, die extrem an einen James Dean-Film erinnert. Die Protestbewegung findet nun nachträglich Dylans bezug auf Dean unpassend.

Das ist aber noch nicht alles. Bob Dylan hat auch noch für die Königin von England gesungen. Er erschien dort nicht in der vorgeschriebenen Kleidung, so daß hier noch ein weiterer Bezug liegt.

Da aber bei „American Pie“ die Anspielungen hundertfach sind, gibt es noch eine andere Interpretation: Der Hofnarr ist John Lennon. Die Beatles hatten ja für die englische Königsfamilie gespielt, wo John seine berühmte Bemerkung machte, während die anderen klatschten, könnten ja die ‚hochgestellten Personen’ mit den Juwelen klingeln. Wir werden weiter unten noch sehen, daß McLean nicht gerade ein Beatles-Fan ist.

...und eine Stimme, die von dir und mir kam

Das bezieht sich immer noch auf Bob Dylan. Dessen Wurzeln sind in der American Folk Musik, bei Leuten wie Pete Seeger und Woody Guthrie (noch einer, der früh starb, sein Sohn Alo Guthrie war zur Zeit des Songs berühmt). Die Folk Musik ist eine Musik der Massen, daher der Bezug, ‚die Stimme kam von dir und mir’.

Oh, und während der König hinabschaute
Stahl ihm der Hofnarr die dornige Krone


Dies bezieht sich zum einen auf den Niedergang von Elvis, ‚the king’ und den gleichzeitigen Aufstieg des „Hofnarren“ Dylan, meint also, Elvis sah hinunter von der Höhe und Dylan nahm seinen Platz ein. Das ‚dornig’ meint wohl die Schwierigkeiten, die es mit sich bringt, berühmt zu sein. Dylan wird unterstellt, er wollte so berühmt sein wie Elvis, der eines seiner frühen Idole war.

Der Gerichtssal war geschlossen,
das Urteil aufgehoben


Das bezieht sich wohl zunächst darauf, dass die Auseinandersetzung zwischen Elvis- und Dylan-Fans, wer besser war, nicht geklärt werden konnte. Zum anderen bezeichnet es auch eine Situation im berühmten Prozess gegen die ‚7 von Chicago’ (‚The Chicago Seven’, Genaueres kann man sich ‚googeln’).

Und während Lennon ein Buch über Marx las,

Zunächst natürlich eine ironische Vorstellung, John Lennon liest über Karl Marx. Zum Zeitpunkt des Songs hatten sich die Beatles ja schon getrennt, John Lennon wohnte in New York. Auf dem „Weissen Album“ hatten die Beatles ja expliziert jeder Revolution abgesagt und sich für die Evolution entschieden. John Lennon sang von Friede, Freude, Eierkuchen. Damit waren John und die Beatles für die Protestbewegung gestorben, also ironisiert McLean ihn.

Da gibt es aber auch noch einen anderen Marx, Groucho (von den Marx Brothers). In einigem, was Lennon geschrieben hat, gibt es Anklänge an Groucho Marx. Auch andere hatten sich bereits auf solche Ähnlichkeiten bezogen, z.B. die Gruppe „Firesign-Theatre“ auf dem Cover des Albums „How Can You Be In Two Places At Once When You’re Not Anywhere At All?“ Es gibt auch den bekannten Witz: „Ich bin Marxist – Groucho-Flügel“

...übte das Quartett im Park

Das bezieht sich zunächst einmal auf das Auftreten der Beatles im Shea Stadium, das in einem Park gelegen ist. Allerdings ist diese Interpretation nicht ganz schlüssig, denn John Lennon liest ja währenddessen (eine Zeile vorher). Wahrscheinlich bezieht sich die Zeile eher auf die Weavers, eine Gruppe, die während der McCarthy-Ära auf die schwarze Liste kam und sich deshalb in den Sechziger–Jahren mit Konzerten in Stadtparks im Inneren des Staates New York und in Clubs in New York durchschlagen mußte. McLean war persönlich befreundet mit Lee Hays von den „Weavers“.
Zu einem gewissen Zeitpunkt fuhren die Weavers, McLean und Pete Seeger auf einem Schiff den Hudson-Fluß hinunter und sangen Umweltschutz-Songs. Viele dieser Lieder findet man auf der LP von Seeger „God bless the Grass“

Und wir sangen Trauerlieder im Dunkeln

Das bezieht sich natürlich zum Einen auf die Trauer um die verunglückten Musiker. Es bezieht sich aber auch auf einige der Rock and Roll-Songs, die McLean als Trauerlieder empfindet und auf die man nicht tanzen kann. Die Situation der Rock und Roll Musik zu diesem Zeitpunkt empfindet er als ‚dunkel’.

Am Tag, als die Musik starb
Wir sangen...



Refrain


4. Strophe


„Helter Skelter“ in einer Sommer-Hitzewelle

Helter Skelter ist einer der Beatles-Songs vom „Weissen Album“. Er wurde in den USA besonders bekannt, weil der Mörder Charles Manson sagte, er sei von diesem Song „inspiriert worden“ (als er dachte, Gott oder Teufel habe zu ihm gesprochen), seinen Anhängern die Ermordung con Sharon Tate und LaBianca zu befehlen.
Die Sommer-Hitzewelle kann sich wohl auf den Song „Summer of Love“ beziehen, ebenso auf „Long hot Summer“ von Charlie Watts (The Who).

Die „Birds“ flogen davon mit dem Atombunker
Acht Meilen hoch und fielen schnell


Die „Birds“ hatten 1966 ein Album „The fith Dimension“ herausgebracht, auf dem der Song „Eight Miles High“ (Acht Meilen hoch) zu hören ist. Die Platte wurde in den USA in vielen Staaten verboten, weil ihre Texte nach Meinung der Zensoren Drogen verherrlichten. Was der Atombunker hier soll, ist noch nicht geklärt. Wer etwas weiß, bitte kommentieren.

Bruchlandung im Grass

Einer der Birds wurde wegen Marihuana(‚grass’)-Besitz verhaftet.

Die Spieler versuchten einen langen Paß

Der ‚lange Paß’ (bezogen auf den American Football) dürfte wohl der Versuch der Rolling Stones gewesen sein, sich an die Spitze zu setzen, was so lange scheiterte, bis sich die Beatles aufgelöst hatten. Eine andere Erklärung ist der Bezug auf die Protestbewegung, die versuchte, die Regierung zu bewegen, den Vietnam-Krieg zu beenden. Wer eine weitere und/oder bessere Interpretation hat, bitte kommentieren.

Mit dem Hofnarren an der Seitenlinie in Gips

Der Hofnarr ist definitiv Bob Dylan. Im Juli 1966 hatte er einen schweren Motorradunfall in der Nähe seines Hauses in Woodstock, New York. Er mußte viel Gips tragen und brauchte 9 Monate, um vollständig zu genesen. Seit diesem Zeitpunkt hat er nie wieder seine Protestsongs gesungen und ist für viele Jahre nicht mehr öffentlich aufgetreten.

Aber die Luft zur Halbzeit war süßes Parfüm

Das läßt oberflächlich zunächst mal den Hinweis auf Marihuana erahnen. Zur Zeit des Songs waren in den USA auf Rock-Konzerten die Luft mit intensivem Marihuana-Duft erfüllt.
Die zweite Bedeutung hiervon wird als das Tränengas angesehen, das gegen die Demonstranten eingesetzt wurde, die vor dem Kongress der Demokraten im Jahre 1968 demonstrierten.

Während Serganten (Feldwebel) einen Marsch spielten.

Das bezieht sich zunächst auch wieder auf den Angriff der Polizei auf die Demonstranten beim Demokraten-Kongress 1968. Die Serganten wären dann die Chicagoer Polizei und die Nationalgarde von Illinois, die die Protestierenden aus dem Park hinaus beförderten, wo die Konvention stattfand und ins Gefängnis steckten.
Andererseits bezieht sich dies aber auch auf „Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band” von den Beatles, wo McLean viel Marschmusik und wenig Rock and Roll ausmacht. Der Begriff der Marschmusik dürfte sich generell auf die Musik der Beatles nach den ersten Erfolgen beziehen. Waren „I want to hold your hand“, „Love me do“,”Yeah, yeah, yeah” noch einfache Rock und Roll-Songs, wenn sie auch nicht gerade mit beeindruckenden Texten aufwarten konnten, so waren die späteren Songs der Beatles immer weiter von Rock und Roll entfernt und meistens untanzbar, was McLean wohl besonders beklagt.

Schliesslich gibt es noch eine dritte Bedeutung für die „Marschmusik“: Die Wehrpflicht in den USA, die viele der Kriegsgegener zur Wehrmacht einberief. Viele hatten nur die Alternative, nach Vietnam zu gehen, ins Ausland zu fliehen oder Gefängnis für ihre Überzeugung in Kauf zu nehmen.

Wir standen alle auf zum Tanzen
Oh, wir hatten nicht die geringste Chance


Das bezieht sich zum einen auf das Candlestick Park Konzert der Beatles, das nur 35 Minuten dauerte (und keine tanzbare Musik brachte).
Ausserdem bezieht er sich hier darauf, daß es kaum noch tanzbaren Rock und Roll überhaupt gab.

Weil die Spieler versuchten das Spielfeld zu übernehmen,
weigerte sich die maschierende Kapelle nachzugeben


Das wird wohl wieder der Hinweis auf die Proteste bei der 1968er Demokratischen Konvention sein, als die Protester ‚abgeräumt’ wurden.
Es gab auch einen großen Protest bei der Kent State University in Ohio, wo die Ohio National Guard brutal gegen die jungen Leute vorging.

Schliesslich kann dies auch verstanden werden als ein Protest gegen die jahrelange intensive Vorherrschaft der Beatles, die mehr und mehr Pop Music statt Rock and Roll Musik entstehen ließ. Ebenso behinderte diese Vorherrschaft die Entwicklung anderer Bands. So brachten die Beach Boys z. B. 1966 „Pet Sounds“ heraus, wo sie ganz ähnlich wie ein Jahr später die Beatles in „Sgt. Pepper“ mit Studio- und elektronischen Effekten experimentierten, aber ‚Pet Sounds’ war ein Flopp.

Ausserdem kann dies auch als allgemeiner Ausdruck der Wirkungslosigkeit der Anti-Kriegs-Proteste angesehen werden: der militärisch-industrielle Komplex weigerte sich, auf die Forderungen der Bewegung einzugehen.

Erinnerst du dich, was offengelegt wurde
An dem Tag, als die Musik starb?
Wir begannen zu singen....


Gab es noch etwas Anderes, was an diesem Tag offengelegt wurde, oder bezieht er sich nur auf den Tod der Musiker? Wer etwas weiss, bitte kommentieren.


Refrain


5. Strophe


Und dann waren wir alle zusammen

Das ist natürlich Woodstock.

Eine Generation, verloren im Raum.

Das bezieht sich zum einen sicher auf das Mondflugprogramm. Der erste Mensch auf dem Mond war im gleichen Sommer wie Woodstock.

Daneben mag sich das speziell auf die Hippies beziehen, die vielfach als „verlorenen Generation“ bezeichnet wurden. Sie entfremdeten sich vielfach völlig von ihren Familien und viele hatten ernsthafte Drogenprobleme.

Es gab auch eine Fernsehserie „Lost in Space“ und dieser Begriff wurde für jemand verwendet, der „high“ war.

Es blieb keine Zeit für einen neuen Start

Das bezieht sich zum einen immer noch auf die „Lost Generation“. Der Drogenkonsum nahm soviel Zeit in Anspruch, dass keine Zeit mehr blieb, das Leben in Ordnung zu bringen.

Auch klagt McLean hier sicherlich die ganze Psychodelia an, die den Rock und Roll so weit weg von seinen Wurzeln (Buddy Holly) geführt hat, daß keine Rückkehr mehr möglich war.

Also, auf geht’s, Jack, sei agil, Jack, sei schnell

Das ist eindeutig eine Referenz auf „Jumpin’ Jack Flash“ von den Rolling Stones. Diese Platte wurde im Mai 1968 herausgebracht. Speziell dürfte es auch eine Referenz auf Mick Jagger sein.

Jack Flash’ saß auf einem ‚Candlestick’ (Kerzenhalter)

Das ist sicherlich das Konzert der Rolling Stones im Candlestick Park. Gibt es da noch etwas anderes? Wer etwas hat, der möge kommenteiren.

Denn Feuer ist der einzige Freund des Teufels

Zunächst einmal ein Bezug auf “Sympathy for the Devil“ von den Stones.
Es gab auch einen Song der „Grateful Dead“ mit dem Namen „Friend of the Devil“. Das Feuer bezieht sich wohl auf den Candlestick, den Kerzenhalter. Aber bei McLean pflegt mehr dahinter zu stehen. Wer etwas weiß, bitte kommentieren.

Einen ganz anderen Bezug gibt es für die letzten vier Zeilen (von „es bleibt keine Zeit“ bis „...Teufels“), wenn man sie auf Präsident (Jack) Kennedy bezieht, der in der Cuba Krise 1962 schnelle und folgenschwere Entscheidungen treffen mußte. Da würde der Kerzenhalter und das Feuer sich dann auf die Interkontinentalraketen beziehen und auf den atomaren Krieg.

Als ich ihn auf der Bühne sah
Ballten sich meine Hände zu Fäusten vor Wut
Kein Engel, geboren in der Hölle
Konnte Satans Fluch brechen


Das bezieht sich natürlich auf die bekannten Tatsachen des Konzerts der Rolling Stones im Autodrom von Altamont im Jahre 1968. Die Stones hatten auf Anraten der „Grateful Dead“ die „Hells Angels“ als Sicherheitstruppe engagiert. Die waren sicher für alles außer Sicherheit geeignet, eine Motorrad-Truppe mit extremer Alkohol-Exzess- und Brutalitäten-Vorgeschichte. Während des Konzerts (angeblich während „Sympathy for the Devil“) schlugen und erstachen die „Angels“ einen jungen Mann namens Meredith Hunter in unmittelbarer Nähe der Bühne.

Der öffentliche Aufschrei richtete sich weniger gegen die „Angels“ als gegen den Song „Sympathy for the Devil“. Die Stones setzten ihn für sechs Jahre vom Show-Programm ab.

Auch McLean scheint der Ansicht zu sein, daß mehr der Song (Satans Fluch) als die falsche Auswahl der Sicherheitstruppe für den Tod des jungen Mannes verantwortlich ist. McLean kommt aus einem sehr gläubigen Elternhaus.

Es scheint so zu sein, daß McLean die Stones als negativ beeinfluß durch diese Art von Songs ansieht. Wenn er hier klar und deutlich sagt, daß er außer sich vor Wut gerät, Mick Jagger auch nur auf der Bühne zu sehen, ist das harter Tobak.

Im Kern waren es die Stones, die in ihrer Karriere immer am nächsten an den einfachen Rock and Roll-Songs blieben, wie sie Buddy Holly gemacht hatte. Sie haben zu Beginn sogar das Lied „Not fade Away“ von Buddy Holly aufgenommen.

Und die Flammen steigen hoch in die Nacht
Um den Opfer-Ritus zu beleuchten.


Da dürfte McLean immer noch von Altamont sprechen, die Flammen könnten das Posieren und Tanzen von Mick Jagger sein, das Opfer des Ritus wäre dann Meredith Hunter. Auch wird berichtet, daß es um das Autodrom viele Lagerfeuer gab, auf die sich die Flammen beziehen könnten.

Ein anderer Bezug könnte auch Jimi Hendrix sein, der auf dem Monterey Pop Festival 1967 seine Gitarre vebrannte. Das Opfer wäre dann seine formidable Stratocaster.

Ich sah Satan vor Freude auflachen

Sollte McLean dies wirklich auf Mick Jagger beziehen, wie aus der obigen Interpretion hervorgehen würde? Bevorzugen wir die einfachere Erklärung, daß der Tod der drei Musiker am Tag, als die Musik starb, den echten Satan auflachen ließ (was die drei Musiker dann in die Nähe von Heiligen rückt).

Am Tag, als die Musik starb
Und er sang...



Refrain


6. Strophe


Ich traf ein Mädchen, das den Blues sang

Das muß sich wohl auf Janis Joplin beziehen.

Und ich fragte sie nach guten Neuigkeiten
Aber sie lächelte nur und wandte sich ab.


Janis Joplin starb an einer Überdosis Heroin am 4. Oktober 1970. Wenn es allerdings stimmt, daß Mc Lean diesen Song schon 1969 geschrieben hat, kann das nicht gemeint sein. Gehen wir also davon aus, daß er wegen Janis Joplin noch eine Strophe angehängt hat.

Ich ging hinunter zum ‚heiligen’ Laden
Wo ich die Musik früher gehört hatte


Das bezieht sich wohl zum einen auf den Fillmore West Plattenladen in New York, eine der größten Rock and Roll-Verkaufsstellen jener Zeit.

Andererseits bezieht es sich auf alle Plattenläden jener Zeit, wo man (wer erinnert sich noch?) die Platten vorher in voller Länge anhören konnte (selbst wenn man sie dann nicht kaufte).

Die Aussage, daß Plattenläden „heilige“ Plätze sein könnten, greift erneut die Frage der Religion Rock und Roll auf und die Idee, ob diese Musik die Seele retten könnte.

Aber der Mann dort sagte, er würde die Musik nicht spielen

Das bezieht sich zum einen darauf, daß viele die Buddy Holly–Stücke nicht mehr anhören, zum anderen wohl darauf, dass man zu diesem Zeitpunkt bereits damit aufhörte, die möglichen Kunden die Platten anhören zu lassen.
Ebenso kann es ein Bezug darauf sein, daß der Fillmore West Plattenladen etwa zur Zeit des Songs geschlossen wurde.

Und in den Straßen schrieen die Kinder

Das sind wohl die Hippies, „Blumenkinder“, die von der Polizei und National Garde verprügelt werden – und im speziellen die Unruhen im Volkspark von Berkeley 1969 und 1970, die brutal niedergeprügelt wurden und wo sich viele Hippies an Protesten beteiligt hatten. Wer noch anderes hat, bitte kommentieren.

Die Verliebten weinten und die Poeten träumten

Sicherlich erneut ein Seitenhieb auf die „psychodelische“ Musik Ende der 60er Jahre. Scheint aber noch mehr drinzustecken. Wer etwas weiss, bitte kommentieren.

Aber es wurde kein Wort gesprochen
Die Kirchenglocken waren alle zerbrochen


„Kein Wort” bezieht sich auf viele Musikstücke seiner Zeit, die keinen Gesang mehr hatten. Es bezieht sich aber auch erneut auf die verunglückten Musiker, die nun nicht mehr sprechen konnten.

Auch die zerbrochenen Kirchenglocken sind eindeutig ein Bezug auf die Musiker um Buddy Holly. Hier kommt erneut seine Meinung zum Ausdruck, dass die frühe Rock Musik so etwas wie eine Religion sei (und die Musiker so etwas wie Kirchenglocken). Zumindest muß man dies in dem Sinn verstehen, dass er dieser Musik das zuschreibt, was die meisten in der Religion suchen: Trost. Wenn man getröstet ist, kann man wieder lächeln – siehe Anfang der ersten Strophe.

Die drei Männer, die ich am meisten verehre
Der Vater, der Sohn und der heilige Geist


Zum einen wohl wirklich die göttliche Dreieinigkeit – McLean war religiös.

Zum anderen aber – und das geht aus den nächsten Zeilen eindeutig hervor, bezieht es sich auch auf die drei verunglückten Musiker (er bezieht sich ja auch eindeutig auf Männer, also eigentlich nicht auf wirkliche Gottheiten). Auch wenn dies hier etwas schwer zu schlucken ist, er vergleicht die drei mit Gott – und greift nun entschieden die Idee erneut auf, die schon mehrmals anklang: Rock ist Religion.

Eine andere Interpretation bezieht sich auf die ermordeten Politiker: Jack Kennedy, Bob Kennedy und Martin Luther King.

Sie nahmen den letzten Zug zur Küste

Das ist eine Art zu sagen, die drei Musiker (oder sie drei Politiker) sind gegangen – oder sie sind gestorben. Im Westen der USA verwendet man „Go West“ für Sterben – und der Bezug hier ist eindeutig die Westküste.
Es kann auch eine Andeutung über einige fremdartigen Religionen in Kalifornien drinstecken.
Diese Worte werden auch in einer Zeile von „Whiter Shade of Pale“ benutzt, aber es ist unwahrscheinlich, daß McLean sich auf „Procul Harum“ bezieht. Sie repräsentieren ja gerade jene Musik, die er so vehement kritisiert.

Am Tag, als die Musik starb
Und sie sangen...


2x Refrain

American Pie

Don McLean

A long long time ago

I can still remember how that music used to make me smile
And I knew if I had my chance that I could make those people dance
and maybe they'd be happy for a while.

But February made me shiver With every paper I'd deliver
Bad news on the doorstep I couldn't take one more step
I can't remember if I cried When I read about his widowed bride

But something touched me deep inside The day the Music Died

So bye bye Miss American Pie

Drove my chevy to the levee

But the levee was dry

And them good old boys were drinking whiskey and rye

Singin' this'll be the day that I die, this'll be the day that I die.


Did you write the book of love And do you have faith in God above?
If the Bible tells you so.

Do you believe in Rock 'n Roll? Can music save your mortal soul?
And can you teach me how to dance real slow?

Well, I know that you're in love with him 'cause I saw you dancin' in the gym
You both kicked off your shoes Man, I dig those rhythm’n blues

I was a lonely teenage broncin' buck With a pink carnation and a pickup truck.
But I knew I was out of luck

The day the music died

I started singin'

bye bye Miss American Pie

Drove my chevy to the levee

But the levee was dry

And them good old boys were drinking whiskey and rye

Singin' this'll be the day that I die This'll be the day that I die.

Now for ten years we've been on our own
And moss grows fat on a rollin' stone

But that's not how it used to be
When the jester sang for the King and Queen
In a coat he borrowed from James Dean
And a voice that came from you and me

Oh, and while the King was looking down The jester stole his thorny crown
The courtroom was adjourned No verdict was returned

And while Lennon read a book of Marx The court kept practice in the park
And we sang dirges in the dark

The day the Music Died.

We were singing

bye bye Miss American Pie

Drove my chevy to the levee

But the levee was dry

Them good old boys were drinking whiskey and rye

Singin' this'll be the day that I die This'll be the day that I die.

Helter-Skelter in a summer swelter The Byrds flew off with a fallout shelter
Eight Miles High and falling fast
It landed foul out on the grass The players tried for a forward pass
But the jester's on the sidelines in a cast

Now the half-time air was sweet perfume While the sergeants played a marching tune

We all got up to dance But we never got the chance

'cause the players tried to take the field The marching band refused to yield
Do you recall what was revealed

the day the Music Died?

We started singing

bye bye Miss American Pie

Drove my chevy to the levee

But the levee was dry

Them good old boys were drinking whiskey and rye

Singin' this'll be the day that I die This'll be the day that I die.

Oh, and there we were all in one place
A generation Lost in Space
With no time left to start again

So come on, Jack be nimble Jack be quick
Jack Flash sat on a candlestick
'cause fire is the Devil's only friend

Oh, and as I watched him on the stage
My hands were clenched in fists of rage
No angel born in hell Could break that Satan's spell
And as the flames climbed high into the night
To light the sacrificial rite

I saw Satan laughing with delight

The day the Music Died

He was singing bye bye Miss American Pie

Drove my chevy to the levee

But the levee was dry

Them good old boys were drinking whiskey and rye

Singin' this'll be the day that I die This'll be the day that I die.

I met a girl who sang the blues And I asked her for some happy news
But she just smiled and turned away

I went down to the sacred store Where I'd heard the music years before
But the man there said the music wouldn’t play

And in the streets the children screamed The lovers cried, and the poets dreamed

But not a word was spoken The Church bells all were broken

And three men I admire most The Father, Son and the Holy Ghost
They caught the last train for the coast

The Day the Music Died.

And they were singing

bye bye Miss American Pie

Drove my chevy to the levee

But the levee was dry

Them good old boys were drinking whiskey and rye

Singin' this'll be the day that I die This'll be the day that I die.

They were singing

bye bye Miss American Pie

Drove my chevy to the levee

But the levee was dry

Them good old boys were drinking whiskey and rye

Singin' this'll be the day that I die This'll be the day that I die.



Dieser Beitrag erschien in "Rbi-aktuell", es kann nicht mehr festgestellt werden, wann genau. Höchste Zeit, dass er hier neu vorgestellt wird.

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